Stumme Myokardischämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016
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Bei der stummen Myokardischämie handelt es sich um eine latent, also schleichend verlaufende Herzerkrankung. Eine frühzeitig eingeleitete medikamentöse Behandlung ermöglicht die Erkrankung in dem Maße zu beeinflussen, als dass von einer guten Lebensqualität ausgegangen werden kann. Im fortgeschrittenen Stadium ist über eine Operation nachzudenken. Eine Lebensweise mit viel Bewegung, gesunden Nahrungsmitteln und ohne Genussgifte kann vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine stumme Myokardischämie?

Im Zusammenhang mit den koronaren Herzkrankheiten (KHK) wird die stumme Myokardischämie, auch bekannt unter dem Synonym asymptomatische Myokardischämie, bezüglich des Herzmuskels als eine klinisch nachweisbare Minderperfusion, die keine pektanginösen Symptome verursacht, bezeichnet. Mit pektanginösen Symptomen ist die Angina Pectoris (AP), auch bekannt unter Brustenge beziehungsweise Stenokardie), gemeint. Der Begriff Ischämie steht für Sauerstoffmangel.

Rein prognostisch sind die stummen Myokardischämien ungünstiger im Verlauf als die symptomatischen Ischämien. Zudem ist ihr Verlauf latent. Das heißt: Der Patient bemerkt auch bei einer Durchblutungsstörung den anfänglichen Verlauf nicht, weil er im Verborgenen abläuft. Dies hängt, so wird vermutet, mit einer extrem hohen Schmerzschwelle der betroffenen Patienten zusammen. Somit entzieht sich der pathologische Befund zunächst jeglicher Wahrnehmung und Diagnosemöglichkeit.

Ursachen

Eine stumme Myokardischämie tritt am häufigsten bei Diabetikern und älteren Menschen auf. Störungen der kardialen Nozizeptoren sowie der Schmerzweiterleitung beziehungsweise der zentralen Schmerzrezeptoren werden als mögliche Ursachen genannt. Es wird aber in medizinischen Fachkreisen davon ausgegangen, dass zwei bis drei Prozent der Männer, die gesund erscheinen, ebenfalls betroffen sind.

Wie sich die genauen pathologischen Abläufe darstellen, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Allerdings wird in Fachkreisen ein Zusammenhang mit der diabetischen Neuropathie nicht ausgeschlossen. Auch Sauerstoffmangel wird als Verursacher genannt. Dieser kann am Herzmuskel durch Stenosen (Gefäßverängungen), eine verminderte Sauerstoffsättigung und eine herabgesetzte Sauerstoffkapazität des Blutes sowie einem effektiven Perfusionsdruck (Druchströmungsdruck) in den Herzkranzgefäßen verursacht werden.

Zu den weiteren Ursachen gehören die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), diverse Fettstoffwechselstörungen, Adipositas (Fettleibigkeit) sowie unterschiedliche Stressfaktoren. Auch eine Niereninsuffizienz, genetische Bedingungen, der weit verbreitete Bewegungsmangel oder Rauchen können eine stumme Myokardischämie begünstigen. Je mehr Faktoren zutreffen, umso höher ist das Risiko zu erkranken.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der pathologische Befund entzieht sich zunächst jeglicher Wahrnehmung und Diagnosemöglichkeit durch den Arzt und Patienten. Erst wenn ein Myokardinfarkt (Herzmuskelinfarkt) oder im schlimmsten Fall der plötzliche Herztod eintritt, macht sich diese Form der Koronaren Herzkrankheit bemerkbar. Dadurch wird leider häufig zu spät mit einer Behandlung durch den Kardiologen begonnen. Allerdings sind die Auswirkungen im EKG sehr gut nachweisbar.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Beginn einer stummen Myokardischämie ist wegen zunächst fehlender Symptomatik nur schwer zu diagnostizieren. Basierend auf einer hämodynamisch relevanten Koronarstenose ist eine Minderperfusion des Myokards zu beobachten. Daraus resultieren metabolische Veränderungen, die zu einer Veränderung der diastolischen und systolischen Funktion führen. Es kann zu Veränderungen im EKG und einer Symptomatik wie bei Angina Pectoris kommen.

