Strumaresektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Strumaresektion bedeutet die teilweise Entfernung der Schilddrüse mittels eines chirurgischen Eingriffs. Grund für diese Operation ist eine unnatürliche Vergrößerung der Schilddrüse durch Knotenbildung (Struma/Kropf). Dabei wird die Schilddrüse beidseitig nicht vollständig beseitigt. Gesunde Teile des Organs bleiben in der Regel im Körper.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Strumaresektion?

Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes, besteht aus zwei Lappen und wiegt im Normalfall 15 bis 20 Gramm. Eine zu große Struma bewirkt Beschwerden wie Engegefühl, Schwierigkeiten beim Schlucken und unter Umständen sogar Atemprobleme aufgrund von Bedrängungen der Luftröhre.

In der Regel wird eine sogenannte diffuse (gleichmäßige) Struma zunächst mit verschiedenen Medikamenten (u.a. Jodid) bekämpft. Nehmen aber Zahl und Größe knotiger Unregelmäßigkeiten zu, muss operiert werden. Dieser Fall tritt ebenso bei einer Überfunktion der Schilddrüse ein. Sind die Knotenbildungen zu massiv, muss die Schilddrüse komplett herausgenommen werden (Thyreoidektomie). Dies geschieht, wenn nicht ausschließlich intaktes Gewebe verbleiben könnte. Auch die totale Resektion des Schilddrüsenlappens auf einer Seite (Hemithyreoidektomie) ist möglich.

Gelegentlich kann ein einzelner Knoten ausgeschält werden (Enukleation), wobei zumeist ein schmaler Streifen gesunden Schilddrüsengewebes mitgenommen wird. Ist der Kropf durch Schilddrüsenkrebs hervorgerufen worden, muss er unbedingt operativ entfernt werden. In solchen Fällen ist eine nur teilweise Resektion kaum möglich.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Struma stellt eine Erkrankung der Hormondrüsen dar, die sehr oft durch ernährungsbedingten Jodmangel herbeigeführt wird. Neben der medikamentösen Gabe von Jod wird daher auch die Radiojodtherapie angewendet, bei der jedoch eine negative Strahlenbelastung in Betracht zu ziehen ist.

Die Radiojodtherapie kann eine Schilddrüse wirksam verkleinern, indem sie Wucherungen beseitigt. Der Beiname Kropf erinnert an das sogenannte Aussacken der Speiseröhre bei Vögeln. Beim Menschen kann diese Drüsenschwellung am Hals beträchtliche Ausmaße annehmen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland bei bis zu 30 Prozent der Erwachsenen die Schilddrüse mehr oder weniger vergrößert beziehungsweise verknotet ist. Fehlt dem Schilddrüsengewebe der Nährstoff Jod, tritt eine Zellvermehrung auf. Hält diese über Jahre an, kommt es zu degenerativen Auffälligkeiten im Bereich der Schilddrüse und schließlich zur zunehmenden Verknotung des Gewebes.

In extremen Fällen bilden sich sogar autonome Areale, die außerhalb der hormonellen Kreisläufe liegen. Bei einer Strumaresektion und jeder anderen Schilddrüsenoperation treten mit geringer Häufigkeit typische Beschädigungen (Lähmungen) des Stimmbandnervs auf. Ebenso können nach diesen Eingriffen deutliche Unterfunktionen der Nebenschilddrüsen entstehen. Das Risiko solcher Komplikationen steigt bei einem wiederholten Eingriff sowie im Falle bösartiger Tumore. Generell können die diversen Schilddrüsenoperationen nichts gegen die eigentlichen Ursachen der Strumabildung ausrichten.

Es ist im Gegenteil sogar möglich, dass das bleibende restliche Gewebe der Schilddrüse zu einem noch stärkeren Wachstum als vor der Operation neigt. Denn in Folge der operativen Eingriffe haben sich die körpereigenen Möglichkeiten reduziert, die Schilddrüsenhormone selbst in geeigneter Menge herzustellen. Mit dem erneuten Schilddrüsenwachstum kann auch eine verstärkte postoperative Knotenbildung einhergehen. Abhilfe vermag hier nur eine unter Umständen lebenslange medikamentöse Behandlung mit Jodid und dem Hormonwirkstoff L-Thyroxin zu schaffen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Resektion der Schilddrüse erfordert vom Arzt hohe Aufmerksamkeit bezüglich möglicher Blutverluste des Patienten, weil das Organ sehr stark durchblutet wird.

Außerdem ist besonders bei einem zweiten und jedem weiteren Eingriff großes chirurgisches Geschick gefordert. Das Entfernen der Hauptschilddrüse ist in diesen Fällen aufgrund der Vernarbungen deutlich erschwert. Nerven und Gefäße können einen nicht vorhersehbaren Verlauf nehmen. Die Lage der Nebenschilddrüsen ist außerdem in vielen Fällen unklar. Sie sind nur so groß wie ein Reiskorn und deshalb im Verlauf einer Operation unter Umständen schwer aufzufinden. Nicht zuletzt müssen die operierenden Ärzte stets die Beweglichkeit der Stimmbänder im Blick behalten. Hier droht permanent eine ein- oder beidseitige Lähmung, weshalb während des Eingriffs und vor allem bei der Narkose die gesamte Atmung sorgsam intensivmedizinisch kontrolliert werden muss.

Geht die Strumaresektion komplikationsfrei vonstatten, darf sich der Patient bereits am Abend des OP-Tages erheben und Flüssigkeiten einnehmen. Schon am nächsten Tag steht normales Essen auf dem Plan. In der Regel gibt es dann auch keine Einschränkungen der Mobilität. Schmerzmittel müssen nur in verhältnismäßig geringen Mengen zugeführt werden. Am zweiten Tag nach der Operation werden in der Regel die Drainagen entfernt. Nach vier oder fünf Tagen kann der Patient gewöhnlich das Krankenhaus wieder verlassen. Musste wegen der Größe einer Struma ein Quereinschnitt der Halsmuskulatur erfolgen, besteht möglicherweise für zehn bis 14 Tage eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes.

Die Operationsnarbe ist acht bis zwölf Wochen nach der OP noch deutlich zu sehen, ehe sie sich sodann der umliegenden Haut relativ gut anpasst. Im Idealfall bleibt ein dünner Strich in einer Hautfalte am Hals zurück. Dies hängt jedoch von den konkreten Empfindlichkeiten des jeweiligen Patienten ab. Besonders wichtig nach einer Strumaresektion ist die Nachsorge. Die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone muss exakt kontrolliert werden. Bilden sich erneut Knoten, sollte schnell eine entsprechende Therapie folgen.

Die Nebenschilddrüsen produzieren möglicherweise nach dem Eingriff bestimmte Hormone, die für den Kalziumspiegel des Körpers wichtig sind, nur in eingeschränktem Maß. So muss dem Körper gegebenenfalls für einen Übergangszeitraum Kalzium in Form spezieller Präparate zugeführt werden. Dieser Nährstoff ist wichtig für die Nerven und Muskeln, stabilisiert außerdem die Knochen.

Bücher über Schilddrüsenerkrankungen

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2017
  • Stumpf, M., Kasperk, R., Schumpelick, V.: Operationsatlas Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2013

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