Stauungspapille

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Eine Stauungspapille ist ein Ödem im Auge, dem eine Vielzahl möglicher Ursachen zu Grunde liegen können und die unbehandelt zu schweren Einschränkungen der Sehfähigkeit bis zum Tod führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Stauungspapille?

Bei einer Stauungspapille handelt es sich um eine Einlagerung von Wasser, ein sogenanntes Papillenödem, im Auge, genauer gesagt an der Stelle, an der der Sehnerv auf die Netzhaut trifft.

Durch die Wassereinlagerung wir eine Schwellung des Sehnervkopfes sichtbar, die sich durch eine Wölbung bemerkbar macht – in der Regel bei beiden Augen, da die Stauungspapille üblicherweise nicht einseitig vorliegt. Ursachen für eine Stauungspapille können viele unterschiedliche Erkrankungen sein, die jeweils eine andere Behandlungsart erfordern.

Eine Stauungspapille entsteht zwar nicht häufig, kann jedoch bei Patienten aus jeder Geschlechts- und Altersgruppe auftreten. Werden eine Stauungspapille und deren Ursachen nicht oder nicht ausreichend behandelt, kann sie unter Umständen zu schwerwiegenden Komplikationen mit irreparablen Schäden am Sehnerv bis hin zum Tod führen. Wenn Anzeichen für eine Stauungspapille vorliegen, ist ein Arztbesuch daher unumgänglich.

Ursachen

Als Ursache für eine Stauungspapille können mehrere Erkrankungen in Frage kommen. Die häufigste Ursache für eine Stauungspapille ist ein erhöhter Hirndruck, der wiederum durch mehrere Möglichkeiten verursacht wird.

Gründe für einen erhöhten Hirndruck können Erkrankungen sein, wie Hirntumore oder eine Entzündung des Gehirns, beispielsweise bei einer Meningitis oder einem Abszess. Auch Verletzungen, die Blutungen im Hirn oder im Bereich der Hirnhaut verursachen, können einen erhöhte Hirndruck nach sich ziehen.

Ebenfalls können Missbildungen des Schädels zu einem höheren Hirndruck führen und ursächlich für eine Stauungspapille sein. Ein erhöhter Hirndruck kann in seltenen Fällen auch durch eine Störung des Liquorabflusses bedingt werden, die beispielsweise durch einen sogenannten Pseudotumor cerebri hervorgerufen werden kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Symptome für eine Stauungspapille sind Kopfschmerzen gefolgt von Sehstörungen. Da diese Symptome auch in Kombination bei einer Reihe weiterer Erkrankungen auftreten, muss die Diagnose einer Stauungspapille unbedingt von einem Fachmediziner gesichert werden.

Um bei Verdacht auf eine Stauungspapille andere Erkrankungen sicher ausschließen zu können, kann dieser verschiedene Untersuchungen durchführen, wie eine Ophthalmoskopie oder eine Sonographie des Augapfels aber auch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie. Bei Verdacht auf einen Pseudotumor cerebri erfolgt in der Regel zusätzlich eine Lumbalpunktion, bei der eine Probe des angestauten Liquors entnommen wird. Dies erfolgt jedoch nur, wenn sämtliche anderen Ursachen ausgeschlossen werden konnten.

Wenn eine Stauungspapille unerkannt bestehen bleibt und nicht behandelt wird, kann sie nach einiger Zeit zu einer Schädigung der Sehnervfasern und damit zu einem Erblinden führen. Ein erhöhter Hirndruck, ein Hirntumor und eine Meningitis können außerdem leicht zum Tod des Patienten führen.

Komplikationen

Die Stauungspapille ist eine sehr schwerwiegende Krankheit und muss aus diesem Grund auf jeden Fall behandelt werden. Unbehandelt kann die Erkrankung zu einem vollständigen Sehverlust oder zum Tod des Betroffenen führen. Die Sehstörungen selbst können dabei ohne einen besonderen Grund auftreten. Weiterhin leiden die meisten Betroffenen an sehr starken Kopfschmerzen.

Die Kopfschmerzen treten dabei auch in der Nacht auf, sodass es zu Schlafbeschwerden und damit zu Depressionen oder zu einer Gereiztheit kommen kann. Sollte die Stauungspapille nicht behandelt werden, kommt es zu einer vollständigen Erblindung. Der weitere Verlauf der Erkrankung richtet sich stark nach ihrer Ursache.

Im Fall eines Tumors kann leider nicht immer eine positive Prognose gegeben werden. In vielen Fällen ist die Lebenserwartung des Patienten durch diese Erkrankung deutlich eingeschränkt und verringert. Bei der Behandlung selbst treten keine besonderen Komplikationen auf. In vielen Fällen sind die Patienten allerdings auf eine Chemotherapie angewiesen. Diese kann auch zu verschiedenen Nebenwirkungen führen.

Behandlung & Therapie

Um eine Stauungspapille effizient zu behandeln, muss die Ursache der Stauungspapille gesichert werden. Je nach Ursache kann die Behandlung einer Stauungspapille ganz unterschiedlich ausfallen. Bei erhöhtem Hirndruck durch eine Meningitis oder eine andere Entzündung wird der Hirndruck in der Regel medikamentös behandelt.

Ein Hirntumor muss unter Umständen operativ entfernt und mit einer Chemotherapie therapiert werden. Wenn die Ursachen für einen erhöhten Hirndruck und einer daraus resultierenden Stauungspapille nicht in einer der üblichen, sichtbaren Möglichkeiten begründet liegen, erfolgt zunächst eine Therapie mit sogenannten Glukokortikoiden. Hierbei handelt es sich um Steroidhormone.

Der erhöhte Druck, der von der Gehirnflüssigkeit ausgeht, kann außerdem mit Carboanhydrasehemmern wieder gemindert werden. Bei Carboanhydrasehemmern handelt es sich um ein Medikament aus Acetazolamid, welches eine Wiederaufnahme von Wasser vermindert. Wenn sich der Hirndruck medikamentös nicht verringern lässt, wird ein Eingriff durch einen Neurochirurgen notwendig, der angestautes Hirnwasser ablässt.

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Vorbeugung

Um einer Stauungspapille vorzubeugen, sollten bei anhalten Kopfschmerzen und Sehveränderungen ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen, die zu einer Stauungspapille führen können, frühzeitig zu behandeln und damit einer Stauungspapille entgegenzuwirken. Wenn eine Stauungspapille bereits vorliegt, jedoch nur einseitig, wird zur Vorbeugung das gesunde Auge mit dem erkrankten Auge mitbehandelt.

Bücher über Sehstörungen

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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