Behandlung & Therapie

Die medikamentöse Behandlung umfasst die Verabreichung von Blutgerinnungshemmern, um die Ablagerung von Thrombozyten und die Bildung von Thrombosen zu verhindern. Kalziumantagonisten oder ACE-Hemmer sind wichtig, um die Herzkranzgefäße zu weiten und den Blutdruck zu senken.

Diese Funktion übernehmen beispielsweise Nitrate. Auch Beta-Rezeptorenblocker senken den Blutdruck. Gleichzeitig verlangsamen sie den Blutdruck. Auch Statine, beispielsweise als Cholesterinsenker, gehören zur medikamentösen Behandlung.

Zu Anfang ist zur Diagnosestellung ein EKG, (Ruhe-EKG, Langzeit- und / oder Belastungs-EKG) auf dem Fahrradergometer sitzend oder liegend erforderlich, um eine Eingangsdiagnose zu erstellen. Auch mit einer Belastungs-Echokardiografie wird es möglich, Hinweise auf eine koronare Herzerkrankung und nicht funktionsfähige Herzmuskelanteile darzustellen. Die Möglichkeiten der Nuklearmedizin sind ebenfalls zielführend, um wichtige Informationen zu erhalten.

Dazu zählt die Herzkatheteruntersuchung mit einer detaillierten Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiografie). Es handelt sich hierbei um eine röntgenologische Kontrastdarstellung der Herzinnenräume sowie der großen Gefäßstämme aber auch der Herzkranzgefäße. Dafür wird über ein Blutgefäß ausgehend von der Leisten- oder Armarterie ein dünner Katheter in das Herz vorgeschoben.

Über diesen wird das für die Untersuchung benötigte Kontrastmittel oder Medikament zur Auflösung von Blutgerinnseln gespritzt. Auch Druck- und Sauertoffsättigungsmessfühler können so in die Herzkammern sowie die großen Gefäße eingeführt werden. Um bestehende Engpässe zu dehnen (Dillatation, PTCA) können spezielle Katheter eingeführt werden, womit sich teilweise sogar Operationen an den Herzkranzgefäßen vermeiden lassen.

Andererseits können so Blutproben für die Blutgasanalysen entnommen werden. Diese Untersuchung ist erforderlich, um den vorliegenden Schweregrad einzuschätzen und eine optimale Therapie festlegen zu können. Besteht weiterhin keine eindeutige Diagnose, kann mit einem intraversalen Ultraschall (IVUS) und einer Bestimmung der koronaren Flussreserve eine größere Klarheit erreicht werden.

Es folgt die Messung des Perfusionsdrucks, indem vom Aortendruck der diastolische Ventrikeldruck subtrahiert wird. Auch die myokardiale Perfusionszintigrafie, die Stressechokardiografie aber auch die Magnetresonanztherapie sowie die Positron-Emissions-Therapie und die Radionuklidventrikulografie sind stehen für eine weitreichende Behandlung zum Erhalt einer definitiven Diagnose zur Verfügung.

Bei all diesen hoch technisierten Möglichkeiten darf nicht versäumt werden, die familiäre Belastung inklusive eventueller Risikofaktoren zu hinterfragen Darüber hinaus könnte mit dem neuen Marker (Osteoprotegerin), den Franzosen identifizierten, eine stumme Myokardischämie bei Diabetikern leichter diagnostiziert werden. Ein erhöhter Wert soll auf die Erkrankung hinweisen.




Vorbeugung

Um das Herz gesund zu erhalten, sind mehrere Faktoren zu beachten. Die Ernährung sollte arm an Cholesterin und Zucker sein. Dafür reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Bei der Auswahl an Fetten sollte auf ungesättigte Fettsäuren geachtet werden. Sehr gut sind native Öle wie Olivenöl, Leinöl und Kokosöl.

Wichtig ist auch, Tag für Tag ausreichend zu trinken. 1,5 bis 2 Liter Wasser, Kräutertees oder ungesüßte Säfte sollten getrunken werden. Wichtig ist auch die tägliche Bewegung an der frischen Luft. Eine Stunde stramm spazieren gehen ist bereits ein guter Ansatz.

Sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Joggen, Ausdauertraining und Fahrradfahren versorgen den Körper vermehrt mit Sauerstoff. Raucher sollten sich überlegen, mit diesem Gesundheitsrisiko aufzuhören. Bei familiärer Vorbelastung sollte auch beim Kardiologen ein jährlicher Check-up erfolgen.

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