Sporotrichose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Bei der Sporotrichose handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die die Haut, das Lymphsystem sowie den gesamten Organismus betrifft. Neben dem Menschen befällt die Sporotrichose auch verschiedene Tierarten, etwa Katzen, Hunde, Schimpansen und Rinder. Da eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist, stellt die Sporotrichose eine Zoonose dar. Der auslösende Krankheitserreger der Sporotrichose ist Sporothrix schenckii.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sporotrichose?

Die Sporotrichose zählt zu den Pilzerkrankungen und gilt damit als Mykose. Sie betrifft sowohl den Menschen als auch diverse Tierarten. Am stärksten äußern sich die Beschwerden der Sporotrichose auf der Haut. Darüber hinaus sind Symptome am Lymphsystem sowie dem gesamten Körper möglich. Patienten bemerken die Sporotrichose oftmals an den Läsionen der Haut.

Dabei bilden sich Knötchen unter der Haut, die unter Umständen Schleim abgeben. Synonyme Bezeichnungen der Sporotrichose sind Sporothrix-Mykose oder Morbus Schenk. Der ursächliche Erreger der Sporotrichose heißt Sporothrix schenckii. Die Erkrankung tritt gehäuft in warmen Regionen auf, insbesondere in den Tropen und Subtropen.

Zudem zeigt sich die Sporotrichose oft in Japan und Nordamerika. Hingegen kommt die Sporotrichose in Zentraleuropa so gut wie nicht vor. Im Rahmen der Sporotrichose entwickeln sich in den unteren Hautschichten der Patienten typische Knötchen, die mitunter ein Sekret absondern. Die Therapie der Sporotrichose erfolgt vor allem mittels antimykotischer Wirkstoffe sowie Medikamenten mit Jodgehalt.

Ursachen

Die Ursache der Sporotrichose liegt in einem Erreger namens Sporothrix schenckii. Dabei handelt es sich um einen dimorphen Pilz. Der Krankheitserreger lebt beispielsweise in warmen Erdböden und ist an der Zersetzung von Pflanzenstreu oder Humus beteiligt. Hierbei geht er keine Symbiose mit anderen Pflanzen ein. Unter 30 Grad Celsius wächst Sporothrix schenckii in der Form von Pilzmyzel, während er sich bei Körpertemperatur als Hefe vermehrt.

Die Patienten mit Sporotrichose infizieren sich meist durch unmittelbaren Kontakt mit dem Pilz. Dabei stellen insbesondere offene Wunden auf der Haut eine leichte Eintrittspforte für den Keim dar. Der Kontakt zu Böden erhöht das Risiko, weshalb Bauern oder Gärtner besonders häufig an der Sporotrichose erkranken.

Zudem stecken sich einige Menschen bei Tieren mit der Sporotrichose an. Gefährlich sind dabei vor allem Katzen, die den Krankheitserreger intensiv ausscheiden. Berühren Menschen den Kot oder das Hautsekret von Katzen, kommt es rasch zu einer Infektion mit der Sporotrichose.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Sporotrichose macht sich vor allem auf der Haut an charakteristischen Veränderungen bemerkbar. Oft entwickeln sich die Läsionen nahe von Wunden oder kleinen Verletzungen. Die Knötchen schmerzen nicht und reagieren nicht auf antibakterielle Therapieansätze. Mit der Zeit entstehen häufig Ulzerationen, sodass die Knötchen unter der Haut ein Sekret absondern.

Über das Lymphsystem breitet sich die Sporotrichose meist auf weitere Bereiche der Haut und den Körper aus. So bilden sich einerseits einschmelzende Knötchen auf der Haut und andererseits sogenannte Satelliten-Läsionen. Diese Hautveränderungen sind mehr oder weniger linear entlang der Lymphbahnen angeordnet. Dabei schwellen auch die in der Umgebung befindlichen Lymphknoten an.

