Steroidakne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Die Steroidakne ist eine Folge bestimmter Medikationen. Vor einer evtl. Medikamentenumstellung ist allerdings das Abwägen medizinischer Kosten und Nutzen sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Was is Steroidakne?

Die Steroidakne ist eine Form der Akne, also eine entzündliche Erkrankung, die unter anderem an den Haarfollikeln zu beobachten ist. Ihre Bezeichnung verdankt die Steroidakne der Tatsache, dass die Akneform in der Regel die Folge einer bestimmten Medikation ist.

Zwar wird die Bezeichnung der Steroidakne im Alltagsgebrauch gelegentlich auch verwendet für Akne, die einem Missbrauch von Steroiden (wie beispielsweise dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron) folgt; medizinisch ist dies allerdings nicht korrekt.

Steroidakne äußert sich meist durch das Auftreten roter Papeln (Knötchen der Haut). Seltener können sich auch sogenannte Papulopusteln ausbilden; hierbei handelt es sich um eitrige Papeln.

Besteht eine Steroidakne bereits seit einigen Monaten, so können sich im Rahmen der Erkrankung außerdem Mitesser bilden. Die durch die Steroidakne hervorgerufenen Hautveränderungen zeigen sich vor allem an Schulter und Rücken.

Ursachen

Eine Steroidakne kann sowohl von Medikamenten ausgehen, die lokal (beispielsweise in Form von Salben) angewendet werden als auch von solchen, die systemisch (beispielsweise in Form von Tabletten; also mit Wirkung auf den gesamten Organismus) eingesetzt werden.

Allerdings tritt eine durch lokale Medikamentengabe verursachte Steroidakne vergleichsweise selten auf. Zu den Medikamenten, die eine Steroidakne hervorrufen können, zählen zunächst Glukokortikoide (auch als Kortison bezeichnet).

Eingesetzt werden Letztere unter anderem zur Behandlung von Asthma oder Autoimmunerkrankungen; auch bei Organtransplantationen kommen gelegentlich Glukokortikoide zum Einsatz. Neben Kortison können unter anderem auch verschiedene Antibiotika oder Schlafmittel zur Steroidakne führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert werden kann eine Steroidakne aufgrund vorliegender Symptome und eines Patientengesprächs: Sind bei einem Patienten typische Symptome (wie Papeln) einer Akneform vorhanden und erweist es sich, dass der Patient gegenwärtig mit Medikamenten behandelt wird, die eine Steroidakne verursachen können, wird meist die entsprechende Diagnose gestellt.

Der Verlauf einer Steroidakne hängt unter anderem zusammen mit dem jeweiligen Patienten und mit den Behandlungsmaßnahmen, die ergriffen werden. Ist ein Absetzen der Medikamente möglich, die vermutlich die Steroidakne ausgelöst haben, klingt die Erkrankung häufig nach einigen Wochen selbstständig wieder ab. Langfristige Folgen einer Steroidakne können Narben sein, die an den Hautstellen entstehen, die von Hautveränderungen befallen waren.

Komplikationen

Bei der Steroidakne leiden die Betroffenen an den gewöhnlichen Beschwerden einer Akne. In der Regel kommt es dabei zur Ausbildung von Pickeln oder Mitesser. Diese Beschwerden können dabei vor allem im Gesicht oder an anderen sichtbaren Stellen sehr unangenehm sein und sich sehr negativ auf die Lebensqualität und Ästhetik des Betroffenen auswirken.

Die meisten Patienten fühlen sich mit den Beschwerden unwohl und leiden dabei an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl. Auch Mobbing oder Hänseleien können dabei auftreten. Ebenso kann die Steroidakne zu Pusteln oder Papeln führen. Sollte die Steroidakne über einen längeren Zeitraum auftreten, so kann es dabei auch zu Narben im Gesicht kommen.

Diese können in vielen Fällen nicht mehr direkt behandelt werden und verbleiben damit im Gesicht. Bei der Behandlung der Steroidakne muss zuerst der auslösende Stoff abgesetzt werden. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden dann wieder von alleine. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Nur in seltenen Fällen ist die Behandlung mit Salben oder Cremes notwendig. Die Steroidakne wirkt sich nicht negativ auf die Lebenserwartung des Patienten aus.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Steroidakne hängt zunächst zusammen mit Faktoren wie der Schwere auftretender Symptome und der Ursache entsprechender Hautveränderungen. Insofern dies möglich ist, besteht ein Therapieschritt erster Wahl darin, die medikamentöse Behandlung zu stoppen (oder zumindest einzuschränken), die zu einer Steroidakne geführt hat.

Vor diesem Schritt ist allerdings ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt notwendig; die Vor- und Nachteile der Reduktion einer bisherigen Medikamentengabe müssen gegeneinander abgewogen werden, um eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können. Nicht in allen Fällen führt eine medikamentöse Umstellung allerdings zu einer spontanen Heilung der Steroidakne.

In Fällen, in denen eine Medikamentenumstellung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, oder in denen eine durchgeführte Medikamentenumstellung nicht den erwünschten Erfolg brachte, erfolgt dann häufig eine symptomatische Behandlung der Steroidakne. Ein mögliches Verfahren der symptomatischen Therapie der Steroidakne ist die sogenannte Dermabrasion; hierbei werden Hautschichten der veränderten Hautpartien mithilfe eines medizinischen Schleifkopfes abgetragen.

Die Hauterscheinungen einer Steroidakne können außerdem bekämpft werden durch ein lokales Auftragen sogenannter Retinoide (chemischer Substanzen). Zu den operativen Verfahren einer Behandlung von Steroidakne zählt beispielsweise die Kryochirurgie: Im Rahmen dieses Verfahren wird unter Anwendung sehr starker Kälte verändertes Hautgewebe chirurgisch entfernt. Bei der sogenannten Kauterisation kann verändertes Hautgewebe der Steroidakne außerdem beispielsweise unter Anwendung starker Hitze oder chemischer Mittel operativ entfernt werden.

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Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich einer Steroidakne beispielsweise, indem riskante Medikamente (sofern medizinisch sinnvoll) reduziert oder durch alternative Medikamente ersetzt werden. Ist eine solche Maßnahme medizinisch nicht zu vertreten und ist bereits eine Steroidakne aufgetreten, so können Methoden der symptomatischen Behandlung der Steroidakne angewendet werden, um eine Symptomverschlechterung zu vermeiden.

Bücher über Akne & Pickel

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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