Spermaallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Eine Spermaallergie ist eine seltene allergische Reaktion auf männlichen Sperma. Sie entsteht wie jede andere Allergie durch eine Sensibilisierung des Immunsystem auf bestimmte Eiweiße im Sperma. Antihistamine sind eine akute, eine Desensibilisierung eine mögliche dauerhafte Heilung der Allergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Spermaallergie?

Auch wenn dies sehr selten vorkommt, existieren allergische Reaktionen auf Sperma, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Diese Spermaallergie tritt auf, wenn das Immunsystem des Körpers die Proteine im Sperma als feindliche Eindringliche identifiziert, bspw. als Viren oder Bakterien.

Die allergische Reaktion sollte demnach bemerkt werden, nachdem orale, vaginaler oder analer Sex ohne Barriere (bspw. Kondom) ausgeführt wurde. Bei Männern kommt die Spermaallergie seltener vor als bei Frauen, aber auch sie können beim Sex mit anderen Männern eine allergische Reaktion bemerken, oder sogar allergisch auf das eigene Sperma reagieren.

Die Symptome variieren, viele Betroffene bemerken Jucken, Rötungen und Stechen. Eine Spermaallergie kann zu Fruchtbarkeitsproblemen führen, da die weißen Blutkörperchen das Sperma daran hindern können, die Eizellen zu erreichen.

Ursachen

Typischerweise macht sich eine Spermaallergie nicht beim ersten Kontakt mit Sperma bemerkbar. Die meisten Menschen können mehrmals mit Sperma in Kontakt kommen, bis sich eine Allergie entwickelt.

Das Immunsystem sensibilisiert sich über einen längeren Zeitraum und die weißen Blutzellen entwickeln Immunoglobulin E; ein Antikörper gegen das Eiweiß im Sperma. Haben diese Antikörper sich ausgebildet, reagieren sie beim nächsten Eintritt von Sperma und binden sich an die Eiweißzellen. Sie sorgen auch für die Ausschüttung von bestimmten Chemikalien, bspw. Histamin, die Rötungen, Jucken, Stechen, Schwellung, also die üblichen allergischen Reaktionen hervorrufen.

Menschen die allergisch sind gegen das Sperma ihres Partners sind, sind in der Regel allergisch gegen jedes Sperma. Auch heterosexuelle Männer können eine Allergie gegen ihr eigenes Sperma entwickeln. Dies geschieht meist, wenn dieses mit ihrem Blut in Berührung kommt, bspw. bei einer Vasektomie.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Wenn eine Spermaallergie vermutet wird, wird bei der Betroffenen in der Regel ein Hauttest oder ein spezieller Immunoglobulin-Test vorgenommen. Betroffene, die durch die Allergie eine Anaphylaxie erleiden, sollten sofort mit Epinephrin behandelt werden. Bei einem Hauttest wird die Haut des Patienten leicht angekratzt oder gestochen und dem Allergen ausgesetzt. Falls die Patientin eine Spermaallergie hat, zeigt sich das in einer Rötung der Haut, ähnlich einem Mückenstich.

Der Arzt wird die Intensität der Schwellung und damit der Allergie messen. Ein spezieller Immunoglobulin-Test zur Bestimmung einer Allergie ist sehr viel ungenauer als ein Hauttest und wird in der Regel nur angewendet, wenn der Patient eine ernsthafte Hautkrankheit hat.

Komplikationen

Eine Spermaallergie muss nicht in jedem Fall zu besonderen Kompilationen oder zu Beschwerden führen. Diese treten dabei nur dann auf, wenn die betroffene Person in Kontakt mit Sperma kommt. Dabei kann es zu Rötungen und zu einem Juckreiz auf der Haut kommen. Auch Schmerzen können dabei auftreten und die Haut wirkt angeschwollen.

Weiterhin verstärken sich die Beschwerden, wenn der Kontakt mit dem Sperma nicht unterbrochen wird. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden wieder von alleine, wenn der Kontakt unterbrochen wird. In schwerwiegenden Fällen ist allerdings die Behandlung von einem Notarzt notwendig, um die Beschwerden zu lindern.

Vor allem bei schon bestehenden Hautbeschwerden kann die Spermaallergie zu schwerwiegenden Beschwerden führen und die Lebensqualität erheblich einschränken. Ebenfalls kann sich die Spermaallergie negativ auf die Beziehung zum eigenen Partner auswirken und dabei eventuell zu Spannungen führen.

Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung dieser Allergie notwendig. Allerdings kann auch eine Sensibilisierung durchgeführt werden, um die Beschwerden zu lindern. Dabei treten keine Komplikationen auf. Auch die Lebenserwartung des betroffenen Patienten wird von der Erkrankung nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Als eine zeitweise Heilung von Spermaallergie wird die Desensibilisierung angewandt. Bei dieser Methode wird die Patientin über eine bestimmte Zeitlänge einer ansteigenden Substanz von Allergenen ausgesetzt, um den Körper an das Sperma zu gewöhnen.

Frauen, die schwanger werden wollen, müssen sich ggf. einer künstlichen Befruchtung unterziehen, falls diese Desensibilisierung keinen Erfolg verzeichnen sollte. Auch Allergie-Medikamente wie Antihistamine werden eingesetzt, um die Symptome zu bekämpfen. Falls keine Schwangerschaft erzielt werden soll, ist der Sex mit Barriere zu empfehlen, bspw. mit einem Kondom.

Bei einer künstlichen Befruchtung wird eine Probe des Spermas entnommen und das spezifische Allergen aus der Probe entfernt. Anschließend wird diese allergenfreie Probe in den Uterus der Frau eingeführt. Die Desensibilisierung erfolgt entweder durch die gezielte Verabreichung von Samen des Partners in die Vagina der Frau, oder durch eine Injektion des Allergens in kurzen Zeitabständen in die Blutbahn des Partners oder der Partnerin.

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Vorbeugung

Es gibt zurzeit keine wirksame Vorbeugung von Spermaalergie. Doch es gibt einige Möglichkeiten, um die Symptome zu reduzieren. Vor dem Sex können allergische Betroffene Antihistamine einnehmen, um die Symptome während und nach des Sex zu mindern.

Auch das Tragen von Kondomen vermindert den Kontakt mit Sperma und damit die Symptome. Menschen mit einer Neigung zu Anaphylaxie sollten immer einen Epinephrin-Stift bei sich tragen und Freunde und Verwandte anweisen diesen zu benutzen.

Bücher über Allergien

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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