Sprunggelenksfraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Meist entsteht eine Sprunggelenksfraktur oder ein Sprunggelenkbruch durch Unfälle beim Sport oder in der Freizeit. Häufig kommt es beim Springen oder Laufen zu dieser Art von Verletzung. Dabei wir der Knöchel häufig umgeknickt oder verdreht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sprunggelenksfraktur?

Bei einer Sprunggelenksfraktur bzw. bei einem Sprunggelenkbruch handelt es sich um einen Bruch der Sprunggelenkgabel am oberen Sprunggelenk am Unterschenkel. Am häufigsten kommt dabei ein Bruch am Wadenbein vor. Bei einer Sprunggelenksfraktur kann es unterschiedliche Kombinationen von Verletzungen des Außen- oder Innenknöchels und der Bänder geben.

Sprunggelenksfrakturen werden in drei Kategorien eingeteilt. Eine Weber-A-Fraktur liegt vor, wenn sich der Bruch unterhalb der Syndesmose befindet. Die Syndesmose ist ein flaches Bindegewebe, welches die Gelenkknochen miteinander verbindet und so das Gelenk stabilisiert. Bei eine Weber-A-Fraktur ist die Syndesmose nicht verletzt, sodass die Sprunggelenkgabel weiterhin stabil ist.

Eine Weber-B-Fraktur befindet sich in Höhe der Syndesmose. Infolgedessen ist diese häufig auch verletzt. Bei einer Weber-C-Fraktur befindet sich die Bruchstelle oberhalb der Syndesmose, welche in der Regel gerissen ist. Neben diesen Haupttypen einer Sprunggelenksfraktur kann es noch verschiedene weitere Formen gegen, welche sich durch die unterschiedliche Lage der Knochenfraktur und der Verletzungen des umliegenden Gewebes oder der Bänder unterscheiden. Vor einer Behandlung bedarf es immer einer genauen Diagnose der Sprunggelenksfraktur.

Ursachen

Eine Sprunggelenksfraktur lässt sich in nahezu allen Fällen auf einen Unfall zurückführen. Meist ereignen sich die Unfälle beim Sport oder anderen Freizeitzeitaktivitäten. In manchen Fällen ist auch Alkohol ursächlich an der Unfallentstehung beteiligt. Eine Sprunggelenksfraktur kann durch Umknicken des Knöchels eintreten. Meist geschieht dies durch Ausrutschen oder Stolpern.

Auch ein sogenannter Drehsturz kann zu einer Sprunggelenksfraktur führen. Ein Drehsturz ist ein häufiger Unfall beim Skifahren. Darüber hinaus können Sprunggelenksfrakturen auch durch Verkehrsunfälle oder die Einwirkung direkter Gewalt auf den Knöchel entstehen. Eher selten sind Koordinationsstörungen oder eine gestörte Wahrnehmung bezüglich der eigenen Körperbewegungen die Ursache für eine Sprunggelenksfraktur.

Typische Symptome & Beschwerden

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau des Sprunggelenks. Klicken, um zu vergrößern.

Bei der Diagnose einer Sprunggelenksfraktur ist eine Untersuchung der Beweglichkeit, der Sensibilität und der Durchblutung des Fußes und am Unterschenkel unerlässlich. So können neben dem vermuteten Knochenbruch auch Verletzungen der Syndesmose oder der umliegenden Bänder und Weichteile festgestellt werden.

Auch mögliche Schäden an Nerven oder Gefäßen werden so diagnostiziert. Zur genauen Untersuchung der Fraktur erfolg eine Röntgenuntersuchung. Anhand der Röntgenaufnahmen lassen sich Bruchlinien und Gelenkunregelmäßigkeiten erkennen. Um bei der körperlichen Untersuchung vermutete Bänderrisse oder Verletzungen der Syndesmose endgültig abzuklären, können Magnetresonanztomographie oder Computertomographie eingesetzt werden.

Bei einer fachgerechten Behandlung heilen Sprunggelenksfrakturen in aller Regel gut und komplikationslos ab. In dem meisten Fällen ist das Sprunggelenk nach der abgeschlossenen Behandlung wieder vollständig geheilt und belastbar. Wichtig ist eine Physiotherapie im Anschluss an die medizinische Therapie.

Meist sind schon sechs bis zwölf Wochen nachdem kein Gips mehr getragen werden muss, die meisten Sportarten wieder möglich. Bei Sprunggelenksfrakturen, die einen operativen Eingriff erfordern kommt es selten zu Komplikationen. Auch Wundheilungsstörungen treten nur selten auf. Zu Wundheilungsstörungen kann es in seltenen Fällen nach einer Sprunggelenksfraktur mit schweren Weichteilschädigungen kommen.

