Stechender Hohlzahn

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Wie Pflanzenfunde in der Nähe ausgegrabener Siedlungsreste beweisen, kannten schon die Menschen der prähistorischen Zeit den Stechenden Hohlzahn. Im Mittelalter schätzte die Volksmedizin die Pflanze als Naturheilmittel gegen Lungentuberkulose und wegen ihrer abschwellenden und wundheilenden Wirkung. Heute wird der Stechende Hohlzahn nicht mehr so sehr als Heilmittel, sondern eher als schmackhafte Gemüsepflanze geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Stechenden Hohlzahns

Der Stechende Hohlzahn (Galeopsis tetrahit) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wird auch Hanfnessel, Dorn-Hohlzahn und Gemeiner Hohlzahn oder Gewöhnlicher Hohlzahn genannt. Die Bezeichnung Galeopsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „einem Wiesel ähnelnd“. Eine andere Möglichkeit der Deutung besteht darin, die Bezeichnung auf Galium zurückzuführen, den lateinischen Namen für das Labkraut.

Der Namensbestandteil „Hohlzahn“ kommt wohl daher, dass die Menschen die zwei Ausbuchtungen an der Unterlippe der Blüte für Zähne hielten. Die einjährige krautige Pflanze hat einen vierkantigen Stängel mit eng anliegenden Härchen und starke Verdickungen an den Blattknoten. Sie wird meist nicht größer als 20 bis 30 Zentimeter. Die Blütenkelche, die während der Monate Juni bis Oktober geöffnet sind, haben ebenfalls viele winzige Härchen.

Die zwittrigen, etwa zwei Zentimeter großen Blüten ähneln der Taubnessel, sind mit einer doppelten Blütenhülle ausgestattet und haben unterschiedliche Farben. Es gibt weiße, gelbliche, rosé, purpurfarbene, rot-violette und blau-rötliche Stechender Hohlzahn Blüten. Im oberen Stängel Bereich sind eine Vielzahl von Blüten quirlig angeordnet. Der Höcker auf der Unterlippe der Blüte erleichtert den Bienen das Nektar Saugen. Die zwei bis neun Zentimeter langen Blätter haben ein lanzettliches bis eiförmiges Aussehen und gezähnte Ränder.

Die sehr harten Kelchblätter können stechen. Die alte Heilpflanze ist eine Kreuzung zwischen verschiedenen Hohlzahn Arten und wird während ihrer Blütezeit geerntet. Das Kraut wird abgeschnitten und mehrlagig in der Sonne getrocknet. Die Blätter zur Zubereitung von Salat und Spinat Gerichten können das ganze Jahr über gepflückt werden. Auch die Blüten des Stechenden Hohlzahns sind essbar. Sie schmecken leicht süßlich. Die Blätter haben einen spinatähnlichen leicht bitteren Geschmack.

Im Spätherbst erscheinen die vier harten Nüsse, die winzige Mengen von Öl enthalten, das sich jedoch sehr schlecht auspressen lässt. Die etwa zehn Hohlzahn Arten ähneln einander sehr und haben auch dieselbe Heilwirkung. Sie kommen in Nord- und West-Asien, Europa und in verschiedenen Regionen Nordamerikas vor. In Mitteleuropa findet der Wanderer sie bastardisiert in Wäldern, an Wegesrändern, Zäunen und auf Äckern. Das alte Heil- und Küchenkraut liebt sonnige bis halb-schattige Standorte und basische, leicht saure, torfige, humusreiche und etwas feuchte Böden.

Wirkung & Anwendung

Anfang des 19. Jahrhunderts machte sie als Bestandteil der „Lieber'schen Auszehrungskräuter“ - einer angeblichen Wundermischung - von sich reden, als die Behörden den Schwindel mit den überteuert angebotenen Stechende Hohlzahn Tees verboten. Aus dieser Zeit stammt auch ihr Spitzname Schwindelkraut.

Der Stechende Hohlzahn enthält Flavonoide, Harze, Gerbstoffe, ätherische Öle, Iridoide, Kieselsäure und Saponine. Am wirkungsvollsten sind die Kieselsäure und die Saponine. Als Teemischung („Kräuter Lungen und Kiesel-Tee“) wurde er in der Vergangenheit zusammen mit anderen Heilkräutern als Mittel gegen die gefährliche Lungentuberkulose eingesetzt. Die von den Apothekern geheim gehaltene Teemischung war wegen ihres hohen Silicea-Anteils ausgesprochen effizient.

Außerdem haben die Inhaltsstoffe des Stechenden Hohlzahns noch eine adstringierende, Krampf und schleimlösende Wirkung. Darüber hinaus sind sie entzündungs- und tumorhemmend, harntreibend, verdauungsfördernd und appetitanregend. Die alte Heilpflanze wird innerlich und äußerlich angewandt. Am häufigsten wird sie als Tee eingesetzt.

Das Kraut wird abgeschnitten und mehrlagig in der Sonne getrocknet. Die Blätter zur Zubereitung von Salat und Spinat Gerichten können das ganze Jahr über gepflückt werden.

Um sich den Stechenden Hohlzahn Tee zu brühen, nimmt der an Bronchitis, Husten, Halsschmerzen oder Heiserkeit leidende Patient zwei Teelöffel frisches Kraut (oder einen Teelöffel getrocknetes) und gießt es mit 250 Milliliterl heißem Wasser auf. Nach 20 Minuten - inzwischen ist die Kieselsäure ausgetreten - wird der Tee abgeseiht und getrunken. Zur Behandlung der Beschwerden empfiehlt sich der Konsum von zwei bis drei Tassen pro Tag als mehr-wöchentliche Tee-Kur. Zum Süßen eignet sich Honig.

Äußerlich werden Umschläge, Waschungen, Gurgelwasser und Auflagen angewandt. Für die Umschläge und Waschungen nimmt der Patient den Tee-Absud und behandelt damit Hautrötungen, Juckreiz und entzündete Stellen. Silicea fördert die Wundheilung, lindert gereizte Haut und wirkt abschwellend. Die Auflagen werden mit frischen zerdrückten Blättern zubereitet und einfach auf die zu behandelnde Hautpartie aufgebracht.

Das Einsatzgebiet ist dasselbe. Das Gurgelwasser (Tee-Absud) hilft bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Entzündungen im Mund-Rachenraum. Das aus den Samen gepresste Öl des Stechenden Hohlzahns hat wie die frischen Blätter eine blutreinigende und stärkende Wirkung. In homöopathischer Anwendung (Teep Tabletten ab D6, Globuli ab D1, Dilution ab D2 und Ur-Tinktur) wird er gegen Milz-Beschwerden eingesetzt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Auch heute noch schätzt die Naturmedizin die vielseitigen Heilkräfte der alten Arzneipflanze. Die in ihr enthaltenen Saponine wirken schleimlösend und helfen daher bei Atemwegserkrankungen wie Husten, Keuchhusten, Bronchialkatarrh, Heiserkeit und Asthma bronchiale. Wegen ihrer anti-entzündlichen Eigenschaften reinigt und heilt sie offene und infizierte Wunden und Furunkel.

Im Körper reduziert sie die schädlichen Auswirkungen der freien Radikale, schützt die Zellen und kann sogar Krebs vorbeugen. Leber, Milz und Gallenerkrankungen werden gebessert, Verdauungsbeschwerden wirkungsvoll bekämpft, das Blut gereinigt und entzündliche Erreger dank der harntreibenden Wirkung ausgeschwemmt. Auf diese Weise werden auch Nieren- und Blasenbeschwerden gelindert.

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