Spulwürmer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Spulwürmer gehören zu den häufigsten Parasiten des Menschen. Mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung leidet unter einem Spulwurmbefall (medizinisch: Ascariasis) und bei etwa einem Prozent der Befallenen verläuft die Infektion tödlich. Die Behandlung dieser Parasitenerkrankung kann sich sehr aufwändig gestalten, die Vorbeugung ist jedoch relativ einfach.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Spulwürmer?

Spulwürmer gehören zu den Fadenwürmern und ähneln in Körperform und Farbe sehr den Regenwürmern. Es gibt verschiedene Arten, die sich auf unterschiedliche Wirte spezialisiert haben. Neben dem eigentlichen Menschenspulwurm kann der Mensch auch von Hunde-, Katzen- oder Schweinespulwürmern befallen werden.

Der Menschenspulwurm wird etwa 5 mm dick und bis zu 40 cm lang. Er benötigt keinerlei Zwischenwirt und verbringt mit Ausnahme des Eistadiums seinen ganzen Lebenszyklus im menschlichen Körper. Wenn mit der Nahrung Spulwurmeier in den Verdauungstrakt gelangen, schlüpfen im Dünndarm die Larven und durchdringen die Darmwand. Über die Blutgefäße gelangen sie zunächst in die Leber, wo sie ein weiteres Larvenstadium erreichen. Danach wandern sie weiter zum Herz und der der Lunge.

Nachdem sie sich nochmals gehäutet haben, werden sie aufgrund des Schleimes und des Hustenreizes, den sie verursachen, ausgehustet. Ein Teil von ihnen wird dabei wieder verschluckt und gelangt so zurück in den Magen-Darm-Trakt. Sobald sie sich wieder im Dünndarm befinden, erreichen sie die Geschlechtsreife. Diese Wanderung findet im Durschnitt in einem Zeitraum von 30 bis 35 Tagen statt.

Die erwachsenen Spulwürmer können ein Alter von bis zu anderthalb Jahren erreichen. In dieser Zeit legt ein Spulwurmweibchen jeden Tag etwa 200000 Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Spulwürmer, für die der Mensch ein Fehlwirt ist, erreichen im menschlichen Darm nicht die Geschlechtsreife.

Ursachen

Mit den Eiern von Spulwürmern infiziert man sich meist durch Lebensmittel, die nicht ausreichend gewaschen und nicht durchgegart wurden. Dies gilt besonders für Salate und bodennah wachsendes Gemüse wie Gurken oder Kohl. Auch Erdbeeren können mit Spulwurmeiern verunreinigt sein. Wurmeier können aber auch durch Fliegen auf andere Lebensmittel übertragen werden.

Ein weiterer Übertragungsweg ist die Gartenarbeit, da die Erde mit Fäkalien verunreinigt sein kann. Das Gleiche gilt auch für den Sand auf Spielplätzen. Bei der Reinigung des Katzenklos oder der Beseitigung von Hundekot kann man sich mit Katzen- und Hundespulwürmern anstecken. Unter Umständen kann sogar das Trinkwasser verunreinigt sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

In der Anfangsphase oder bei einem nur geringen Befall mit Spulwürmern kann die Erkrankung zunächst völlig unbemerkt bleiben. Die ersten Symptome einer Infektion mit Spulwürmern sind meist Bauchschmerzen und mehr oder weniger starkes Unwohlsein. Hinzukommen können Appetitlosigkeit oder Heißhunger. Ein deutliches Anzeichen kann in diesem Zusammenhang auch starker Gewichtsverlust und ein insgesamt ungesundes Aussehen sein.

Wenn die Larven die Leber erreichen können kolikartike Schmerzen und erste allergische Reaktionen auftreten. Diese verstärken sich, wenn die Spulwurmlarven die Lunge erreichen. Dort können sie für eine satarke Verschleimung sorgen, die mit Husten und Fieber einhergeht. Im Darm können die erwachsenen Würmer bei schwerem Befall für eine Blinddarmentzündung und sogar zu einem Darmverschluss sorgen.

