Strahlend weiße Zähne: Wann ist Bleaching sinnvoll

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Mai 2017
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Ein strahlend weißes Lächeln ist längst zum Statussymbol in unserer modernen Gesellschaft geworden, es steht für Jugendlichkeit, Gesundheit, Attraktivität. Doch der Zahn der Zeit hinterlässt Spuren auf unserem Gebiss, meist in Form von gelblichen Verfärbungen oder bräunlichen Flecken. Die Zähne altern, tragen die Zeichen unserer Ernährung oder anderer Einflüsse, verlieren ihre weiße Farbe, werden matt und stumpf. Ein professionelles Bleaching kann Abhilfe schaffen.

Inhaltsverzeichnis

Warum sich unsere Zähne dunkel färben

Unsere Zähne sind täglich großen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen unsere Nahrung zerkleinern, dem hohen Kaudruck des Kiefers standhalten, unsere schlechten Ernährungsgewohnheiten verkraften. In der Regel leidet die Optik an dieser Stelle zuerst – die meisten Lebensmittel enthalten eine ganze Palette von Farbstoffen, die sich nach und nach am Zahn ablagern und diesen verfärben.

Eine besonders stark färbende Wirkung haben Lebensmittel wie Kaffee, schwarzer Tee oder auch Eistee. Doch auch viele Früchte enthalten färbende Substanzen, so zum Beispiel Heidelbeeren oder Brombeeren. Selbiges gilt für diverse Gewürze, besonders Curry hinterlässt auf den Zähnen gelbliche Spuren.

Die Farbstoffe können sich nach und nach auf dem Zahn ablagern und diesen mit einem Film überziehen oder auch durch feinste Risse im Zahnschmelz in den Zahn selber eindringen und diesen dunkler erscheinen lassen. Eine optisch verheerende Wirkung hat zudem das Nikotin. Raucher haben nicht nur insgesamt gelblichere Zähne, sondern oftmals zudem, bedingt durch den Zigarettenqualm, schwarz-bräunliche Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen oder an der Hinterseite der Zähne.

Doch nicht immer sind Lebens- oder Genussmittel die hauptsächliche Ursache für Zahnverfärbungen. Denn auch Mundwasser hinterlässt Spuren auf dem Zähnen, insbesondere Inhaltstoffe wie Zinnfluorid oder Chlorhexidin sind nicht selten für dunkelbraune bis schwarze Ränder oder Flecken auf den Zähnen verantwortlich.

Zudem leisten diverse Medikamente ihren Beitrag zum Erscheinungsbild der Zähne – und beeinflussen dieses oftmals negativ. Insbesondere Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline sorgen für gelbliche bis gräuliche Verfärbungen.

Professionelle Zahnreinigung oder Zahnbleaching?

Je nach Art und Intensität der Verfärbung kann ein Bleaching Abhilfe schaffen, manchmal genügt jedoch auch eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis. Die Verfahren sind hierbei grundlegend verschieden. Beim Bleaching findet eine sogenannte Oxidationsbleiche statt, zum Einsatz kommen hierbei entweder diverse Chlorverbindungen oder auch Wasserstoff-Peroxid.

Beim Bleichen selbst kommt es zur Freisetzung von Sauerstoff, welcher im Laufe des Oxidationsprozesses die eingelagerten Farbstoffe im Zahn zerstört. Die Zähne sind anschließend heller. Diese Form der Aufhellung ist jedoch zeitlich terminiert – bei guter Pflege hält der Effekt etwa zwei bis drei Jahre.

Anders bei der professionellen Zahnreinigung: Hier kommen keine chemischen Reaktionen, sondern ausschließlich manuelle Kräfte zum Einsatz. Mit Hilfe eines Sandstrahls und speziellen Poliergeräten werden die Zähne von Zahnstein, Belägen und Verfärbungen oberflächlicher Art gereinigt und anschließend poliert.

Anders als das Bleaching erzielt die professionelle Zahnreinigung keinen rein kosmetischen Effekt, sondern dient ebenfalls der medizinischen Prophylaxe – das Entfernen von Plaque an schwer zugänglichen Stellen bewahrt den Patienten nicht nur vor kariösen Defekten, sondern schützt zudem das Zahnfleisch vor Entzündungen.

Um nun zu entscheiden, ob eine professionelle Zahnreinigung ausreicht, oder doch besser ein Bleaching vorgenommen werden sollte, muss zunächst die Art der Verfärbung ermittelt werden. Unterschieden wird in der Zahnmedizin zwischen inneren und äußeren Verfärbungen.

Innere Farbveränderungen des Zahns können beispielsweise durch die Einnahme bestimmter Medikamente in der Kindheit, aber auch durch Unfälle mit einem Zahntrauma oder auch feinste Schmelzrisse, durch welche Farbstoffe ins Zahninnere vordringen können, ausgelöst werden. Diese Art der Verfärbung kann ausschließlich mittels eines Bleachings behandelt werden.

Die hier verwendeten hochkonzentrierten Bleichmittel können den Zahn auch in tieferen Schichten aufhellen und somit zu einer optischen Verbesserung beitragen. Bei äußeren Verfärbungen spielt die Intensität eine große Rolle. Sind die Verfärbungen oberflächlicher Art und durch den Genuss stark färbender Lebensmittel oder eine vorübergehend nachlässige Putztechnik bedingt, können diese problemlos im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung entfernt werden.

