Struma (Kropf, Schilddrüsenvergrößerung)
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Fast jeder zweite Deutsche leidet unter einer Vergrößerung der Schilddrüse, dem relativ unscheinbaren schmetterlingsförmigen Organ über der Luftröhre. Dabei sind die Gründe für eine Struma oder Kropf vielfältig und manchmal sogar vermeidbar.
Definition Struma (Kropf)
Bei Grad 0 kann die Vergrößerung der Schilddrüse nur per Ultraschall festgestellt werden.
Grad I bedeutet, die Schilddrüse ist tastbar vergrößert.
Die Einstufung in Grad II weist darauf hin, dass die Schilddrüsenvergrößerung nicht nur zu ertasten, sondern der Kropf auch deutlich zu sehen ist.
Oft kann eine Struma auch entstehen, ohne dass eine Störung in der Schilddrüsenhormonproduktion vorliegt. Das ist der häufigste Fall, dann spricht man von einer euthyreoten Struma. In selteneren Fällen produziert die Schilddrüse entweder mehr Hormone, was als hyperthyreote Struma bezeichnet wird, oder bildet zu wenige Hormone, so dass von einer hypothyreoten Struma die Rede ist.
Die Struma kann sich gleichmäßig vergrößern (Struma diffusa) oder stellenweise Knoten bilden (Struma nodosa), was eine unregelmäßige Verformung der Schilddrüse zur Folge hat. Je nachdem ob sich ein oder mehrere Knoten gebildet haben, unterscheidet man die Begriffe Struma uninodosa sowie Struma multinodosa.
Ursachen für Struma (Kropf)
Andere Gründe für für eine Kropfbildung können Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis oder aber auch strumigene – also eine Struma fördernde – Substanzen wie Lithium, Nitrate oder Thyreostatika sein.
Auch Zysten oder Tumoren können eine Struma hervorrufen. In einigen wenigen Fällen werden im Zuge dessen auch andere Organe und Gewebe von Metastasen befallen. Weitaus seltenere Ursachen einer Struma sind gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse, aber auch Störungen der Schilddrüsenhormonsynthese sowie Erkrankungen wie Sarkoidose oder Amyloidose. In Verdacht, eine Struma zu fördern, stehen außerdem das Rauchen und der Mangel an Selen.
Symptome und Krankheitsverlauf von Struma (Kropf)
Der Verlauf von Schilddrüsenerkrankungen ist oft recht unauffällig. Vorerst verursacht eine ernährungsbedingte Struma keinerlei Beschwerden. Erst die sichtbare Struma mit Luftnot bei erhöhter Belastung oder dem Abknicken des Kopfes sowie ein Druckgefühl beim Schlucken lassen eine Erkrankung erahnen.
Größere Strumen können so genannte „Kropfherzen“ bilden, das heißt, der Kropf entwickelt sich in Richtung Brustbein und sorgt so für eine spürbare Verengung der Luftröhre. Die Folgen sind pfeifende Atemgeräusche, Atemnot und Heiserkeit.
Andere Krankheitsbilder entstehen durch Knotenbildung. Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartiger Natur. Allerdings unterscheidet man kalte von heißen Knoten: Während heiße Knoten praktisch nie bösartig sind, stellen sich vereinzelte kalte Knoten bei guter Jodversorgung oft als Schilddrüsenkarzinome heraus.
Behandlung von Struma (Kropf)
Bei einer Schilddrüsenautonomie oder Erkrankungen wie Krebs oder Morbus Basedow kommt eine Radiojodtherapie zum Einsatz. Zur Behandlung der Struma nutzt dieses nuklearmedizinische Verfahren radioaktives Jod, welches in der Schilddrüse angereichert wird und dort überschüssig hormonproduzierende Gewebe vernichtet. Häufig wird in der 1 bis 3-jährigen Therapie eine Kombination aus beiden Behandlungsmöglichkeiten genutzt.
Bei groben Einschränkungen der Lebensqualität durch eine Struma oder den Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom, ist der operative Eingriff die effektivste Behandlungsmethode. Die gesamte Schilddrüse beziehungsweise jener Teil der Struma, der zu viele Hormone produziert, wird durch einen Schnitt entfernt. Die Operation ist somit auch eine schnelle Therapie zur Behandlung einer Überfunktion, da die verbliebenen Hormone im Blut zügig vom Organismus abgebaut werden.
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Hier Informieren:
Vorbeugung von Struma (Kropf)
Eine Vorbeugung von Strumen kann vor allem durch eine grundlegende Jodversorgung gewährleistet werden. In vielen Ländern wurde zu diesem Zweck insbesondere das Speisesalz mit Jod angereichert, wodurch vor allem bei Kindern und Jugendlichen bereits ein deutlicher Rückgang an Strumabildungen verzeichnet werden konnte.
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