Spondylarthritis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Bei der Spondylarthritis handelt es sich um eine entzündliche rheumatische Erkrankung, die besonders die Wirbelgelenke befällt. Sie tritt hauptsächlich bei Männern auf und äußert sich durch Rückenschmerzen und eine Versteifung der Wirbelsäule. Die Krankheit ist chronisch und kann nicht vollständig geheilt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Spondylarthritis?

Unter der Bezeichnung Spondylarthritis verstehen Mediziner eine entzündliche Erkrankung, die vornehmlich die Wirbelgelenke betrifft. Sie tritt im Rahmen rheumatischer Krankheiten auf und kann sowohl die Wirbelsäule selbst als auch andere Gelenke im Körper des Betroffenen befallen.

Es existieren unterschiedliche Arten der Erkrankung. Sie äußert sich durch Symptome wie tiefsitzende Rückenschmerzen, Gelenksteife, ein Anschwellen der Finger- oder Zehengelenke und im späteren Stadium durch eine Rückenrundbildung, die durch eine Versteifung der Wirbelsäule hervorgerufen wird.

Unter den Patienten, die unter einer Spondylarthritis leiden, befinden sich zu 70 % Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Die Spondylarthritis ist eine chronische Krankheit, die zwar recht gut behandelbar, aber nicht heilbar ist.

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten einer Spondylarthritis konnten bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass der Erkrankung eine genetische Vorbelastung zugrunde liegen könnte.

Forschungen haben gezeigt, dass bei ungefähr 90 % aller Patienten mit einer Spondylarthritis eine Fehlbildung des HLA-B27-Gens vorliegt. Bei diesem handelt es sich um einen Proteinkomplex, der sich in nahezu allen menschlichen Zellen findet. Kommt es zu einer Mutation dieses Gens, kann diese bestimmte Autoimmunerkrankungen zur Folge haben.

Auch die Entstehung der Spondylarthritis wird auf diesen genetisch bedingten Faktor zurückgeführt. Auffällig ist ebenfalls, dass sich das Auftreten der Erkrankung nicht selten familiär häuft. Mehrere Fälle diagnostizierter Spondylarthritis in der Familie können daher bedeuten, dass auch derzeit noch symptomfreie Nachkommen später unter der Krankheit leiden werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Spondylarthritis kann vom behandelnden Arzt auf unterschiedliche Weisen diagnostiziert werden. In frühen Stadien liefern bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen oftmals keinen Befund.

Im späteren Verlauf sind dagegen knöcherne Auswüchse an den betroffenen Gelenken sichtbar. Beim Abklopfen der Wirbelsäule treten bei den Patienten meist Schmerzen auf. Zur sicheren Diagnose der Spondylarthritis wurden besonders folgende Kriterien eingeführt: anhaltende Rückenschmerzen über mehr als drei Monate, Bewegungseinschränkungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und eine reduzierte Atembreite (Brustumfang bei tiefem Ein- und Ausatmen).

Bleibt eine Spondylarthritis unbehandelt, führt sie im weiteren Verlauf zu stärkeren Schmerzen, die mit deutlichen Bewegungseinschränkungen verbunden sind. In der Folge kann es so etwa zu einer Arbeitsunfähigkeit und einer Abnahme der Lebensqualität im Allgemeinen kommen.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen bei einer Spondylarthritis an starken Schmerzen. Diese treten dabei vor allem im Rücken oder im Kreuz auf und wirken sich dabei sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. In vielen Fällen breiten sich die Schmerzen auch in die Leisten oder in den Nacken aus.

Sollten die Schmerzen in der Nacht auftreten, so kommt es zu Schlafbeschwerden und damit zu einer Gereiztheit des Patienten und möglicherweise zu Depressionen. Auch Einschränkungen in der Bewegung und im Alltag können dabei eintreten. Weiterhin leiden die Betroffenen an Schwierigkeiten beim Laufen aufgrund von Schmerzen in der Ferse.

Sollte die Spondylarthritis nicht behandelt werden, können sich die Schmerzen verstärken, sodass der Betroffene arbeitsunfähig wird und die Lebensqualität weiterhin abnimmt. Die Schmerzen können bei der Spondylarthritis in erster Linie mit Hilfe von Schmerzmitteln behandelt werden. Dabei kommt es nicht zu Komplikationen.

Allerdings kann eine langwierige Einnahme von Schmerzmitteln auch den Magen schädigen. Weiterhin sind die Patienten auf verschiedene Übungen und Therapien angewiesen. Möglicherweise ist auch die Anbringung eines künstlichen Gelenkes notwendig, um die Beschwerden dauerhaft einzuschränken. Die Lebenserwartung des Patienten wird von der Spondylarthritis in der Regel nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Spondylarthritis diagnostiziert, steht bei der folgenden Behandlung meist zunächst die Linderung der Schmerzen an erster Stelle. Diese erfolgt in den meisten Fällen mithilfe von Schmerzmitteln, Antirheumatika oder sogenannten Muskelrelaxantien (Medikamente, welche die Muskeln entspannen).

Kälteanwendungen und gegebenenfalls eine Elektrotherapie können ebenfalls dazu beitragen, dem Betroffenen die Schmerzen zu nehmen. Zusätzlich sollte in jedem Fall eine krankengymnastische Behandlung stattfinden. Diese kann dabei helfen, die Beweglichkeit des Patienten über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Auch die Arbeitsfähigkeit kann so länger bestehen bleiben als ohne entsprechende Behandlung.

Sowohl die medikamentöse als auch die physiotherapeutische Therapie der Spondylarthritis müssen dauerhaft erfolgen, um ein Fortschreiten der Krankheit soweit wie möglich zu verlangsamen. Ist es bereits zu permanenten Schwellungen und Verhärtungen bzw. einen Verschleiß der Gelenke gekommen, muss ein operativer Eingriff stattfinden, um etwa einen künstlichen Gelenkersatz einzubringen. Die Spondylarthritis ist eine chronische Erkrankung, die zwar meist recht langsam verläuft, jedoch nicht heilbar ist.

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Vorbeugung

Da es sich bei der Spondylarthritis um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt, ist ein Vorbeugen im eigentlichen Sinne nicht möglich. Familiär vorbelastete Personen sollten aber regelmäßig einen Arzt aufsuchen, um gegebenenfalls eine schnelle Behandlung erster Symptome einzuleiten. Dasselbe gilt, wenn Beschwerden auftreten, die eine Spondylarthritis als Ursachen haben könnten. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso langsamer wird sie fortschreiten, was die Lebensqualität des Betroffenen deutlich erhöhen kann.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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