Stellatumblockade

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. November 2016
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Die Stellatumblockade ist eine gezielt lokal angewendete Leitungsanästhesie im Bereich des Ganglion Stellatum zur Lösung von Gefäßspasmen in Form von arteriovenösen Krämpfen.

Dabei werden die betreffenden Blutgefäße sympathisch innerviert und es kommt zu einer Vasodilatation innerhalb des gesamten Gebietes. Das heißt, die Blutgefäße erweitern sich, entkrampfen, es erfolgt eine Verminderung der Schweißsekretion und bei erfolgreicher Behandlung zeigt sich das sogenannte Horner-Syndrom.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Stellatumblockade?

Das Ganglion Stellatum, (aus dem lateinischen stellatum = sternenförmig) ist ein sternenförmiger Nervenstrang des Halses. Dieses Ganglion sorgt für die Regulierung des vegetativen Nervensystems.

Bei der Stellatumblockade wird an diesem Nervenstrang ein Betäubungsmittel eingespritzt mit dem Ziel, den betreffenden Patienten möglichst von seinen Schmerzen zu befreien. An gleicher Stelle ist auch eine ganglionäre Opioidanalgesie möglich. Damit ist sowohl eine kurzfristige als auch eine langfristige Schmerzlinderung möglich.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Stellatumblockade kann bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen und Verletzungen zum Einsatz kommen, die mit starken Schmerzen im Kopf- und Halsbereich einhergehen. Dazu gehören Migräne, einseitige Kopfschmerzen, Schleudertrauma, Schädel-Hirn-Trauma, Trigeminusneuralgie oder durch Herpes Zoster hervorgerufene Gesichtsrose, die bei manchen Patienten ebenfalls mit länger andauernden starken Schmerzen verbunden sein kann.

Weitere Anwendungsgebiete ergeben sich bei der als „Frozen Shoulder“ bekannte Periarthritis des Schultergelenks, der Osteochondrose der Halswirbelsäule sowie beim Morbus Raynaud. Außerdem kann die Stellatumblockade bei dem nach Amputationen häufig auftretenden Phantomschmerz helfen. Da es sich beim Ganglion Stellatum um einen Nervenknoten handelt, von dem sternförmig Nervenstränge ausgehen, nutzt man die Blockade auch zur Diagnosestellung bei unklaren Schmerzzuständen.

Schmerz tritt meistens bei Gewebeschädigungen auf oder bei den verschiedensten Erkrankungen. Manchmal ist jedoch keine Ursache zu erkennen. Die Schmerzen können eine unterschiedliche Intensität aufweisen von leicht bis stark oder unerträglich ist alles möglich. Die Qualität der Schmerzen kann mit stechend oder dumpf beschrieben werden und manchmal entwickelt sich auch ein chronisches Schmerzsyndrom. In der modernen Medizin setzt man auf eine gute Schmerztherapie, durch Medikamente, Akupunktur, Autogenes Training und Psychotherapie oder Physiotherapie. Manchmal werden Psychotherapie und Medikamente zusammen eingesetzt. Erst wenn das alles nicht hilfreich ist, kommt nach einer ganzen Reihe von Untersuchungen die Stellatumblockade zum Einsatz.

Am Tag der Behandlung sollten die Patienten bis sechs Stunden vor der Stellatumblockade nur kleine und leichte Mahlzeiten und möglichst nur Tee oder Wasser zu sich genommen haben. Danach sind Essen, Trinken und Rauchen aus medizinischen Gründen verboten, denn sonst kann es vermehrt zu Komplikationen und Wechselwirkungen mit den eingesetzten Medikamenten kommen. Außerdem sollten möglichst keine Kosmetika mehr eingesetzt werden. Alle Piercings sowie Kontaktlinsen und herausnehmbare Zahnprothesen müssen vorher entfernt werden.

Meistens sind für ein optimales Ergebnis mehrere Einzelsitzungen notwendig. Diese werden, wenn möglich, unter ambulanten Bedingungen durchgeführt. Dabei wird zunächst ein venöser Zugang beim Patienten gelegt, um gegebenenfalls bei allergischen oder anderen negativen Reaktionen des Körpers ein Medikament verabreichen zu können. Danach wird ein Betäubungsmittel in den vorderen Halsbereich in der Nähe des Nervenknotens gespritzt. Das ist normalerweise nicht schmerzhafter, als jeder normale Einstich durch eine medizinische Kanüle.

Wenn eine ganglionäre Opioidanalgesie durchgeführt wird, spritzt man zusätzlich ein Opioid. Dieses kann jedoch als alleiniges Schmerzmittel gespritzt werden. Nach der Behandlung kommt es auf der Seite der Einspritzung im Bereich der Schulter und des Armes und der Gesichtshälfte zu einer Erwärmung. Manchmal bewirkt das eingespritzte Schmerzmittel auch ein Anschwellen der Nasenschleimhaut sowie eine verengte Pupille und ein herabhängendes Augenlid. Der Eingriff kann durch Ultraschall oder Röntgen begleitet werden, um zu kontrollieren, dass der richtige Bereich getroffen wird. Die vollständige Betäubung wird etwa nach einer Viertelstunde wirksam und hält einige Stunden an. Während der Sitzung kann gleichzeitig eine Elektrostimulation durchgeführt werden.




Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Natürlich birgt auch die Stellatumblockade gewisse Risiken in sich, wie jeder andere operative Eingriff auch. Am häufigsten können allergische Reaktionen jeden Schweregrades bis hin zum anaphylaktischen Schock, Blutergüsse sowie Blutungen oder Nachblutungen auftreten.

Seltener kommt es zu Entzündungen oder Abszessen durch eingekapselte Entzündungsherde. Abgestorbene Gewebestellen und Nervenreizungen lassen sich nicht ganz ausschließen, sind aber sehr selten, genau wie nachfolgende Infektionen oder Sepsis (Blutvergiftung). Die versehentliche Beschädigung eines Nervs kann zu Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen führen. Wird unbeabsichtigt eine Schlagader getroffen verstärkt sich unter Umständen die Wirkung oder verursacht weitere Komplikationen. Ein äußerst seltener Durchstich der Lunge kann die Atmung behindern, indem sich zwischen Brustwand und Lunge Luftansammlungen bilden.

Ebenso selten kann die Wirkung bis zum Rückenmark durchdringen. Manchmal treten ein Engegefühl im Hals, Heiserkeit oder Übelkeit und Erbrechen auf. Die Nebenwirkungen der Opioide können Müdigkeit, Hautjucken, Harnverhalt oder Verstopfung sein. Das sind einige Hauptrisiken, aber die exakte Beratung kann nur der behandelnde Arzt durchführen.

Nach einer ambulanten Stellatumblockade dürfen Patienten mindestens 24 Stunden kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Sie sollten sich von jemand abholen lassen und in der ersten Zeit möglichst nicht alleine sein. Die Einnahme jeglicher Arzneimittel muss vorher unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden, um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Bei Komplikationen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

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