Komplikationen

EineFraktur des Sprunggelenks kann unterschiedliche Komplikationen hervorrufen. Dazu gehören zum Beispiel Drucknekrosen der Haut, was auf die dünnen Hautverhältnisse, die Fehlstellung der Knochen sowie das Entstehen einer Schwellung zurückzuführen ist. In manchen Fällen kann deswegen die operative Entfernung eines Metallimplantats erforderlich sein. Als besonders problematisch gelten Verrenkungsbrüche.

So kommt die Haut oft im Bereich des Innenknöchels unter starke Spannung, sodass eine rasche Grobeinrenkung durchgeführt werden muss. Wird das Sprunggelenk nach dem Bruch zu früh belastet, besteht das Risiko, dass sich das Osteosynthese-Material verlagert oder sogar ausbricht. Dies führt dazu, dass die Fraktur nicht abheilt oder eine Pseudarthrose (Falschgelenkbildung) auftritt.

Häufig betroffen von dieser Komplikation sind ältere Menschen, die unter Osteoporose (Knochenschwund) leiden. Aus diesem Grund erhalten die Patienten meist spezielle Orthesenschuhe. Weitere denkbare Folgeerscheinungen der Sprunggelenksfraktur sind Bewegungseinschränkungen, chronische Schmerzen, verminderte Kraft, Einsteifungen des Sprunggelenks, das Entstehen einer Arthrose, Schäden an den Nerven wie Gefühls- oder Bewegungsstörungen, Durchblutungsstörungen aufgrund von Gefäßverletzungen sowie Beeinträchtigungen der Sehne.

Darüber hinaus können sich Komplikationen während der operativen Therapien des Sprunggelenksbruches auftreten. Dabei handelt es sich meist um Thrombosen (Blutgerinnsel), Embolien, Verletzungen an Gefäßen oder Nerven sowie Wund- oder Gelenksinfektionen, die sich durch dauerhafte Bewegungseinschränkungen bilden. Liegt neben der Sprunggelenksfraktur auch eine schwere Weichteilverletzung vor, besteht die Gefahr, dass sich die Wundheilung verzögert.

Behandlung & Therapie

Die erste Behandlung einer Sprunggelenksfraktur sollte möglichst schon am Unfallort erfolgen. Dabei sollte der Fuß durch einen Längszug möglich wieder in seine normale Position gebracht werden. So werden weiter Schäden an Nerven und Gefäßen vermieden. Die weitere Behandlung hängt von der Art des Bruches ab. Es kann eine konservative Behandlung erfolgen. Dies ist eine Therapie ohne Operation.

Dabei wird ein Gipsverband angelegt. Dadurch wird die Bruchstelle ruhig gestellt und kann in Ruhe abheilen. In der Zeit, während der Gipsverband getragen werden muss, sind in der Regel Medikamente zur Vermeidung von Thrombosen notwendig. Nach der Behandlung mit einem Gipsverband und manchmal auch schon währenddessen sind erneute Röntgenuntersuchung zur Überprüfung der Knochenpositionen und des Heilungserfolgs notwendig.

Die konservative Therapie wird meist bei Sprunggelenksfrakturen des Weber-A-Typs angewandt. Bei komplizierten oder offenen Brüchen ist eine operative Behandlung erforderlich. Dabei werden die Bruchenden der Knochen mit Nägeln, Platten oder Drähten fixiert. Bei Sprunggelenksbrüchen der Typen Weber-A und Weber-B ist nach erfolgter Operation eine Teilbelastung des Bruchs möglich und zur weiteren Behandlung wird ein Gipsverband angelegt.

Bei Brüchen des Typs Weber-C ist es meist notwendig, das betroffene Bein für mehrere Wochen vollständig zu entlasten. Das bedeutet, die Patienten müssen in diesem Fall mehrere Wochen Bettruhe einhalten, damit die Sprunggelenksfraktur in Ruhe abheilen kann.

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Vorbeugung

Einer Sprunggelenksfraktur kann nur bedingt vorgebeugt werden, denn meist entsteht der Bruch aufgrund eines Unfalls. Es ist allenfalls möglich besonders risikoreiche Sportarten zu vermeiden oder zumindest so weit es geht Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. So können Gelenkschoner und entsprechendes Schuhwerk in einigen Fällen eine Sprunggelenksfraktur verhindern.

Bücher über Knochenbrüche, Verletzungen & Unfälle

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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