Steatorrhö (Fettstuhl)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Steatorrhö (Fettstuhl)

Der sogenannte Fettstuhl (medizinisch: Steatorrhö oder Steatorrhoe) tritt immer dann auf, wenn es im Verdauungstrakt zu einer mangelnden Aufnahme der über die Nahrung zugeführten Fette kommt. Die Ursachen dafür können in einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder auch in einer schwereren Erkrankung wie Bauchspeicheldrüsenkrebs liegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fettstuhl?

Unter Fettstuhl, in der Fachsprache auch Steatorrhö genannt, verstehen Mediziner eine verminderte Aufnahme von Nahrungsmittelfetten, die anschließend über den Stuhlgang wieder ausgeschieden werden.

Der Stuhlgang nimmt entsprechend eine schaumige und klebrige Konsistenz an, die von einem stechenden Geruch begleitet ist. Der Betroffenen leidet außerdem an Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Oftmals wird die verminderte Fettaufnahme auch von einer mangelnden Eiweißaufnahme begleitet, die ebenfalls zu Beschwerden führen kann. Bis zu 10 g Fett kann so täglich über den Stuhlgang ausgeschieden werden.

Experten sprechen dann von einem pathologischen Fettstuhl. Steatorrhö ist ein Symptom für eine Krankheit oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und sollte daher grundsätzlich medizinisch abgeklärt bzw. entsprechend behandelt werden.

Ursachen

Die Ursachen für Steatorrhö (Fettstuhl) liegen in einer krankhaft verminderten Aufnahmefähigkeit der über die Nahrung zugeführten Fette, die anschließend über den Stuhlgang wieder ausgeschieden werden.

Ein möglicher Grund dafür kann etwa eine Glutenunverträglichkeit sein, die zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut und somit zu einer Störung der Fettaufnahme führt. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kann Steatorrhö hervorrufen, so zum Beispiel Entzündungen oder auch ein Krebsbefall.

Gallensteine oder Entzündungen der Gallengänge können ebenfalls für das Auftreten von Fettstuhl verantwortlich sein. Unter Umständen sind es auch bestimmte Medikamente, welche die Fettaufnahme im Verdauungstrakt beeinträchtigen. Besonders Medikamente, die zur Behandlung von Übergewicht eingesetzt werden, haben nicht selten Fettstuhl als Folge, ebenso wie manche Antibiotika.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Fettstuhl kann oftmals bereits vom Betroffenen selbst erkannt werden. Beim darauffolgenden Arztbesuch findet zunächst ein ausführliches Gespräch statt, um die Lebensumstände und Vorgeschichte des Patienten zu erfragen. Eine Stuhluntersuchung gibt Auskunft über den tatsächlichen Fettgehalt.

Blutuntersuchungen können dabei helfen, eine Entzündung oder auch eine Glutenunterverträglichkeit zu erkennen. Auch eine Krebserkrankung kann auf diese Weise entdeckt werden. Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen bzw. eine Computertomografie lässt weitere Schlüsse über den Zustand der Organe zu.

Bleibt Steatorrhö unbehandelt, kann sich die dafür verantwortliche Erkrankung ungehindert ausbreiten und unter Umständen schwere Schäden der betroffenen Organe hervorrufen. Manche Krankheiten wie etwa Bauchspeicheldrüsenkarzinom können unbehandelt sogar zum Tode des Patienten führen.

Komplikationen

Ob und welche Komplikationen Steatorrhö verursacht, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Liegt dem Fettstuhl eine Glutenunverträglichkeit zugrunde, kann es bei fehlender Behandlung zu Mangelerscheinungen und chronischen Infektionskrankheiten kommen. Da die Zöliakie den gesamten Organismus schwächt, sind auch Spätfolgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allergien denkbar.

Ist dagegen eine Krankheit der Bauchspeicheldrüse für Fettstuhl verantwortlich, kann es in der Folge zu Entzündungen oder auch zum Krebsbefall kommen. Eine Tumorerkrankung kann unbehandelt sogar zum Tod des Patienten führen. Bei Gallensteinen folgt auf Steatorrhö meist eine Infektion der Gallenblase, die sich zu einer sogenannten Porzellangallenblase entwickeln kann. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, an Gallenblasenkrebs zu erkranken.

Fettstuhl selbst hat abgesehen von den begleitend auftretenden Magen-Darm-Beschwerden keine schwerwiegenden Folgen. Gelegentlich kann er allerdings Verstopfung oder sogar einen Darmverschluss hervorrufen. Die Behandlung von Steatorrhö setzt ebenfalls an den Ursachen an.

Liegt etwa eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse vor, können Nebenwirkungen durch verordnete Medikamente auftreten. Dasselbe gilt für die Zöliakie-Therapie. Bei Gallensteinen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, der bekannte Risiken wie Infektionen, Blutungen oder Verletzungen birgt.

Behandlung & Therapie

Wurde eindeutig Steatorrhö diagnostiziert und die Ursache für die Störung ermittelt, kann anschließend eine angemessene Therapie eingeleitet werden. Diese richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung. Eine Glutenunverträglichkeit bedarf oftmals keiner speziellen Behandlung; allerdings muss der Betroffene auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten, um symptomfrei zu bleiben.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sollte unverzüglich behandelt werden, da sie sonst lebensbedrohlich werden kann. Hier erfolgt die Gabe verschiedener Medikamente und unter Umständen ein chirurgischer Eingriff, bei dem die betroffenen Organteile entfernt werden müssen. Ähnliches gilt auch für ein Bauchspeicheldrüsenkarzinom: Ein operatives Entfernen des Tumors in Kombination mit einer Chemotherapie verspricht gute Behandlungserfolge.

Gallensteine sollten unbedingt entfernt werden, wenn sie Symptome wie Fettstuhl hervorrufen. In vielen Fällen können sie zertrümmert werden, was effektiv und wenig belastend für den Patienten ist. Das Einhalten einer Diät kann in vielen Fällen ebenfalls sinnvoll sein, um die jeweilige Therapie zu unterstützen und den Verdauungstrakt nicht zusätzlich zu belasten. Grundsätzlich gilt: je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso höher ist auch die Wahrscheinlichkeit einer problemlosen Therapie und vollständigen Heilung.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Dem Auftreten von Fettstuhl kann im Grunde genommen nicht direkt vorgebeugt werden. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung sowie dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann aber dabei helfen, die Entstehung der für den Fettstuhl verantwortlichen Krankheiten zu verhindern. Sollten die ersten Anzeichen für einen Fettstuhl auftreten, ist es ratsam, im Zweifelsfall einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die Ursachen abklären und gegebenenfalls eine entsprechende Therapie einleiten.

Bücher über Nahrungsmittelunverträglichkeit

Quellen

  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: