Stechender Mäusedorn

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
Startseite » Heilpflanzen » Stechender Mäusedorn

Der Stechende Mäusedorn zählt zu den Heilpflanzen. Medizinisch lässt sich seine Wurzel verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Stechenden Mäusedorn

Beim Stechenden Mäusedorn (Ruscus aculeatus) handelt es sich um eine Pflanze, die zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) gehört. Das Gewächs ist auch unter den Namen Dornmyrte oder Stacheliger Mäusedorn bekannt. Im Jahr 2002 wurde der Stechende Mäusedorn zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Der Stechende Mäusedorn zählt zu den immergrünen Pflanzen. Er kann eine Wuchshöhe zwischen 20 und 80 Zentimetern erreichen. Mitunter wird er auch 90 Zentimeter groß. Die ledrigen Blätter der Pflanze sind mit einer stechenden Spitze ausgestattet. Sie haben eine Länge von zwei bis drei Millimetern. Beim Mäusedorn wird zwischen weiblichen und männlichen Exemplaren unterschieden. Seine Blütezeit findet in den Monaten März bis Mai statt. Aus den Blüten gehen rote Beeren, die die Form einer Kugel aufweisen, hervor. Sie gedeihen zwischen August und März und gelten als giftig.

Der Stechende Mäusedorn wächst in den Mittelmeerregionen von Südeuropa und erstreckt sich von Spanien bis in den Süden Russlands. Doch auch in Ungarn, Rumänien und England ist die Heilpflanze zu finden. In Deutschland kommt sie dagegen nicht vor. Am liebsten gedeiht der Mäusedorn an felsigen und trockenen Böden, Hängen und Gebüschen.

Wirkung & Anwendung

Zur medizinischen Anwendung wird die Wurzel des Stechenden Mäusedorns genutzt. Ihre Wirkstoffe sind hilfreich gegen zahlreiche Venenleiden. So sorgen sie für die Stärkung des venösen Stützgewebes, indem sie den Elastinabbau vermindern oder sogar anhalten. Darüber hinaus lassen sich die Muskelzellen der Venen durch die Einnahme von Ruscus-Extrakten stärken, wovon wiederum die Spannkraft der Venenwände gestärkt wird und eine Verengung der Blutgefäße einsetzt.

Auf diese Weise lässt sich wieder mehr Blut in Richtung Herz transportieren. Die Wirkstoffe des Mäusedorns verbessern zudem die Aktivitäten der Lymphgefäße. Wasser, welches sich in den Gefäßen anreichert, lässt sich dadurch besser abpumpen und weiterleiten. Darüber hinaus verfügen Ruscus-Extrakte über eine entzündungshemmende Wirkung, was sich in erster Linie auf entzündliche Ödeme auswirkt.

Im Jahr 2002 wurde der Stechende Mäusedorn zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Weiterhin werden dem Stechenden Mäusedorn antibiotische Effekte zugeschrieben. So ist die Heilpflanze in der Lage, das Wachstum unterschiedlicher Bakterienarten zu bremsen. Ebenso lässt sich der wässrige Extrakt des Mäusedorns gegen Pilze wie Candida albicans einsetzen. Wichtigste Wirkstoffe des Heilkrauts sind Steroidsaponine wie Ruscin, Ruscogenin und Ruscosid sowie Triterpene und Phytosterole. Eingenommen wird der Stechende Mäusedorn zumeist in Form von Fertigpräparaten.

Sie sind in Apotheken und Drogerien erhältlich und enthalten Bestandteile der Mäusedornwurzel. Die Arzneimittel verfügen über 7 bis 11 Milligramm Gesamtruscogenine, die sich positiv auf Beschwerden an den Venen auswirken. Um die Wurzelbestandteile für die Präparate verwenden zu können, kommt ein Trockenextrakt in Tabletten oder Kapseln zum Einsatz. Ebenso ist es möglich, den Mäusedorn als Tee einzunehmen. Dazu gibt der Patient einen Teelöffel der Wurzel in 250 Milliliter kaltes Wasser. Nach dem Aufkochen muss der Tee noch 5 bis 10 Minuten ziehen und wird dann zwei Mal pro Tag getrunken.

Die Behandlung nimmt meist mehrere Monate in Anspruch. Der Stachelige Mäusedorn kann aber auch äußerlich zur Anwendung kommen. Zu diesem Zweck wird eine Creme zubereitet, die sich aus Mäusedorn-Tinktur und einem Ölauszug zusammensetzt. Sie eignet sich zur Therapie von Hämorrhoiden, Besenreisern und Krampfadern. Die Beeren des Mäusedorns verwendeten die Menschen in früheren Zeiten als Abführmittel Aufgrund ihrer leichten Giftigkeit kommen sie jedoch in der Gegenwart nicht mehr zum Einsatz.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Als Heilpflanze wurde der Stechende Mäusedorn bereits in der Antike geschätzt. So diente er einst zur Behandlung von Blasensteinen, Nierenbeschwerden und Gelbsucht. Außerdem kam der Mäusedorn als schweiß- und harntreibendes Mittel zur Anwendung. Die Europäer setzten das Heilkraut auch ein, um mit ihm Bauchschmerzen und Verstopfung zu behandeln. Eine positive Wirkung bei Gelbsucht konnte von der modernen Medizin allerdings nicht bestätigt werden.

Anerkannt ist hingegen die positive Wirkung der Pflanze bei chronischer Venenschwäche, die mit schweren Beinen, Schmerzen, Wadenkrämpfen in der Nacht, Wasseransammlungen im Gewebe und Juckreiz einhergeht. So gilt der Mäusedorn mittlerweile sogar als Klassiker zur Behandlung von Venenleiden. Von der Kommission E wurde die Heilpflanze als entzündungshemmend, venentonisierend, harntreibend und kapillarabdichtend eingestuft.

Ein weiteres bewährtes Anwendungsgebiet ist die Behandlung von Hämorrhoiden, die unangenehmes Brennen und Juckreiz verursachen. Bis sich die ersten positiven Effekte durch den Einsatz des Stechenden Mäusedorns zeigen, vergehen in der Regel einige Wochen.

Ebenfalls hilfreich ist die Heilpflanze bei der Bekämpfung von entzündlichen Veränderungen an der Haut, die sich aufgrund von Venenleiden bilden. So lässt sich mit den Mäusedorn-Präparaten Hautinfektionen vorbeugen. Ein weiteres Einsatzgebiet des Stechenden Mäusedorns ist das prämenstruelle Syndrom. Es kommt bei Frauen vor und führt bei ihnen zu Schmerzen in der Brust, Spannungsgefühlen und Einlagerungen von Wasser.

Von der traditionellen Medizin wird der Mäusedorn schon seit langer Zeit zur Therapie von Menstruationsbeschwerden empfohlen. Als weiterer großer Vorteil des Mäusedorns gilt seine gute Magenverträglichkeit im Vergleich zum Rosskastanienextrakt. So dient er als wirksame Alternative für Menschen, bei denen es nach einer Behandlung mit Rosskastanie zu Magenproblemen und Übelkeit kommt.

Nebenwirkungen sind nach der Einnahme des Stechenden Mäusedorns nur selten zu beobachten. Dazu gehören in erster Linie Übelkeit und Magenbeschwerden. Schwangeren und stillenden Frauen wird der Verzicht auf Mäusedornpräparate empfohlen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Heilpflanzen

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: