Sterilisation (Empfängnisverhütung)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Es existieren viele Möglichkeiten, eine ungewollte Schwangerschaft vorzubeugen. Allerdings sind nicht alle denkbaren Varianten gleich wirksam bzw. nicht ungefährlich. Eine Form der Empfängnisverhütung stellt die Sterilisation dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Sterilisation?

Eine sinnvolle Methode, sicher und dauerhaft eine Schwangerschaft vorzubeugen, ist die Sterilisation, die sowohl für den Mann als auch für die Frau in Betracht kommt.

Unterschieden wird die gänzlich dauerhafte und nicht umkehrbare Sterilisation durch Zerschneiden der Samen- bzw. Eierleiter sowie das später wieder aufhebbare Abklemmen.

Es gibt diverse Gründe, weshalb sich Einzelne zu einer Sterilisation entschließen, um keinen Nachwuchs zu bekommen. Dies können einerseits vererbbare Krankheiten oder aber beispielsweise auch nur der fehlende Wunsch nach Kindern sein.

Funktion, Wirkung & Ziele

Ziel der Sterilisation ist die Unfruchtbarmachung, wobei sie nicht nur beim Mann, sondern auch bei Frauen zur Anwendung kommen kann. In beiden Fällen wird zwar bezweckt und erreicht, dass der Betroffene keine Kinder mehr zeugen bzw. mehr empfangen kann.

Nichtsdestotrotz blieben alle anderen Funktionen des Organismus dieselben; insbesondere führt eine Sterilisation zu keinen Einschränkungen der Libido. Die Sterilisation zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden. Der Pearl Index liegt bei der Sterilisation von Männern bei 0,1, bei Frauen zwischen 0,1 bis 0,3. Mit dem Pearl Index wird angegeben, wie viele fruchtbare Frauen trotz des zu beurteilenden Verhütungsmittels schwanger geworden sind.

Je geringer der Pearl Index, desto sicherer die Methode. Nicht zuletzt wegen der Sicherheit der Methode sowie der weitgehenden Nebenwirkungsfreiheit wird die Sterilisation von Ärzten häufig empfohlen. Allein in Deutschland sind zwei Prozent aller Männer im zeugungsfähigen Alter sterilisiert, während die Quote der Sterilisationen bei fortpflanzungsfähigen Frauen sogar bei acht Prozent liegt.

Der Verlauf der Sterilisation bei männlichen Patienten weicht selbstredend von der der weiblichen Patienten ab. Bei Männern ist eine Narkose grundsätzlich nicht erforderlich; diese kommt vielmehr nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten zur Anwendung. Anschließend werden über eine minimale Öffnung am Hoden die notwendigen Instrumente eingeführt. Dort werden die Samenleiter entweder dauerhaft durchtrennt oder mit einer "Klammer" abgeklemmt. Der Vorteil der Klammer ist, dass die Sterilisation durch die nachträgliche Entfernung der Klammer wieder rückgängig gemacht werden kann, während dies beim Durchschneiden der Samenleiter prinzipiell nicht mehr möglich ist.

Eine sinnvolle Methode, sicher und dauerhaft eine Schwangerschaft vorzubeugen, ist die Sterilisation, die sowohl für den Mann als auch für die Frau in Betracht kommt. Abbildung Sterilisation beim Mann.

Die Folge beider Varianten ist aber dieselbe: Dadurch, dass die Samenleiter abgeschnitten bzw. durchschnitten sind, können keine Samen mehr in das Ejakulat gelangen. Das heißt, durch sein spermienloses Ejakulat kann der Mann beim Geschlechtsakt keine Kinder mehr zeugen. Um dies zweifelsfrei zu gewährleisten, wird der Patient wenige Tage nach dem Eingriff gebeten, zwecks einer Kontrolluntersuchung Ejakulatproben beim behandelnden Arzt abzugeben, um festzustellen, ob die Unterbindung der Samenleiter auch wirklich geglückt ist.

Bei Frauen erfolgt die Sterilisation grundsätzlich unter Vollnarkose. Danach werden über eine Öffnung in der Bauchdecke der Patientin die Instrumente eingeführt, um so die Eileiter zu erreichen. Dort angekommen stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl: Entweder der Arzt klemmt die Eierleiter ab oder er verödet sie. Bezweckt wird dasselbe wie bei der männlichen Sterilisation: Dadurch, dass die Leiter abgeklemmt bzw. verödet werden, können keine Eier mehr in die Gebärmutter gelangen, um dort befruchtet werden zu können.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Sterilisation ist gleich in zweierlei Hinsicht sicher: sowohl bezüglich ihres wirksamen Schutzes vor einer ungewünschten Schwangerschaft als auch hinsichtlich ihrer eventuellen Nebenwirkungen. Es sind nämlich keine zu erwarten.

Bei der männlichen Sterilisation können allenfalls geringe Schmerzen bei Abklemmen bzw. Durchschneiden der Samenleiter entstehen, die sich laut Aussagen von Betroffenen im Rahmen halten sollen. Weibliche Patienten spüren wegen der obligatorischen Vollnarkose grundsätzlich nichts. Ferner gilt, dass der Eingriff, sowohl bei der Frau als auch beim Mann, keinerlei Auswirkungen auf das Sexualleben hat.

Beispielsweise ist es dem Ejakulat des Mannes mit bloßem Auge nicht anzumerken, dass es keine Spermien enthält. Insbesondere wirkt eine Sterilisation sich nicht auf die Libido aus. Auch bei Frauen ändert die Sterilisation nichts. Vielmehr bekommen sie weiterhin regelmäßig ihren Eisprung, sodass es insoweit zu keinen Folgeerscheinungen der Sterilisation kommen kann.

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Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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