Spermatitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Von einer Spermatitis spricht die Medizin, wenn die Samenstränge eines Mannes oder eines männlichen Säugetiers entzündet sind. Die Spermatitis wird auch als Funiculitis bezeichnet und kann auftreten, wenn eine Entzündung der Samenleiter (Deferentitis genannt) oder Hoden (Orchitis) nicht behandelt wird oder aus anderweitigen Gründen zu weit voranschreitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spermatitis?

Eine Spermatitis oder auch Funiculitis bezeichnet eine Entzündung der Samenleiter des Mannes. Meistens tritt diese infolge einer Entzündung der Hoden, der Nebenhoden oder der Samenleiter auf. Eine weitere und häufige Ursache kann eine Gonorrhö (umgangssprachlicher ein Tripper genannt) sein.

Die Spermatitis ist meistens mit großen Schmerzen und Symptomen wie Fieber verbunden und muss unbedingt von einem Arzt begutachtet und behandelt werden. Denn recht häufig tritt die Spermatitis auf, wenn die grundsätzliche Ursache von dieser nicht rechtzeitig oder nicht fachgerecht behandelt wurde. Spätfolgen wie eine dauerhafte Schädigung des betroffenen Samenstranges durch eine Verwachsung und eine darauf folgende Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit sind nicht ausgeschlossen.

Ursachen

Da sie meistens auf eine Entzündung der Samenleiter, der Hoden oder der Nebenhoden folgt, findet sich die grundlegende Ursache für eine Funiculitis oft bei diesen. Diese entstehen jedoch in der Regel durch eine bakterielle Entzündung der Harnwege oder der Prostata, sodass die Grundursache der Spermatitis auch in diesen zu finden ist.

Dabei tritt eine Hodenentzündung zahlreichen medizinischen Aufzeichnungen und Studien nach deutlich häufiger auf als eine Entzündung der Nebenhoden. Noch häufiger tritt allerdings eine Entzündung der Samenleiter auf, da sich die Erreger von den Harnwegen oder der Prostata über diese in den männlichen Geschlechtsorganen ausbreiten. Oft tritt eine Spermatitis also nicht erst nach, sondern bereits während einer Entzündung der Hoden, der Prostata oder der Samenleiter auf.

Eine weitere Ursache für Entzündungen der männlichen Geschlechtsorgane und somit oftmals auch der Samenstränge sind bei Männern unter dem 35. Lebensjahr übrigens Chlamydien. Bei Männern über dem 35. Lebensjahr tritt die Spermatitis hingegen häufiger bei Männern auf, die einen Blasenkatheter tragen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome einer Spermatitis ähneln denen einer Entzündung der Samenleiter oder der Hoden stark – auch, weil sie oft mit diesen einhergehen. In der Regel treten die ersten starken Beschwerden bei einer Funiculitis innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach dem Krankheitsbeginn auf. Da es sich bei einer Entzündung der Samenstränge aber meist um eine Folgeerkrankung leidet, gehen die Beschwerden der Grundentzündung oft in die Symptome der Funiculitis über.

Häufig vermelden Patienten, dass die Beschwerden stärker werden oder erst abklangen und dann wieder auftraten. Typische Symptome einer Spermatitis sind hohes Fieber (bis 40 °C), eine leichte Schwellung der Hoden, eine warme und gerötete Haut sowie Schmerzen im Bereich der Hoden, des Unterbauchs und der Leiste.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da eine Spermatitis in der Regel gemeinsam mit einer anderweitigen Entzündung der männlichen Geschlechtsorgane auftritt und die Symptome sich stark ähneln, ist es mitunter schwer, diese alleinig zu diagnostizieren. Dennoch ist es wichtig, einen Facharzt der Urologie aufzusuchen – rechtzeitig, wenn die ersten Beschwerden auftreten. Nur dieser kann die Symptome anhand ihrer Art und Lage genau einschätzen und so eine geeignete Therapie in die Wege leiten.

Dies kann eventuell sogar geschehen, bevor sich die Grundentzündung auf die Samenstränge ausbreitet. Für die Diagnose stehen dem Facharzt heute übrigens Mittel wie Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen des Unterbauchs, der Leisten und der Hoden, aber auch Blut- und Urintests zur Verfügung. Darüber hinaus wird der Arzt durch eine Befragung des Patienten sowie durch eine körperliche Untersuchung eine Diagnose stellen.

