Staphylococcus capitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Staphylococcus capitis zählen zu der übergeordneten Bakteriengruppe der Kokken und besiedeln als Kommunale die menschliche Haut sowie Schleimhäute der Nase. Für gesunde Menschen ist der Kontakt mit Staphylococcus capitis nicht weiter tragisch. Immungeschwächte Patienten können durch den Vertrag der Bakterien in das Körperinnere allerdings an Vergiftungserscheinungen und sogar einer Endokarditis erkranken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Staphylococcus capitis?

Bei Staphylokokken handelt es sich um kugelförmige Bakterien mit grampositiven Eigenschaften. Staphylokokken ist ein umgangssprachlicher Ausdruck. Die wissenschaftliche Gattungsbezeichnung lautet Staphylococcus.

Einige Staphylokokken besitzen die Fähigkeit zur Bildung freier Koagulase. In diesem Zusammenhang wird innerhalb der Art zwischen koagulasepositiven und koagulasenegativen Staphylokokken unterschieden. Staphylococcus capitis sind eine Spezies innerhalb der Gattung der koagulasepositiven Staphylokokken.

Obgleich Bakterien der Spezies Staphylococcus capitis ein natürliches Element der menschlichen Hautflora sind, können sie für immungeschwächte Patienten gefährlich werden. Das gilt vor allem dann, wenn die Bakterien in den Körper eindringen. Im Zusammenhang mit der Hautflora werden die Bakterien als Kommensale bezeichnet und schaden dem Menschen nicht, da sie sich nicht parasitär von Substanzen ernähren, die der Mensch selbst zum Überleben benötigt. Im Zusammenhang mit immundefiziten Patienten ist dagegen nicht mehr von einem kommunalen Verhältnis die Rede, sondern eher von pathologischen Eigenschaften.

Damit können Bakterien der Spezies Staphylococcus capitis für den Menschen durchaus mit Krankheitswert verbunden sein, obwohl sie bei gesunden Menschen physiologischerweise ohne Krankheitswert die Haut besiedeln. Alle Staphylokokken zählen zur höheren Gruppe der Kokken.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Bakterien der Spezies Staphylococcus capitis leben bevorzugt auf der Haut und in den Schleimhäuten des Menschen oder anderer Warmblütler. Warmblütler bieten ihnen ein besonders geeignetes Milieu zum Wachsen, da das Temperaturoptimum zur Vermehrung der Bakterien zwischen 30 und 37 Grad Celsius liegt. Auf der Haut werden sie vom menschlichen Immunsystem toleriert, da sie sich unauffällig verhalten.

Bei den Bakterien handelt sich nicht um Stäbchenbakterien, sondern um kugelförmige Zellen mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 1,5 µm. Die Staphylokokken sind einzeln, paarweise oder in weintraubenähnlicher Häufung angeordnet und besitzen keine Fähigkeit zur aktiven Bewegung.

Alle Staphylokokken wachsen fakultativ anaerob. Das heißt, sie können auch unter der Abwesenheit von Sauerstoff Stoffwechsel betreiben. Ihr Stoffwechsel funktioniert allerdings auch, wenn Sauerstoff in ihrem Milieu vorhanden ist. Neben der Haut und den Schleimhäuten von Warmblütlern besiedeln die Bakterien auch die Umwelt und kommen so zum Beispiel in der Luft, in Gewässern oder in Lebensmitteln vor.

Ihr Energiestoffwechsel ist meist oxidativ und wird als fermentativ bezeichnet. Sie wandeln organische Stoffe in diesem Zusammenhang enzymatisch um. Statt Oxidase besitzen sie Katalase: ein Enzym, das zur Energiegewinnung Wasserstoffperoxid zu Sauerstoff und Wasser umsetzt. Die Bakterien bilden keine Sporen und sind nicht mit Kapseln ausgestattet.

Die Übertragung von einem Individuum auf ein zweites Individuum erfolgt in den meisten Fällen über Schmierinfektion. Das heißt, dass der Hautkontakt das ausschlaggebende Moment ist. Nicht nur der Hautkontakt mit kontaminierten Personen, sondern auch der mit kontaminierten Gegenständen kann die Bakterien in den Körper verschleppen, so vor allem in Zusammenhang mit Lebensmitteln.

Da die Bakterien als Kommunale verschiedene Hautbereiche besiedeln, kann auch Selbstinfektion stattfinden. So kann ein Individuum die Mikroorganismen zum Beispiel von einer besiedelten Hautstelle in andere Bereiche verschleppen und damit eine Besiedelung des Körperinneren begünstigen. In der Regel werden die Bakterien im Körperinneren vom Immunsystem nicht toleriert und können sich nicht weiter ausbreiten. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann der Vertrag in das Körperinnere allerdings ohne Abwehrreaktion des Immunsystems stattfinden und ruft in diesem Zusammenhang pathologisch klinische Symptome hervor.

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Krankheiten & Beschwerden

Solange sich Staphylokokken außerhalb des menschlichen Körpers aufhalten, zeigen sie keinerlei Wirkung auf den Menschen. Pathologische Phänomene stellen sich erst ein, wenn die Bakterien durch Schmierinfektion oder Selbstinfektion in das Körperinnere vertragen werden. Bei gesunden Menschen wirkt das Immunsystem einem solchen Ereignis entgegen. Vor allem an Menschen mit geschwächtem Immunsystem liegen Infektionen mit Staphylokokken aber im Bereich des Möglichen. Zuweilen wird die Spezies Staphylococcus captis als Krankenhauskeim bezeichnet, da Schätzungen zufolge 90 Prozent des Krankenhauspersonals mit den Bakterien infiziert sind.

Infektionen äußern sich an immundefiziten Patienten insbesondere inform von Vergiftungen. Die Bakterien scheiden Enterotoxine als Metabolite in das umliegende Substrat aus. Bei diesen Toxinen handelt es sich um eiweißartige Strukturen, die bestimmte Vergiftungssymptome hervorrufen können. Enterotoxine verursachen ab einer bestimmten Dosis vor allem Erbrechen. Die Enterotoxine wirken in den Bauchorganen auf sympathische Fasern im Gehirn, die mit dem Brechzentrum verbunden sind. Außerdem wirken die Toxine auf die Nieren, die Leber, die Lunge und den Gastrointestinaltrakt.

In der Frühphase der Infektion rufen die Enterotoxine vermehrten Speichelfluss hervor, der neben dem Erbrechen mit Übelkeit, Würgereiz und Durchfall vergesellschaftet ist. In besonders schweren, wenn auch seltenen Fällen ergeben sich Schockzustände oder Schleim und Blut im Stuhl und im Erbrochenen. Unter Umständen treten in der Spätphase hypokaliämische Muskellähmungen auf. Die Patienten weisen oft eine unterdurchschnittliche Körpertemperatur auf. Fieber wird kaum beobachtet.

In Zusammenhang mit einer Infektion kann darüber hinaus eine Endokarditis auftreten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut, die häufig mit den Symptomen einer valvulären oder ischämischen Herzinsuffizienz einhergeht und zusätzlich teilweise Nierenschädigungen hervorruft.

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