Stützstrümpfe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Stützstrümpfe, im Fachjargon Kompressionsstrümpfe genannt, können diese Leiden lindern und eine wichtige Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Stützstrümpfe?

Venenleiden gehören zu den häufigsten Krankheiten unserer Zivilisation. Viele Menschen, vor allem Frauen, neigen zu einem schwachen Bindegewebe, was auch die Beinvenen betreffen kann und im Laufe der Jahre zu einer Venenschwäche führt. Dies ist nicht ungefährlich, können Venenerkrankungen unbehandelt doch zum offenen Bein (Ulcus cruris) und Thromboembolien führen.

Unter Stützstrümpfen versteht man Strümpfe, wahlweise auch Strumpfhosen, die aufgrund ihres Materials und ihrer Herstellungweise eine erhöhte Kompression auf die Beinvenen ausüben. Sie sind als medizinisches Hilfsmittel zu verstehen. Sie können gekauft oder von der Krankenversicherung per Rezept zur Verfügung gestellt werden.

Formen, Arten & Typen

Es gibt unterschiedliche Formen von Stützstrümpfen. Neben der Unterscheidung der Kompressionsklasse (1, 2, 3), die die Stärke angibt, in denen die Kompression auf das Bein wirkt, gibt es weiter die Differenzierung zwischen rundgestrickten und flachgestrickten Kompressionsstrümpfen.

Flachstrick wird vor allem bei Lymph- oder Lipödemen eingesetzt, um sowohl eine erhöhte Kompression zu gewährleisten, als auch dem massiv erhöhten Beinumfang gerecht zu werden. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe sind deutlich teurer als rundgestrickte, weshalb die Krankenkassen hier sehr genau nachfragen, ob die Indikation des flachgestrickten Strumpfes tatsächlich gegeben ist.

Außerdem können Stützstrümpfe eine offene oder eine geschlossene Fußspitze haben. Die obere Halterung des Strumpfes ist meist gummiert, um am Bein dauerhaft zu haften. Es gibt den Kompressionsstrumpf in allen erdenklichen Farben.

Weiterhin gibt es spezielle Kompressionsstrümpfe mit Reißverschlüssen, die beim Ulcus cruris, also dem offenen Bein, eingesetzt werden können. Seit einigen Jahren haben auch Sportler und vor allem (Marathon-)Läufer den Kompressionsstrumpf für sich entdeckt, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Für den Freizeitsportler ist dies jedoch weniger von Interesse.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Unter Stützstrümpfen versteht man Strümpfe, wahlweise auch Strumpfhosen, die aufgrund ihres Materials und ihrer Herstellungweise eine erhöhte Kompression auf die Beinvenen ausüben.

Stützstrümpfe arbeiten auf eine einfache Weise äußerst effektiv. Durch die Kompression werden die Venenwände näher zusammengepresst, die Venenklappen schließen dadurch wieder besser, das venöse Blut staut sich nicht ins Bein zurück, Ödeme (Wassereinlagerungen) und die Gefahr der Thrombusbildung (Blutgerinnsel) werden gemindert.

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen wird allerdings häufig auch als Belastung empfunden. Die Kompression kann als unangenehm empfunden werden, besonders im Sommer sind diese recht dicken Strümpfe für viele Patienten eine Qual. Ihr Nutzen ist allerdings unumstritten. Grundsätzlich sollte die Kompression bereits bei den Zehen beginnen.

Vor allem ältere, immobile Menschen benötigen aber eine Anziehhilfe, die wiederum nur mit einer offenen Spitze effektiv funktioniert. Senioren wird deshalb häufig der Stützstrumpf mit einer offenen Spitze verschrieben oder empfohlen.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Der medizinische Nutzen der Stützstrümpfe ist immens, vor allem in Anbetracht der relativ geringen Anschaffungskosten. Stützstrümpfe werden außerdem nicht nur bei chronischen Erkrankungen eingesetzt, sondern auch direkt vor und nach Operationen, nach denen immer eine erhöhte Thrombose- und Emboliegefahr besteht. Kompressionsstrümpfe werden also auch prophylaktisch eingesetzt.

Dies ist auch der Fall nach längerer Immobilität, zum Beispiel nach einer längeren Liegezeit infolge von schwerwiegenden Operationen. Das ruckartige Aufstehen und die senkrechte Haltung können den Körper schnell überfordern, es kommt schlimmstenfalls zur Synkope, der Patient verliert vorübergehend das Bewusstsein. Kompressionsstrümpfe wirken diesem Prozess entgegen. Sogar Schwangeren werden Kompressionsstrümpfe angeraten.

Sie sind eine Risikogruppe für Venenleiden, was zum einen dem veränderten Hormonhaushalt in der Schwangerschaft geschuldet ist, zum anderen dem erhöhten Druck und dem veränderten Blutfluss, der während der Schwangerschaft entsteht. Auch nach der Entbindung sollten Stützstrümpfe noch eine Weile getragen werden.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass Stützstrümpfe ein günstiges medizinisches Hilfsmittel darstellen, die einer Menge Krankheiten vorbeugen (Thrombosen, Embolien, Ulcera der Beine, Kreislaufbeschwerden bei langer Immobilität) und zur Behandlung vieler chronischer und akuter Krankheiten dient (Ulcera der Beine, Thrombosen, Lip- und Lymphödeme).

Der Stützstrumpf ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Und wer den Stützstrumpf als Makel empfindet, hat die Möglichkeit zu einer poppigen Farbe seiner Wahl zu greifen oder mit dezentem schwarz davon abzulenken, denn die gewöhnungsbedürftige Hautfarbe, die wir häufig von Kompressionsstrümpfen an Seniorenbeinen kennen, hat längst ausgedient.

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