Komplikationen

In der Regel kann eine Spermatitis gut mit Antibiotika behandelt werden. Gleichzeitig werden Schmerzmittel verabreicht, da die Entzündung der Samenstränge mit starken und quälenden Schmerzen verbunden ist. Die Schmerzen können auch durch kühle Umschläge im Bereich des Unterleibs gemildert werden.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Umschläge auf keinen Fall zu kalt sein sollten. Die Funktion der Hoden und Samenstränge ist auf Wärme angewiesen. Bei einer zu kalten Behandlung kann das zu dauerhaften Funktionseinschränkungen führen. Im Rahmen der Antibiotikabehandlung sollte die Spermatitis nach zwei Wochen abgeklungen sein. In seltenen Fällen bleiben die Beschwerden jedoch trotz der Therapie bestehen.

Dann haben sich unter Umständen eiterhaltige Entzündungen gebildet, welche die Funktion der Hoden und der Samenstränge bedrohen. In diesen Fällen treten dann extrem schmerzhafte Samenstrangschwellungen auf, die zu Fibrosen und Verwachsungen führen können. Das stellt eine Komplikation der Spermatitis dar, in deren Folge die Gefahr der Unfruchtbarkeit droht. Unter diesen Umständen ist eine Operation notwendig.

Wen diese rechtzeitig durchgeführt wird, kann die Fruchtbarkeit erhalten bleiben. In sehr seltenen Fällen geht es jedoch manchmal nicht nur darum, die Fruchtbarkeit zu erhalten, sondern sogar das Leben zu retten. Besonders bei Personen mit anderen Grundkrankheiten oder bei immungeschwächten Patienten kann sich die Infektion auf den gesamten Körper ausdehnen und zu lebensgefährlichen Komplikationen führen.

Therapie & Behandlung

Üblicherweise wird eine Funiculitis wie beispielsweise auch eine Entzündung der Hoden mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. Zudem wird dem betroffenen Patienten für die Zeit der Genesung, die bis zu zwei Wochen betragen kann, viel Ruhe oder sogar Bettruhe verordnet. Schmerzen und Wärmegefühle können zudem nicht nur mit Schmerzmitteln, sondern auch durch kalte Umschläge in der Unterleibsregion gelindert werden – was auch für eine schnellere Genesung sorgen kann.

Allerdings sollten die Umschläge keinesfalls zu kalt sein. Eispackungen, die zum Beispiel bei verstauchten und verletzten Gelenken verwendet werden, sollten hier nicht zum Einsatz kommen. Der erfolgreiche Prozess der Heilung zeigt sich dadurch, dass die Schmerzen und die Symptome bereits nach kurzer Zeit nach und nach abklingen. Ist dies nicht der Fall, sollte unbedingt der behandelnde Facharzt informiert werden. Und: In seltenen Fällen, etwa wenn sich eine starke eiterartige Entzündung im Hoden an oder in den Samensträngen gebildet hat, ist ein operativer Eingriff notwendig.

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Vorbeugung

Einer Spermatitis lässt sich wie auch den Auslösern meistens nicht entgegenwirken. Allerdings kann eine solche eventuell durch eine rechtzeitige Behandlung der Ursache vermieden oder in ihrer Schwere positiv beeinflusst werden. Das heißt, dass eine Entzündung der Hoden, der Samenleiter oder der Samenstränge mit der richtigen fachärztlichen Behandlung meistens schneller und unproblematischer abläuft, als wenn sie nicht oder zu spät behandelt wird. Tritt eine Funiculitis allerdings häufiger auf, sollte unbedingt nach Ursachen gesucht werden, die diese begünstigen könnten. Auch hier ist allerdings der Urologe des Vertrauens der beste und erste Ansprechpartner.

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Quellen

  • Finke, F., Piechota, H., Schaefer, R.M., Sökeland, J., Stephan-Odenthal, M., Linden, P.: Die urologische Praxis. Uni-Med, Bremen 2007
  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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