Spinaliom (Plattenepithelkarzinom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen steigt von Jahr zu Jahr massiv an. Neben dem äußerst gefährlichen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) finden sich noch eine ganze Reihe "harmloserer" Hautkrebserkrankungen, der oft als "weißer Hautkrebs" bezeichnet wird, da er sich nicht ganz so aggressiv verhält wie das Melanom. Eine Form dieser Krebserkrankungen ist das Plattenepithelkarzinom, das häufig auch als Spinaliom bezeichnet wird. Das Spinaliom ist die zweithäufigste Form des Hautkrebses.

Inhaltsverzeichnis

Definition Spinaliom

Unter einem Spinaliom versteht man einen bösartigen Hauttumor, der an Haut und Schleimhaut auftreten kann und typischerweise warzenartig wächst. Im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs (Melanom) hat er eine relativ gute Prognose.

Obwohl das Spinaliom frühzeitig erkannt äußerst selten metastasiert, kann es Knochen- und Muskelgewebe zerstören. Selten manifestiert sich das Plattenepithelkarzinom als Lungen- oder Bronchialkarzinom, sehr häufig (90%) aber als Speiseröhrenkrebs oder Gebärmutterhalskrebs.

Häufig wird das Spinaliom erst recht spät dem Arzt vorgezeigt, da es in der optischen Form einer Warze nicht bedrohlich wirkt, zumal es keine Schmerzen verursacht. Außerdem zeigen sich Patienten oft eher auf den schwarzen Hautkrebs fixiert und beobachten eher ihre dunklen Muttermale.

Ursachen

Als Ursache für das Spinaliom lässt sich eindeutig, wie bei allen Hautkrebsformen, die übermäßige Sonnenbestrahlung festmachen. Aus diesem Grund entsteht Hautkrebs vorrangig an den sogenannten "Sonnenterrassen", also Hautstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Nase, Stirn, Ohren oder Handrücken.

Eine deutliche Zunahme der Hautkrebserkrankungen lässt sich generell auch durch Solariumbesuche feststellen. Neuere Studien weisen darauf hin, dass unter Umständen auch Humane Papillomviren (HPV) für die Krankheitsentstehung verantwortlich sein können.

Da Plattenepithelkarzinome auch an Schleimhäuten auftreten und sich in Form von Gebärmutterhalskrebs äußern können, kann eine Impfung, die seit einigen Jahren empfohlen wird, gegebenenfalls sinnvoll.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Hautrötungen in Form von schuppenden und verkrusteten Flecken
  • Verhornung und Bildung von Knötchen auf der Haut

Diagnose & Verlauf

Das Spinaliom gilt daher als nicht ganz so gefährlicher Tumor, weil er frühzeitig erkannt bei einer Größe von bis zu 2cm äußerst selten metastasiert. Rechtzeitig entfernt besteht also bei dieser Hautkrebserkrankung eine sehr gute Prognose zur vollständigen Heilung.

Trotzdem sollten Spinaliom-Patienten alle drei bis sechs Monate über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Krebsnachsorge gehen und sich gründlich auf Rezidive, also wiederkehrenden Hautkrebs, untersuchen lassen. In manchen Bundesländern gehört diese Form der Nachsorgeuntersuchung zur Leistung der Krankenkassen.

Das maligne Melanom oder schwarzer Hautkrebs ist ein hochgradig bösartiger Tumor der Pigmentzellen (Melanozyten).
Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Haut mit Schwarzem Hautkrebs. Klicken, um zu vergrößern.

Behandlung

In aller Regel werden Spinaliome operativ entfernt und das entnommene Gewebe anschließend histologisch untersucht, um die Diagnose im Labor zu sichern. Meist geschieht diese Operation ambulant, derartige Eingriffe können aber auch in besonderen Fällen stationär erfolgen, zum Beispiel bei sehr betagten Menschen oder Patienten mit zusätzlichen, risikoreichen Erkrankungen.

Zumeist zahlen die Krankenkassen aber nur eine ambulante Behandlung. Die suspekte Hautstelle wird möglichst großflächig herausgeschnitten, um zu verhindern, eventuell nachschneiden zu müssen. Oft kommt es trotzdem vor, dass der histologische Befund aufzeigt, dass das Spinaliom nicht vollständig entfernt wurde, dann sollte immer eine Nachexzision erfolgen.

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Vorbeugung

Da der Einfluss von Sonnenstrahlen als Hauptursache der Krankheitsentstehung gilt, ist als vorbeugende Maßnahme unbedingt die Vermeidung von übermäßiger Sonnenstrahlung zu nennen. Solariumbesuche werden häufig verharmlost, lösen aber nachweislich Hautkrebserkrankungen aus. Je mehr sich der Mensch der Sonne bzw. Sonnenbestrahlung aussetzt, umso größer wird sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Da auch das Papillomvirus in Verdacht steht, Plattenepithelkarzinome auszulösen, kann auch eine Impfung, vor allem bei jungen Frauen wegen der Gefährdung an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sinnvoll sein. Hier sollten Eltern aktiv werden, da bei jungen Frauen die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen sollte. Eine Absprache mit einem Arzt, ob die Impfung im individuellen Fall Sinn macht, sollte grundsätzlich vorab erfolgen.

Auffällige Muttermale, vor allem solche, die sich schnell verändert haben, sollten immer einem fachkundigen Arzt gezeigt werden. Frühzeitig erkannt, weisen alle Hautkrebsformen eine günstige Prognose auf. Der operative Eingriff zur Entfernung des suspekten Mals ist in aller Regel vergleichsweise unkompliziert, weshalb sich Risikopatienten nicht scheuen sollten, einen Hautarzt aufzusuchen.

Bücher über Hautkrebs

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plötz, G., Ring, J., Hein, R.: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin 2012

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