Spermiogramm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Das Spermiogramm ist die Untersuchung der männlichen Spermien mit dem Ziel, herauszufinden, ob diese dazu in der Lage sind, ohne Unterstützung von außen eine weibliche Eizelle zu befruchten. Spermiogramme stehen oft am Anfang einer Untersuchung des Mannes bei Problemen von Paaren, schwanger zu werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Spermiogramm?

Spermiogramme sind oft die erste körperliche Untersuchung des Mannes, wenn ein Paar schwanger werden will und es bisher nicht geklappt hat. Es dient der Untersuchung der Spermienqualität und -menge. Die Spermien werden unter dem Mikroskop untersucht und es kann festgestellt werden, ob die Fruchtbarkeitsprobleme des Paares am Mann liegen.

Spermiogramme diagnostizieren somit eine der häufigsten Ursachen von Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Beim Spermiogramm gibt der Mann eine Samenprobe ab, die anschließend im Labor unter dem Mikroskop analysiert wird. Hierbei wird unter anderem festgestellt, ob die Spermienmenge ausreichend ist und wie die Spermien beschaffen sind. Es wird ein Prozentwert ermittelt, wie viele Spermien bewegungsfähig sind und ob dieser Anteil ausreichend wäre zur Befruchtung einer Eizelle.

Außerdem kann bei der mikroskopischen Untersuchung des Spermas festgestellt werden, ob möglicherweise Deformationen der Spermien vorliegen, die sie bewegungsunfähig machen, sodass keine Befruchtung auf normalem Wege stattfinden könnte. Das Spermiogramm ist maßgeblich zur Entscheidung über eine künstliche Befruchtung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Spermiogramme sind eine nicht-invasive Untersuchungsmethode und gleichzeitig eine sichere Möglichkeit, einige der häufigsten Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann binnen kurzer Zeit festzustellen. Deswegen sind sie eine der ersten Untersuchungen, wenn ein Paar mit Problemen, schwanger zu werden, den Arzt konsultiert.

Gleichzeitig zum Spermiogramm beim Mann muss auch die Frau untersucht werden, da Fruchtbarkeitsprobleme auf beiden Seiten liegen können. Beim Spermiogramm wird der Mann zunächst gebeten, eine Samenprobe abzugeben, die direkt in der Arztpraxis durch Masturbation gewonnen wird. Untersucht wird im ersten Schritt die Menge der Spermien in der Spermienflüssigkeit, da das Problem bereits darin begründet liegen kann, dass nicht genug Spermien in die Gebärmutter und Eileiter der Frau gelangen. Anschließend wird die Form der Spermazellen überprüft. Deformationen der einzelnen Spermien sind ebenfalls ein häufiger Grund für Probleme mit der Fruchtbarkeit.

Das Spermiogramm ist die Untersuchung der männlichen Spermien mit dem Ziel, herauszufinden, ob diese dazu in der Lage sind, ohne Unterstützung von außen eine weibliche Eizelle zu befruchten.

Das Spermiogramm zeigt auf, ob und wie viele Spermien dadurch bewegungsunfähig und damit nicht in der Lage sind, die Eizelle zu befruchten. Auch andere wichtige Merkmale hinsichtlich der Form und Beschaffenheit der Spermien werden untersucht und bewertet, um festzustellen, ob die Fruchtbarkeit gewährleistet ist oder nicht. Weiterhin trifft das Spermiogramm eine Aussage darüber, wie viele Spermien im Ejakulat leben und damit befruchtungsfähig sind und ob Antikörper gegen Spermien gefunden werden konnten. Antikörper gegen eigene Körperzellen töten diese ab und sorgen dafür, dass der Mann zwar ein normales Sexleben führen kann, aber nur noch begrenzt fruchtbar ist. Da sich Antikörper gegen Spermatozoen nicht anderweitig bemerkbar machen, ist ein Spermiogramm die einzige Möglichkeit, diese festzustellen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet des Spermiogramms ist die Nachuntersuchung nach einer Vasektomie, die die gewollte Sterilisation des Mannes zum Hintergrund hat. Nach erfolgreicher Vasektomie dürften keine Spermien mehr im Ejakulat enthalten sein. Nur dann ist Geschlechtsverkehr ohne weiteren Empfängnisschutz wirklich sicher. Bei Vasektomien des Mannes kann es durchaus vorkommen, dass doch noch eine eingeschränkte Fruchtbarkeit vorhanden ist, selbst nach dem Eingriff - ein Spermiogramm kann dieses Risiko ausschließen und die Gewissheit geben, dass das gewünschte Ergebnis des Eingriffs eingetreten ist.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Erstellung eines Spermiogramms ist keine invasive Untersuchung und somit für den Mann völlig ungefährlich. Risiken oder Nebenwirkungen gibt es ebenfalls nicht. Lediglich die Abgabe einer Spermaprobe kann unangenehm sein, da diese durch Masturbation vor Ort in der Arztpraxis erfolgt und viele Männer sich damit nicht wohl fühlen. Hilfreich kann es sein, sich bewusst zu machen, dass Ärzte und Arzthelfer in Fruchtbarkeitszentren jeden Tag damit konfrontiert sind dass sie dementsprechend damit umzugehen wissen.

Die Anfertigung eines Spermiogramms kann jedoch die Erkenntnis zutage fördern, dass die Unfruchtbarkeit eines Paares am Mann liegt. Damit haben viele betroffene Männer psychische Probleme, da sie sich auch über ihre Fähigkeit definieren, der Partnerin den Kinderwunsch zu erfüllen. In guten Fruchtbarkeitszentren wird bei der Erstellung des Spermiogramms vorsorglich darauf hingewiesen, dass das Ergebnis auch negativ ausfallen kann, damit die Männer darauf vorbereitet werden.

Wenn nach einem unerfreulichen Ergebnis des Spermiogramms tatsächlich trübe Stimmung aufkommt, ist es deswegen nicht verkehrt, eine psychologische Beratung aufzusuchen. Diese kann mögliche depressive Verstimmungen durch ein unerfreuliches Ergebnis des Spermiogramms rechtzeitig erkennen und verhindern, bevor sie sich zu einem tatsächlichen psychischen Problem entwickeln.

Spermiogramme können positiverweise auch den Anlass zur künstlichen Befruchtung liefern. Zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder zur eigenen Bestätigung, dass eine Schwangerschaft anders nicht möglich ist, sind sie notwendig. Weiß das Paar, dass eine Schwangerschaft aufgrund der Spermienqualität des Mannes unwahrscheinlich ist, kann es sich für die künstliche Befruchtung entscheiden. Diese Methode ist inzwischen sehr weit ausgereift und hat schon vielen Paaren mit ähnlichen Problemen zum Wunschkind verholfen. Die Erkenntnisse des Spermiogramms geben Aufschluss darüber, wie sie am besten durchgeführt wird, da das Problem durch sie genau bekannt wird.

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Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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