Sind die Zähne allerdings über einen sehr langen Zeitraum intensiv färbenden Substanzen ausgesetzt gewesen, ohne dass diese rechtzeitig entfernt wurden, ist hierbei eine Zahnreinigung selbst aussichtslos. In diesem Fall kann nur ein Bleaching zur Aufhellung der verfärbten Stellen führen.

Methoden des Zähnebleichens

Ein Bleaching lässt sich auf vielerlei Arten durchführen – zu Hause (Home Bleaching) oder in der Zahnarztpraxis (Office Bleaching). Bei beiden Varianten müssen zuvor die Zähne gründlich gereinigt werden, damit beim Bleichen keine Flecken entstehen können. Befinden sich bereits Füllungen in den Zähnen, können diese vor oder nach dem Bleaching farblich angepasst werden, insbesondere im Frontbereich.

Bei einem Bleaching in der Zahnarztpraxis muss der Patient heutzutage in der Regel nur noch eine längere Sitzung einplanen. In dieser trägt der Zahnarzt ein hochkonzentriertes Aufhellungsmittel auf die Zähne auf und aktiviert dieses mit UV-Licht oder einem Soft-Laser. Hierbei entsteht Sauerstoff, der in einer chemischen Reaktion die Farbmoleküle auf der Zahnoberfläche aufsprengt.

Eine weitere etablierte Bleaching-Methode ist das Home Bleaching. Es wird zwar vom Zahnarzt angeleitet, jedoch vom Patient selber zu Hause durchgeführt. Nach einer Unterweisung durch den behandelnden Arzt sowie der Anfertigung eines passgenauen Schienensystems bekommt der Patient alle erforderlichen Materialen. Zu Hause muss er nun täglich die Schienen mit Bleichgel befüllen und diese an Ober- und Unterkiefer für eine gewisse Zeit tragen.

In der Regel wird diese Bleaching-Methode etwa zwei bis drei Wochen angewendet. Vielen Patienten stellt sich zudem die Frage, ob auch wurzelbehandelte, also „tote“, Zähne gebleicht werden können. Denn bei einer Wurzelkanalbehandlung kommt es schnell zu Einblutungen in den Zähnen, diese sorgen oftmals für eine gräuliche Färbung.

Wurzelbehandelte Zähne können nur im Rahmen des Office Bleaching gebleicht werden. Hierzu öffnet der Zahnarzt den jeweiligen Zahn und führt nun das Bleaching-Gel ein, der Zahn wird also sozusagen von innen gebleicht.

Nebenwirkungen, auf die Sie achten sollten

Wie die meisten kosmetischen Behandlungen birgt auch das Bleaching gewisse Risiken. Während der Behandlung kann es zu Zahnfleischreizungen kommen, insbesondere beim Home Bleaching, da der Patient hier das Zahnfleisch nicht dermaßen optimal schützen kann, wie dies in der Zahnarztpraxis möglich ist.

Eine der häufigsten Nebenwirkungen ist eine im Anschluss an die Behandlung auftretende Überempfindlichkeit der Zähne und Zahnhälse, diese klingt in der Regel nach einigen Stunden bis Tagen wieder ab. Bei unsachgemäßem oder sehr häufigem Gebrauch des Bleaching-Gels können an der Schmelzoberfläche strukturelle Veränderungen in Form von Demineralisierungen auftreten.

Es handelt sich hierbei um sogenannte „White Spots“, kreide-weiße Flecken, die mit der Zeit aber wieder verschwinden können. Um die Zähne nicht zu sehr zu belasten, sollten Bleaching-Produkte daher nicht öfter als einmal pro Jahr angewendet werden. Eine neue Studie der Ohio State University will zudem herausgefunden haben, dass nach regelmäßiger Anwendung bestimmter Bleachinggels der Zahnschmelz an Härte verlieren kann und somit brüchiger und anfälliger für Karies wird.

Ein Bleaching sollte deshalb immer unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden. Besonders wichtig ist es hierbei, sein Gebiss vor der ersten Anwendung eines Bleaching-Produktes durch den Zahnarzt gründlich auf Karies, Schmelzrisse oder undichte Füllungen überprüfen zu lassen. Befindet sich eine unentdeckte, tiefe Karies in einem Zahn, kann das Bleichmittel in diesen gelangen und dabei den Nerv schwer schädigen. Dies führt meist nicht nur zu unerträglichen Schmerzen, sondern kann auch schlimmsten Falls mit dem Verlust des Zahnes einhergehen.

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Natürlich Methoden, um ein Verfärben der Zähne vorzubeugen

Einige potentielle Zahnverfärber lassen sich im Alltag und bei einer ausgewogenen Ernährung meist kaum umgehen. Dennoch kann jeder viel für das strahlende Weiß seiner Zähne tun. An erster Stelle steht natürlich das regelmäßige und gründliche Putzen, idealerweise nach jedem Essen oder jedem stark färbenden Getränk wie Kaffee oder Rotwein.

Um die Zwischenräume vor Verfärbungen zu schützen, sollte mindestens einmal täglich Zahnseide verwendet werden. Für ernährungsbedingte Ablagerungen auf den Zähnen empfiehlt sich zudem ein bis zwei Mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.

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