Spieltherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Für ein Kind stellt das Spielen eine entscheidende Rolle in seiner Entwicklung dar. Über Spiele wird es gefordert und gefördert, weshalb seit 1920 die Spieltherapie als Heilungsansatz bei verschiedenen Erkrankungen genutzt und weiterentwickelt wurde. Je nach Art der Therapie werden bestimmte Bereiche angesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Spieltherapie?

Die Spieltherapie ist ein psychoanalytischer Ansatz, der in der Kinderpsychologie genutzt wird. Entwickelt wurde er im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts von der Psychoanalytikerin Hermine Hug-Hellmuth. In den darauffolgenden Jahren wurde er von verschiedenen Personen übernommen und weiterentwickelt. Der Körper des Kindes wird im Rahmen unterschiedlicher Spiele als Therapiemaßnahme zur Heilung angeregt.

Dabei folgen die Patienten ganz natürlich dem angeborenen Spieltrieb, der zu ihrer Entwicklung beiträgt und der Ausbildung unterschiedlicher Charaktereigenschaften dient. Zudem fördert er das Lernverhalten. Kinder lernen über das Spielen sich selbst und ihre Umwelt kennen und regen ihr Gehirn an. So wird das Gedächtnis des Kindes gefördert und Kinder lernen, sich auszudrücken. Schwierigkeiten im Kindessalter, die nicht von den Eltern gemeistert werden können, können zu psychischen Problemen führen.

Oftmals sind Eltern nicht in der Lage, diese Probleme alleine zu bewältigen. Hierbei kann die Spieltherapie helfen, indem auch die Erziehungsberechtigten die besondere Ausdrucksweise ihres Kindes erlernen. Zudem kann der Therapeut im Spiel feststellen, ob eine längere Therapie vonnöten ist. Für Kinder bis zum Teenageralter ist die Spieltherapie die Methode der Wahl, sich auch nonverbal auszudrücken und auch mit Gedanken auseinanderzusetzen, die sie sonst nicht aussprechen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Ziele der Spieltherapie sind einerseits der Abbau neurotischer Verhaltensweisen und das Erlangen neuer Erkenntnisse. Andererseits weckt das Kind seine Fähigkeiten und lernt, seine Gefühle in Worte zu fassen. Hinzu kommt das Erlernen von Wertschätzung und Akzeptanz des eigenen Selbst. Ein anderes Ziel ist die Entwicklung von Strategien zur Problemlösung und die Ausbildung von emotionaler Stabilität.

Genutzt wird die Spieltherapie, wenn Kinder beispielsweise an einer Entwicklungsverzögerung oder -verlangsamung leiden. Dazu kommen häufig emotionale und psychosomatische Probleme. Diese zeigen sich in ängstlichem, aggressiven oder häufig schüchternem Verhalten. Die Kinder wirken unruhig, zappelig oder verweigern sich gänzlich. Emotionaler Stress kann zu chronischen Bauch- und Kopfschmerzen führen, für die sich in der Regel keinerlei körperliche Ursache finden lassen. Je nach Alter koten oder nässen betroffene Kinder sich wieder ein, obwohl sie aus dem Alter längst heraus sind. Außerdem wird die Spieltherapie bei sozialen Schwierigkeiten genutzt. Betroffene spielen selten, haben meist wenig Freunde und Schwierigkeiten, andere Kinder anzusprechen. Sie wissen nicht, wie sie sich anderen gegenüber verhalten sollen und haben oftmals Probleme, sich an Regeln zu halten. In der Schule können sie Außenseiter sein und Zuhause kommt es beispielsweise zu starken Rivalitäten mit Geschwistern.

Die Spieltherapie ist ein psychoanalytischer Ansatz, der in der Kinderpsychologie genutzt wird. Entwickelt wurde er im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts von der Psychoanalytikerin Hermine Hug-Hellmuth.

Die Gründe für emotionale Probleme können vielfältig sein. Häufig sind schwierige häusliche Situationen dafür verantwortlich. Dazu gehören Trennungen oder Scheidungen der Eltern sowie Umzüge oder Verluste, die sie verarbeiten müssen. Ist das Kind selbst krank oder eine nahestehende Person, bedeutet dies starken Stress, der zu Apathie oder Aggression führen kann. Außerhalb des Elternhauses kann auch Mobbing und Gewalt in der Schule der Grund für Verhaltensauffälligkeiten sein.

Um diese Dinge nicht nur herauszufinden, sondern auch Lösungsansätze zu finden, werden in der Therapie verschiedene Arten des Spiels genutzt. Dazu gehören verschiedene Arten des Funktionsspiels, welches bei Säuglingen und Kleinkindern genutzt wird. Hierbei werden durch Wiederholungen von Handlungsabläufen neue Fähigkeiten erworben. Eine andere Möglichkeit ist das so genannte Symbolspiel, bei dem Verhaltensweisen oder Gegenstände gemerkt werden müssen. Auch die Aufgabe der Nachahmung der Eltern ist möglich, bei der fiktive Handlungen nachgespielt werden müssen. Daneben lernt das Kind im Konstruktionsspiel, sich selbst zu organisieren, durch Scheitern zu lernen und zu experimentieren. Zudem erlernt es über Rollenspiele soziale Verhaltensweisen.

Dies erfolgt in aller Regel über Doktor- oder Vater-Mutter-Kind-Spiele, bei denen das Kind in eine der Rollen schlüpft. Dies ist eine Möglichkeit, positive und negative Erfahrungen zu verarbeiten und dem Therapeut Anhaltspunkte für Schwierigkeiten zu geben. Bei Regelspielen erlernen Kinder, sich an Abmachungen zu halten. Zudem sollen sie mit Frustration umzugehen lernen und ein Verständnis für richtig und falsch entwickeln. Die Voraussetzung für das Regelspiel ist die Fähigkeit, sich entsprechend verbal oder nonverbal auszudrücken. Die meisten dieser Ansätze werden auch von Heilpädagogen und Heilerziehungspflegern eingesetzt.

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Besonderheiten

Die Spieltherapie weist einige Besonderheiten auf. Dazu gehört in erster Linie die Abwesenheit einer Therapie-Atmosphäre. Kinder, die in psychologischer Behandlung sind, fühlen sich oftmals unter Druck gesetzt oder eingeschüchtert. Bei der Spieltherapie hingegen können sie sich entspannen und vergessen schnell um die Therapie an sich. Zudem können sie so leichter einen Draht zu dem Therapeuten aufbauen. Durch die unterschiedlichen Spiele wird zudem ganz natürlich Freude und Spannung sowie Neugierde geweckt.

Dies hilft bei einer natürlichen Entwicklung des Kindes und bietet die Möglichkeit der Entfaltung. Merkmale der Spieltherapie sind beispielsweise die Desensibilisierung durch Wiederholungsspiele, das Vergessen der Zeit und die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt und das Spiel dient als Ventil für angestaute Gefühle. Außerdem lernen Kinder so, sich zu artikulieren und sich in Sprache zu äußern. Dadurch können Probleme besser behandelt und gelöst werden.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Largo, H.: Kinderjahre. Piper, München 2016
  • Reinhardt, D., Nicolai, T., Zimmer, K.-P.:Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Steinhausen, H.-C. (Hrsg.): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Urban & Fischer, München 2010

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