Spermarche

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Februar 2017
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Mit der Spermarche gelangt ein männlicher Jugendlicher zur Geschlechtsreife. Das Ejakulat enthält erst mit der Spermarche tatsächliche Spermien. Bei einem Mangel an Testosteron kann die Spermarche gestört sein oder sogar ausbleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Spermarche?

In der Pubertät gelangen Menschen zur Fortpflanzungsfähigkeit. Während die erste Periode bei Frauen die Geschlechtsreife ankündigt, beginnt für männliche Jugendliche allmählich die Produktion von Spermien innerhalb der Hoden. Der Beginn der Spermienproduktion wird als Spermarche bezeichnet. Bei diesem Fachbegriff handelt es sich um ein Lehnwort aus dem Griechischen, wo "archḗ" so viel wie "Anfang" bedeutet.

Sexuell vermehrt aktive Jugendliche könne vor der Spermarche durchaus zum Orgasmus gelangen, aber sondern vor der Geschlechtsreife lediglich ein geringfügiges Sekret ohne Spermien ab. Der erste echte Samenerguss wird als Ejakularche bezeichnet und kann erst nach dem Eintritt der Spermarche stattfinden.

Die Spermienanzahl im Ejakulationssekret ist kurz nach Eintritt der Spermarche noch relativ gering, erhöht sich dann aber Stück für Stück. Der Zeitpunkt der Spermarche und der Ejakularche ist durch bloße Beobachtung nicht zweifellos einschätzbar und kann lediglich durch Hilfsmittel bestimmt werden.

Wenn männliche Jugendliche vor der Spermarche keinen Orgasmus erlebt haben und zur Zeit der einsetzenden Geschlechtsreife sexuell nicht aktiv sind, findet die Ejakularche in Form erstmaliger Pollution oder Polluarche statt. Bei der Pollution handelt es sich um einen Samenerguss ohne Wachbewusstsein, also um einen Orgasmus der während des Schlafes auftritt. Die Spermarche wird mittlerweile ab einem Durchschnittsalter von 13 Jahren erwartet.

Funktion & Aufgabe

Die männlichen Geschlechtsorgane sind schon unmittelbar nach der Geburt vollständig angelegt, aber differenzieren sich im Verlauf der Pubertät unter geschlechtshormonellen Einflüssen weiter aus. Der Testosteronspiegel im Blut steigt an und die Hoden erreichen volle Funktionalität. Zu dieser vollen Funktionalität zählt die Fähigkeit zur Spermienproduktion.

Vor der Spermarche entspricht der Orgasmus der Heranwachsenden einer Ausschüttung von Sekreten. Erst nach der Spermarche handelt es sich um einen tatsächlichen Samenerguss im Sinne einer Ejakulation. Der erste "echte" Samenerguss im Anschluss an die Spermarche zeigt die Geschlechtsreife des Heranwachsenden an. In der Pubertät verändert sich also das Ejakulat von männlichen Heranwachsenden und besteht nach der Spermarche aus zellulären Bestandteilen wie Spermien und Epithelzellen der Hodenkanälchen, die sich in flüssigen Bestandteilen wie Seminalplasma bewegen.

In den ersten Ejakulaten sind nur wenige Spermien vorhanden, die in der Regel mindere Qualität besitzen und in vielen Fällen noch nicht befruchtungsfähig sind. In der auf die Spermarche folgenden Zeit erhöhen sich Stück für Stück ihre Anzahl und auch die Qualität von Spermien im Ejakulat. Die Zeugungsfähigkeit tritt ein.

Mit der Spermarche gelangt ein männlicher Jugendlicher zur Geschlechtsreife. Das Ejakulat enthält erst mit der Spermarche tatsächliche Spermien.

Als Qualität ist in diesem Zusammenhang vor allem die Vitalität und Bewegungsfähigkeit oder Agilität zu verstehen. Nur ein schnelles und starkes Spermium erreicht die weibliche Eizelle nach dem Geschlechtsakt rechtzeitig und kann in sie eindringen.

In geschlechtsreifen Hoden liegen Stamm-Spermatogonie, die zu zwei Arten von Spermatogonien werden. Die sogenannten A-Spermatogonien entstammen den Stamm-Spermatogonien direkt und führen eine mitotische Teilung in zwei Tochterzellen durch, von denen sich eine Zelle weiter teilt. Ihre Tochterzellen sind sogenannte B-Spermatogonien und gehen in die Phase der Reifung über.

Zytplasmafortsätze verbinden B-Spermatogonien zu Gruppen, die gemeinsam das Reifestadium durchmachen. Sie wandern bei der Reifung über die Blut-Hoden-Schranke in Richtung der Hodenkanälchen und werden dort als Spermatozyten erster Ordnung bezeichnet. Als solche durchlaufen sie eine erste Reifeteilung im Sinne der Haploidisierung, bei der zwei Spermatozyten zweiter Ordnung entstehen.

Mit der zweiten Reifeteilung im Sinne der Äquationsteilung (Meiose) bilden sich zwei Spermatiden hervor. Ein primärer Spermatozyt wird also zu vier Spermatiden, die bei der Spermiogenese zu Spermien werden. Der erste Schritt der Spermiogenese entspricht einer Kernkondensation, die mit Zellplasmaverlust und einer Schwanzbildung einhergeht. Zusätzlich bildet sich das Akrosom zum Eindringen in die Eizelle.

Für den Beginn all dieser Prozesse spielt die erhöhte Testosteronausschüttung in der Pubertät eine Rolle. Neben den zellulären Bestandteilen des Ejakulats wird bei der Spermarche Seminalplasma auf Basis der Sekrete akzessorischer Geschlechtsdrüsen gebildet.

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Krankheiten & Beschwerden

Das Testosteron ist für die Spermarche und die Entwicklung der männlichen Geschlechtsreife der relevanteste Faktor. Das Hormon stammt aus den Leydig-Zwischenzellen. Erkrankungen dieser Zellen, so beispielsweise Tumore oder entzündliche Schädigungen, können einen Testosteronmangel zur Folge haben. Ein solcher Mangel kann im Extremfall zum Ausbleiben von Spermarche und damit auch der Geschlechtsreife führen.

Nicht nur eine Minderproduktion von Testosteron in den Zellen, sondern auch eine verminderte Empfänglichkeit für das Hormon kann zu Störungen der Spermarche und Geschlechtsreifung führen. Testosteronrezeptoren sind Zellen, die die Anwesenheit von Testosteron sensibel registrieren und an das Hormon binden, um die beschriebenen Prozesse einzuleiten. Wenn diese Rezeptoren unterdurchschnittlich sensibel sind, treten Störungen ein.

Da die Zellen von Nervenzentren im Hypothalamus gesteuert werden, kann auch bei einer Läsion der Steuerzentren im Hypothalamus die Geschlechtsreife ausbleiben. Durch abnorme Zustände in den übergeordneten Steuerzentren, wie eine verfrüht stimulierte Testosteronproduktion, kann die Pubertät mit Spermarche verfrüht einsetzen. Eine verfrüht einsetzende Pubertät und Geschlechtsreife muss allerdings nicht zwingend mit Krankheitswert assoziiert sein. Auch genetische Faktoren können diesen Zusammenhang begünstigen. Für eine Verzögerung der Vorgänge gilt dasselbe. Körperliche Ursachen für eine verzögerte Pubertät können außerdem in einer Entfernung der Schilddrüse bestehen.

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