Nachgewiesen wird ein Befall mit Spulwürmern in der Regel mit einer Kotuntersuchung, bei der die Eier im Labor mit Hilfe einer flüssigen Lösung ausgeschwemmt werden. Allerdings ist diese Diagnosemethode nicht geeignet, wenn der Mensch nur mit unreifen oder auf andere Arten spezialisierten Spulwürmern infiziert ist. In diesen Fällen kann eine Darmspiegelung notwendig werden.

Gelegentlich treten Spulwürmer auch mit dem Kot aus. Ein bis dahin unerkannter Spulwurmbefall kann sich während einer Narkose bemerkbar machen, da diese in den Stoffwechsel des Körpers eingreift. Dadurch können die Würmer veranlasst werden, ihren Wirt durch den After, aber unter Umständen auch durch den Mund und die Nase zu verlassen.

Komplikationen

Unbehandelt kann ein massiver Befall mit Spulwürmern schwerwiegende Komplikationen auslösen. Große Mengen an Spulwürmern im Darm führen zu starken Durchfällen, Erbrechen und Bauchkrämpfen. Kann die geschädigte Darmschleimhaut Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen, kommt es insbesondere bei Kindern zu einer Unterversorgung, die sich an Gewichtsabnahme und Mangelerscheinungen bemerkbar macht.

Zusammengeballt können die Würmer den Darm komplett verschließen (Wurmileus). Äußerst kritisch stellt sich die Situation dar, wenn die entzündete Darmschleimhaut reißt und Darminhalt in den Bauchraum gelangt. In diesem Fall ist eine sofortige Operation nötig, um eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung zu vermeiden. Dringen Spulwürmer in die Gallengänge ein, behindern sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit und können eine Entzündung der Gallenwege oder der Leber auslösen.

Charakteristisches Symptom dafür ist eine Gelbsucht mit starker Gelbfärbung von Haut und Augen. Selten kommt es zu einer Abszessbildung in der Leber, die ohne Behandlung schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Blutvergiftung (Sepsis) nach sich ziehen kann. In der Bauchspeicheldrüse können Spulwürmer ebenfalls eine massive Entzündung verursachen, die umgehend ärztlich behandelt werden muss.

Ein starker Spulwurmbefall der Lunge ist von Atemnot, Fieber, Husten und blutigen Auswurf gekennzeichnet, ohne Behandlung kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Allergische Reaktionen wie Gesichtsschwellungen oder Hautausschläge können in seltenen Fällen ebenfalls als Komplikation eines Spulwurmbefalls auftreten.

Behandlung & Therapie

Ein Befall mit Spulwürmern kann relativ leicht medikamentös behandelt werden. Neben einigen rezeptfreien Mitteln stehen dafür verschiedenen verschreibungspflichtige Wirkstoffe zur Verfügung. Diese töten die Würmer im Darm ab und sorgen dafür, dass sie mit dem Kot ausgeschieden werden.

Die Larven bleiben davon allerdings unbeeinflusst, so dass eine Wiederholungsbehandlung notwendig sein kann. Die Behandlungsdauer ist dabei davon abhängig, wie schwer die Erkrankung ist. In seltenen Fällen sind körperliche Eingriffe notwendig. Diese können sowohl endoskopisch als auch mit klassischen Operationsmethoden durchgeführt werden.

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Vorbeugung

Das wirksamste Mittel, einem Befall mit Spulwürmern vorzubeugen, ist Hygiene. Dazu gehört zum einen, dass Obst und Gemüse vor der Zubereitung gründlich gereinigt werden. Zum anderen sollte auf konsequentes Händewaschen geachtet werden. besonders wichtig ist dies natürlich nach der Gartenarbeit, dem Kontakt mit einem Sandkasten, dem Gang zur Toilette und dem Reinigen des Katzenklos. Es empfiehlt sich aber auch, vor der Zubereitung von Lebensmitteln, vor den Mahlzeiten und nach dem Kontakt mit Haustieren die Hände gründlich zu waschen.

Bücher über Würmer im Stuhl bei Kindern

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Hof, H., Dörries, R.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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