Strukturelle Körpertherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Die Strukturelle Körpertherapie (SKT) gehört zu den ganzheitlichen Körpertherapiemethoden, die sich besonders eignen, um psychosomatische Beschwerden zu behandeln. Körper und Seele werden dabei als Einheit betrachtet und die Wechselwirkungen in der therapeutischen Arbeit berücksichtigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Strukturelle Körpertherapie?

Als Strukturelle Körpertherapie wird eine Körper-Psychotherapie-Methode bezeichnet, bei der durch tiefgehende Bindegewebsmassagen eine bessere Aufrichtung des Körpers erreicht werden soll, die auch zu einer Verbesserung der psychischen Verfassung führt.

Die Körperpsychotherapie weiß seit langem um die Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele und die Auswirkungen der Schwerkraft und nutzt dieses Wissen für die Heilung. Durch ganzheitliche Techniken werden angestaute Emotionen und Traumata im Körper aufgelöst, die häufig zu Krankheiten führen. Die Strukturelle Körpertherapie hat ihren Ursprung in der Methode "Rolfing" von Dr. Ida Pauline Rolf (1896 - 1979).

Sie war eine amerikanische Biochemikerin und entdeckte im Laufe ihrer Forschungen Zusammenhänge zwischen chronischen Krankheiten und der Körperstruktur/Körperhaltung. Aus diesen Erkenntnissen entwickelte ihre Methode, das Rolfing, bei dem in 10 Schritten die tiefen Bindegewebsstrukturen des Körpers verändert werden und eine positive psychische Veränderung einleiten.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Strukturelle Körpertherapie eignet sich für alle Menschen, die an mehr innerer und äußerer Lebendigkeit interessiert sind und im wahrsten Sinne des Wortes aufgerichtet werden wollen.

Besonders bietet sie sich auch für Menschen an, die ihren Körper als Werkzeug nutzen, wie z. B. Schauspieler, Tänzer, Musiker und Sportler, Manager und Politiker. Sie ist nicht symptomorientiert, hat aber positive Wirkungen bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen:

Die Strukturelle Körpertherapie (SKT) gehört zu den ganzheitlichen Körpertherapiemethoden, die sich besonders eignen, um psychosomatische Beschwerden zu behandeln.

Körperorientierte Methoden sehen Körper und Geist als eine untrennbare Einheit und Gefühle als fließende Energie, die normalerweise von allein fließt. Wenn aber dieser Fluss behindert wird, kommt es zu einer Stauung der Lebenskraft mit verschiedenen Auswirkungen auf das Körperbewusstsein und krankmachenden Folgen. Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Bindegewebe. Bei der Strukturellen Körpertherapie werden das Bindegewebe und die Muskelhäute (Faszien) mobilisiert und verändert.

Durch die Faszien wird die Muskelkraft im Körper übertragen. Wenn das muskuläre Bindegewebe elastisch und geschmeidig ist, verbessert sich die Körperwahrnehmung und Koordination. Bei Überlastung und Stress geht die Elastizität der Muskulatur verloren, der Körper schmerzt und wird unbeweglich. Die zahlreichen Verformungen im Leben hinterlassen Spuren im Gewebe. In verklebten Faszien- und Bindegewebsschichten spiegeln sich chronischer Stress, Bandscheibenschäden, rheumatische Erkrankungen und Arthrosen. Hier setzt die Strukturelle Körpertherapie an, wirkt diesen blockierenden Kräften entgegen und bringt den Körper durch eine Aufrichtung wieder in Harmonie und Gleichgewicht.

In 10 aufeinanderfolgenden Sitzungen versucht der Therapeut mit dem Klienten zusammen, ein neues Körpergleichgewicht herzustellen, in dem er chronisch verkürzte Muskeln und verklebtes Bindegewebe wieder löst. Durch achtsames Entgegenwirken bei vegetativen Stresssymptomen erfolgt eine behutsame Befreiung von Haltungseinschränkungen und negativen Gedankenmustern. Die Strukturelle Körpertherapie ist aber nicht nur für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen geeignet, sondern auch für gesunde, die mehr innere Beweglichkeit und Lebensfreude empfinden möchten.

Die Therapie besteht aus 10 einzelnen Sitzungen, die systematisch aufeinander abgestimmt sind. Je nach Verlauf der Therapie können die 10 Basissitzungen um weitere 1 bis 5 Sitzungen aufgestockt werden. Die Kosten für eine Sitzung betragen ca. 90 € für 1,5 Stunden, die kompletten Kosten für 10 Sitzungen ca. 795 €. In jeder der Einzelsitzungen findet zunächst ein persönliches Gespräch statt, anschließend eine visuelle Untersuchung der Körperstrukturen im Gehen und Stehen. Während der Behandlung, die meistens im Liegen erfolgt, werden durch sensiblen und gezielten Druck die Faszien gelöst.

Körpertherapiemethoden gewinnen immer mehr an Bedeutung, weil sie anders als die symptomorientierte Schulmedizin die verschiedenen Wirkungen unseres Lebens auf Körper und Seele besser berücksichtigen und dort mit der Behandlung ansetzen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Für die meisten Körpertherapien gibt es noch keine fundierten wissenschaftlichen Beweise, sie werden aber häufig von den Krankenkassen übernommen. Die meisten Körpertherapiemethoden können auf jahrzehntelange positive Erfahrungen bei ihren Klienten zurückblicken.

In der heutigen Zeit unser hochtechnisierten Medizin wird dem Menschen zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt, deshalb fühlen sich viele zu alternativen Therapien hingezogen, die den Menschen ganzheitlich betrachten und sich Zeit nehmen. Körpertherapien sind grundsätzlich als positiv anzusehen, sie sollten aber bei ernsthaften Beschwerden keinen Arztbesuch ersetzen. Bei Beschwerden sollte lieber erst ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen herauszufinden, bevor eine Körpertherapie in Erwägung gezogen wird. Auch wenn eine strukturelle Körpertherapie keinen ausreichenden Erfolg bringt, sollte lieber ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen der Beschwerden herauszufinden und sinnvoll zu behandeln.

Ein weiteres Risiko ist, dass der Begriff Körpertherapie nicht geschützt ist und als Selbsterfahrungsmethode keiner Ausübungsbeschränkung unterliegt. Wenn Körpertherapien zur Heilung und Linderung von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt werden sollen, dürfen sie aber nur von Ärzten, Heilpraktikern, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten ausgeübt werden. Wer nicht das Risiko von unzureichend ausgebildeten Therapeuten eingehen möchte, sollte sich vor einer Behandlung über die Ausbildung des Therapeuten informieren.

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Quellen

  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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