Stess in der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017Geprüfte Qualität
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Stress, der in gewissen Maßen in den Vordergrund tritt, schadet definitiv nicht. Aber großer Stress in der Schwangerschaft und starke mütterliche Ängste können sich sehr wohl negativ auf das Kind und dessen Entwicklung auswirken. Ein geringes Geburtsgewicht oder auch eine Fehlgeburt sind möglich. Mitunter sind auch kindliche Spätfolgen wie Asthma und Depressionen möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Stress für die Entwicklung des Kindes?

Wenn ein Kind im Mutterleib heranwächst, nehmen viele Faktoren Einfluss auf dessen Entwicklung. In dieser Zeit, die etwa 40 Wochen beträgt, bilden sich der Kopf, die Arme, Beine und der Rumpf; auch alle wichtigen Organe wie das Herz, das Gehirn und die Nieren werden gebildet. Die Entwicklung des Kindes beziehungsweise des Erbguts ist koordiniert und auch geleitet.

Das Ungeborene wird von der Mutter mit allen notwendigen Stoffen wie Nährstoffen, Antikörper und Hormone versorgt. Die kindliche Entwicklung wird auch vom Stress beeinflusst, dem die werdende Mutter ausgesetzt ist. Daher darf der Faktor Stress in der Schwangerschaft keinesfalls unterschätzt werden.

Ein bisschen Aufregung schadet nicht

Jeder Mensch kennt Stress und ist diesem - manchmal mehr, manchmal weniger - ausgesetzt. Ob es hohe Anforderungen im Berufsleben sind, ständiger Zeitmangel, Auseinandersetzungen mit dem Partner, der Familie oder auch existenzielle Sorgen sind, die alltägliche Hektik oder auch ständig einwirkender Lärm - am Ende hat der Stress viele Gesichter.

Dass Schwangere nicht 40 Wochen lang vermeiden können, liegt auf der Hand. Vor allem der Alltagsstress gehört bereits zum „normalen Leben“. Kein Wunder, dass sich Frauen sorgen, wenn sie unter Stress stehen und wissen, dass sie schwanger sind. Schlussendlich haben sie Angst, dass der Stress negative Einflüsse auf das Ungeborene haben könnte.

Gerät der Körper in eine Stresssituation, beginnt er Stresshormone wie Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin sowie auch Vorstufen von Cortisol auszuschütten. In weiterer Folge erhöht sich die Herzfrequenz; auch der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller und die Muskulatur beginnt sich anzuspannen. Als Folge des Stresses kann mitunter auch die Verdauungstätigkeit herabgesetzt werden.

Das Kind spürt die Veränderungen der Mutter. So beschleunigt auch der kindliche Herzschlag. Doch leichter Stress ist keinesfalls schädlich. Forscher haben bereits Erkenntnisse dahingehend gemacht, dass leichter Stress und die damit verbundene Erhöhung des Herzschlags dazu führen, dass das Kind gefördert wird. Die körperliche Reifung, die geistigen Fähigkeiten und die Motorik bessern sich, wenn das Kind den leichten Stress der Mutter wahrnimmt und darauf reagiert.

Wenn der Stress Überhand nimmt

Trotzdem ist es wichtig, dass die werdende Mutter nicht ständig in Stresssituationen ausgesetzt ist. Denn ist der Stress zu stark, kann das Kind durchaus in seiner Entwicklung beeinflusst werden und das Risiko schwerer kindlicher Störungen erhöht werden. Dies kann zu Frühgeburten, neurologische sowie emotionale Entwicklungsstörungen führen oder ein zu geringes Geburtsgewicht herbeiführen.

Aber auch ADHS, schlechte geistige Fähigkeiten und auch körperliche Beschwerden - wie etwa Übergewicht oder Asthma - sind keine Seltenheit, wenn die Frau während der Schwangerschaft dauerhaft unter Stress gestanden ist. Doch das bedeutet nicht, dass werdende Mütter, die unter Stress stehen, automatisch ihrem Kind schaden beziehungsweise das Kind in seiner Entwicklung beeinträchtigt wird.

Es gibt sehr wohl zahlreiche Fälle, in denen die werdenden Mütter ständig unter Stress standen, am Ende jedoch gesunde Kinder zur Welt brachten. Folgende Belastungen und psychische Erkrankungen können in weiterer Folge Schäden verursachen, wobei das von Fall zu Fall abhängig ist: Ängste (auch schwangerschaftsspezifische Ängste), Depressionen, problematische Lebensumstände (Probleme in der Beziehung, körperliche oder seelische Gewalt), Trauerfälle oder auch andere traumatische Erlebnisse (Terroranschläge, Überfälle, Naturkatastrophen).

Bemerkt die werdende Mutter, dass Stress und Ängste durch die Schwangerschaft intensiviert werden, sollte sie einen Therapeuten aufsuchen oder zumindest mit ihrem behandelnden Arzt Rücksprache halten.

Psychopharmaka in der Schwangerschaft

Leiden Frauen unter psychiatrischen Erkrankungen (bipolarer Störung, Schizophrenie, Angst- oder auch Zwangsstörungen), müssen auch während der Schwangerschaft medikamentöse Therapien und Behandlungen fortgesetzt werden. Wichtig ist, dass derartige Therapien oder Dosierungen reduziert, jedoch nicht abrupt abgesetzt werden, sofern der Arzt dies befürwortet.

Bislang gibt es nachweislich nur wenige Psychopharmaka, welche „fruchtschädigen“ sind. Wichtig ist, dass daher auch hier mit dem Mediziner Rücksprache gehalten wird, welche Medikamente eingenommen werden dürfen beziehungsweise ob es mitunter auch andere Möglichkeiten gibt, die Probleme - während der Schwangerschaft - in den Griff zu bekommen, ohne Medikamente einnehmen zu müssen. Selbstversuche oder Veränderungen der Dosierung sind, ohne Rücksprache mit dem Arzt, dringend zu unterlassen.

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Kleine Auszeiten sind wichtig

Stress in der Schwangerschaft muss nicht, kann aber schon einmal auftreten. Wichtig ist, dass man auch lernt, seinem Vorgesetzten oder Partner mit einem „Nein“ zu konfrontieren und mitunter auch erkennt, welche Faktoren zu Stress führen. Wichtig ist, dass während der Schwangerschaft auch die Zeichen des Körpers erkannt werden.

Bei Müdigkeit ist es ratsam, Ruhe zu suchen. Sollte der gefühlte Stress Überhand nehmen, schadet es auch nicht, auch mal das Mobiltelefon abzuschalten und sich nur auf sich und sein Baby zu konzentrieren. Schließlich ist es wichtig für Mutter und Kind, dass beide die Zeit während der Schwangerschaft genießen können.

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