Sport in der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017
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Sport in der Schwangerschaft? Noch immer sind viele Frauen der Meinung, dass sie während der Schwangerschaft keine sportlichen Aktivitäten setzen dürfen. Dabei kann Sport das Wohlbefinden von Mutter und Kind erheblich unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Schwanger? Bleiben Sie fit!

Der Schwangerschaftstest ist positiv - endlich sind die schweißtreibenden Sporteinheiten Geschichte. Endlich der Freifahrtsschein, um gemütlich auf dem Sofa zu liegen und kein schlechtes Gewissen zu haben – als Schwangere sollte jede Aufregung vermieden werden. Das stimmt soweit, und doch ist es ein Irrglaube, dass Sport in der Schwangerschaft schaden könne.

Schwangere, welche Sport betreiben, schaden weder sich, noch ihrem Ungeborenen. Je fitter nämlich die Frau ist, desto leichter fallen ihr die zahlreichen Veränderungen. Schlussendlich wird - während der Schwangerschaft - das Herz-Kreislauf-System stärker als sonst beansprucht. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass auch während der Schwangerschaft leichter Ausdauersport betrieben wird. Wichtig ist, dass der Puls aber nicht höher als 140 bis 150 Schläge pro Minute wird.

Joggen in der Schwangerschaft

Hat die Schwangere schon vor ihrer Schwangerschaft mit Leidenschaft gejoggt, kann sie dem Hobby auch während der neun Monate nachgehen. Wer regelmäßig joggt, hält seinen Körper fit. Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft nicht gejoggt haben, sollten aber keinesfalls in der Schwangerschaft damit beginnen. Wichtig ist, dass sich die Schwangere vor dem Laufen aufwärmt beziehungsweise auch langsam wieder abkühlt, wenn sie mit der Einheit fertig ist.

Die Geschwindigkeit sollte so angepasst werden, dass eine Unterhaltung während des Laufens möglich wäre. Vor dem Laufen sollte die Schwangere genügend trinken beziehungsweise auch eine Wasserflasche mitführen, um eine Dehydrierung vorzubeugen.

Schwimmen in der Schwangerschaft

Schwimmen ist eine geeignete Sportart, die auch während der Schwangerschaft vollzogen werden kann. Schwimmen steigert die Fitness, belastet aber nicht den Kreislauf und kann die Entspannung fördern. Die Gefahr, dass sich die Schwangere mit einer Infektion ansteckt, ist gering. Natürlich sollten Whirlpools und Thermalbäder vermieden werden, da warmes Wasser das Gefahrenpotential erhöht. Dies gilt jedoch nicht für „normale“ Schwimmbäder.

Wichtig ist, dass nach dem Schwimmen die nasse Kleidung gegen trockene Badebekleidung getauscht wird. Damit auch der Wassereintritt in die Scheide verringert werden kann, können spezielle Tampons verwendet werden. Jene gibt es in Apotheken oder Drogerien. Normale Tampons sind nicht empfehlenswert, da sich diese mit dem Wasser vollsaugen und somit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein Nährboden für Keime zu werden.

Krafttraining & Gymnastik

Hat die Frau schon vor ihrer Schwangerschaft regelmäßiges Krafttraining durchgeführt, kann sie dieses auch während der Schwangerschaft absolvieren. Doch auch wenn das Krafttraining erlaubt ist, sollte darauf geachtet werden, es langsam anzugehen und keinesfalls zu übertreiben.

Übungen an Geräten, solange auf schwere Gewichte aber verzichtet wird, sind möglich. Auf die sogenannte Pressatmung sollte unbedingt verzichtet werden. Eine weitere Möglichkeit ist Gymnastik. Während des Trainings ist es wichtig, dass sich die Schwangere mit dem Pensum wohlfühlt und nicht auf Druck etwaige Übungen macht.

Bei sportlicher Betätigung ist darauf zu achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und gleichmäßig zu atmen. Aus diesem Grund wird Schwangeren geraten, dass sie mit der Nase ein- und mit dem Mund ausatmen. Pressatmungen und ein Luftanhalten sind zu vermeiden. Auf die Frage, wie viel Übungen gut sind beziehungsweise welche Übungen tatsächlich durchgeführt werden sollten, sollte die Schwangere auf ihr Gefühl achten.

Wichtig ist, Sport in der Schwangerschaft als eine zwanglose Angelegenheit zu sehen, die in keinster Weise mit der Verpflichtung einhergehen sollte, Übungen durchführen zu müssen. Sport - vor allem, wenn es sich um Krafteinheiten und Gymnastik handelt - sollte Spaß machen und das Wohlbefinden stärken, nicht jedoch dafür sorgen, ständig erschöpft zu sein.

Warum Sport Mutter & Kind gut tut

Das Ungeborene spürt alle Empfindungen der Frau. Erhöht sich der Puls der Frau, erhöht sich auch gleichzeitig der Puls des Babys. Während des Trainings bewegt sich das Baby ebenfalls. Es schwimmt, strampelt und dreht sich auch intensiver. Ist die Trainingseinheit beendet, beginnt auch die Ruhephase bei dem Ungeborenen. Der Puls beruhigt sich, es wird ruhiger.

Das Fitnesstraining hat also nicht nur Auswirkungen auf die Mutter, sondern auch auf das Kind. Es wurde auch bereits festgehalten, dass Sport in der Schwangerschaft dazu führt, dass Rückenprobleme gar nicht erst auftreten beziehungsweise deutlich gelindert werden und auch eine starke Gewichtszunahme vermieden werden kann.

Auch das Risiko, dass die Schwangere an der sogenannten Schwangerschaftsdiabetes erkrankt, wird minimiert. Frauen, die Sport betreiben, fühlen sich weniger depressiv und haben eine „bessere Laune“; auch Wassereinlagerungen können dadurch teilweise vermindert werden.

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Wann sollten sie auf Sport verzichten?

Aber nicht jede Frau sollte Sport betreiben, wenn sie schwanger ist. Vor allem Frauen, die bereits Fehl- oder Frühgeburten erleben mussten oder auch ständige Gebärmutterkontraktionen haben, sollten auf sportliche Einheiten verzichten. Auch dann, wenn die Schwangere unter Atemwegs- oder Kreislauferkrankungen leidet, Bluthochdruck oder auch Präeklampsie hat, eine Anämie festgestellt wurde oder Blutungen oder Schmierblutungen aufgetreten sind, sollte keinerlei Sport ausgeübt werden.

Auch bei Mehrlingsschwangerschaften ist es ratsam, dass auf Sport verzichtet wird. Fakt ist: Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, sollte man auf Sport verzichten. Tipp: Steigt der Puls auf über 150 Schläge pro Minute, muss eine Pause eingelegt beziehungsweise das Training beendet werden.

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