Die generalisierte Ausprägung der Sporotrichose kommt vor allem bei Menschen vor, die an einem geschwächten Immunsystem leiden. Dazu gehören zum Beispiel HIV-Patienten sowie Personen, die ein Spenderorgan erhalten haben. Die Beschwerden der Sporotrichose sind dann eher unspezifisch und durch Fieber und Abgeschlagenheit gekennzeichnet. Der Krankheitserreger breitet sich auf diverse Gewebearten und die inneren Organe aus.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Sporotrichose stellt ein Facharzt. Bei der Anamnese geht der Arzt vor allem auf einen kürzlich erfolgten Kontakt zu Tieren ein. Denn insbesondere Katzen fungieren oft als Überträger der Sporotrichose. Bei der klinischen Untersuchung achtet der Arzt darauf, eine Ansteckung mit der Sporotrichose zu vermeiden.

Der Art nimmt Proben der Sekrete der Knoten auf der Haut und untersucht die Ausscheidungen unter dem Mikroskop. Auf diese Weise ist die Sporotrichose relativ unkompliziert anhand der typischen Form der Erreger diagnostizierbar. Zudem führt der Arzt meist einen Immunfluoreszenztest durch.

Im Rahmen der Differentialdiagnose der Sporotrichose klärt der Arzt ab, ob eine Nocardiose, eine Botryomykose, Lepra oder eine Aktinomykose vorliegen. Außerdem ist die Sporotrichose von Katzenpocken und Demodikose abzugrenzen.

Komplikationen

Eine Sporotrichose macht sich vor allem an charakteristischen Hautveränderungen bemerkbar. Wird die Infektion zeitnah erkannt und therapiert, sind keine Komplikationen zu erwarten. Erfolgt keine adäquate Behandlung, ist es möglich, dass sich die Hautläsionen entzünden und nicht auf antibakterielle Therapieansätze reagieren. Die typischen Knötchen unter der Haut können sich außerdem zu sekretabsondernden Ulzerationen fortentwickeln.

Wird die Infektion nicht zeitnah eingedämmt, ist außerdem mit einer Ausbreitung über das Lymphsystem auf andere Bereiche der Haut und des Körpers zu rechnen. Oftmals werden sogenannte Satelliten-Läsionen beobachtet, die sich entlang der Lymphbahnen bilden. Auch ein starkes Anschwellen der Lymphknoten ist häufig der Fall.

Solche Komplikationen treten mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit bei Personen mit angegriffenen Immunsystem auf, insbesondere bei Patienten, die mit HIV infiziert sind. Diese Patientengruppe entwickelt oftmals auch zusätzliche Symptome wie Fieber oder Erschöpfungszustände. Der Krankheitsverlauf kann außerdem dadurch verkompliziert werden, dass es sich bei der Krankheit um eine Zoonose handelt und sich Mensch und Haustier wechselseitig anstecken können.

Dieser Ping-Pong-Effekt kann die Therapie beträchtlich in die Länge ziehen. Wirklich gefährlich wird die Krankheit allerdings erst, wenn die Sporotrichose auf die Lunge übergreift. Wird die Lunge befallen, ist eine intensive medizinische Überwachung der Infektion zwingend erforderlich, da in diesem Fall Lebensgefahr für den Patienten besteht.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Sporotrichose erfolgt beim Menschen vor allem medikamentös. Zunächst ist es erforderlich, dass die Patienten jeden Tag den Wirkstoff Itraconazol über einen Zeitraum von einigen Monaten einnehmen. Zudem eignen sich die Medikamente Fluconazol, Terbinafin und Amphotericin B zur Therapie der Sporotrichose.

Ist die Lunge der Patienten von der Sporotrichose betroffen, erhalten die Personen ebenfalls Amphotericin B. Eine Lungenbeteiligung stellt eine Bedrohung für das Leben der Patienten dar und ist entsprechend streng zu überwachen. Später erhalten die Personen den Wirkstoff Itraconazol.

Die medikamentöse Behandlung der Sporotrichose erstreckt sich über mindestens ein Jahr. Teilweise findet eine Entfernung der Krankheitsherde in der Lunge durch operative Eingriffe statt. HIV-Patienten benötigen unter Umständen eine lebenslange Behandlung der Sporotrichose.

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Vorbeugung

Der Sporotrichose lässt sich bis zu einem gewissen Grad vorbeugen, indem Personen die Risikofaktoren beachten. Da insbesondere Katzen als Überträger der Sporotrichose fungieren, ist ein Kontakt mit infizierten Katzen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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