Speiseröhrenverengung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Die Speiseröhrenverengung oder Ösophagusstenose zählt zu den weniger gefährlichen Komplikationen. Unbehandelt kann allerdings nicht nur sie selbst gefährlich werden, sondern auch ein Zeichen für andere Krankheiten sein. Insoweit bedarf die Speiseröhrenverengung in jedem Fall unverzüglicher ärztlicher Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Speiseröhrenverengung?

Das menschliche Verdauungssystem beginnt im engeren Sinne erst ab dem Magenbereich, wo durch die dort enthaltenen Magensäfte die zerkaute Mahlzeit vorverdaut und für Aufnahme im Dünn- sowie Dickdarm vorbereitet wird.

Damit die Mahlzeit erst dorthin gelangen kann, muss sie die Speiseröhre passieren. Die Verengungen der Speiseröhre, Mediziner sprechen von der Speiseröhrenverengung oder auch Ösophagusstenose, ist für sich allein genommen zwar weniger gefährlich oder zumindest gut therapierbar, allerdings kann sie ein Anzeichen für das Vorliegen anderer Grunderkrankungen sein.

Bei der Speiseröhrenverengung handelt es sich, wie es der Name schon vermuten lässt, um eine räumliche Verengung der Speiseröhre mit der Folge, dass Mahlzeiten nicht mehr ohne Weiteres in den Magen-Darm-Bereich weiterfließen können. Erschwertes Schlucken, um so mit Druck die Verengung zu durchbrechen, gehört zu den typischen Krankheitsbildern der Ösophagusstenose.

In fortgeschrittenen Fällen fließt die bereits für runtergeschluckt geglaubte Speise ungewollt wieder in den Mund- und Rachenraum des Betroffenen.

Ursachen

Als mögliche Ursachen der Speiseröhrenverengung kommen gleich mehrere Faktoren in Betracht. Medizinischen Beobachtungen zufolge tritt die Speiseröhrenverengung sehr oft in Verbindung mit einer Refluxösophagitis auf. Hierunter wird das unnatürliche Zurückfließen von sauren Magensäften in die Speiseröhre bezeichnet.

Die Folge sind dann Entzündungen der Speiseröhre, die anders als die Magenschleimhaut nicht für den pH-Wert der Magensäfte konzipiert ist. Die Speiseröhre reagiert schließlich auf die ätzenden Magensäfte mit entzündlichen Reaktionen. Und genau diese Entzündungen verursachen dann die Speiseröhrenverengung.

Aber auch Bildungen von außen, das heißt außerhalb der Speiseröhre, können Druck auf die Speiseröhre ausüben und letztlich eine Verengung bedingen. Zu untersuchen ist schließlich, ob ein Tumor in der Speiseröhre Grund für die Verengung ist. Angeborene Fehlbildungen der Speiseröhre gehören dagegen zu den seltenen Ursachen einer Speiseröhrenverengung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Erster Anhaltspunkt für das Vorliegen einer Speiseröhrenverengung ist die Anamnese: die Befragung des Patienten nach seinen Beschwerden. Vor dem Hintergrund, dass als mögliche Ursache auch ernst zu nehmende Krankheiten mit unverzüglichem Behandlungsbedarf infrage kommen, darf es bei einer einfachen Anamnese nicht bleiben.

Zu den weiteren Behandlungsmaßnahmen gehört der Ultraschall, um dadurch mögliche Anomalien im Mittelfell und in der Speiseröhre festzustellen. Sollte der Verdacht in Richtung des Vorliegens einer Entzündung gehen, kann die Speiseröhre im Rahmen einer Magenspiegelung untersucht werden.

Dies ist immer dann anzunehmen, wenn das Blutbild des Patienten einen erhöhten Wert an weißen Blutkörperchen aufweist, was auf das Vorliegen einer Entzündung als Ursache einer Speiseröhrenverengung hindeutet.

Komplikationen

Eine Speiseröhrenverengung kann zu Aspiration, Regurgitation, Schmerzen und Schluckbeschwerden führen – Symptome, die schwere Komplikationen nach sich ziehen können. Die Regurgitation kann zu Entzündungen und Folgeerkrankungen der Speiseröhre und des Nasenrachenraums führen. So begünstigt das Symptom Komplikationen wie Sodbrennen und Rachen-Infekte. In Folge der oftmals starken Schmerzen kommt es oft zu einer verringerten Nahrungsaufnahme.

Daraus können Mangelerscheinungen und Dehydration resultieren. Schluckbeschwerden erhöhen das Risiko für derartige Komplikationen noch und können außerdem zu Aspiration führen. Eine Aspiration kann – gerade bei Kindern – zum Ersticken führen. Verbleibt der Fremdkörper in der Lunge, so kann dies in einer Lungenentzündung resultieren. Bei wiederkehrenden Aspirationen kann das Kollabieren der Lungen bis hin zum Lungenversagen die Folge sein.

Bei einem schweren Verlauf endet eine Speiseröhrenverengung tödlich für den Betroffenen. Die Behandlung selbst verläuft meist ohne größere Komplikationen. Allerdings können verordnete Antibiotika Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautirritationen hervorrufen. Selten lösen entsprechende Präparate außerdem allergische Reaktionen aus oder verursachen in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder Erkrankungen ernste Komplikationen. Bei einem chirurgischen Eingriff besteht die Gefahr von Verletzungen der Speiseröhre.

Behandlung & Therapie

Die Ursache einer Speiseröhrenverengung ist selten in einer angeborenen Fehlbildung der Speiseröhre zu finden. Aus diesem Grund gehört zum ärztlichen Goldstandard, die Grunderkrankung der Speiseröhrenverengung zu identifizieren und zu behandeln.

Im Falle einer Entzündung der Speiseröhre werden nach Bestimmung des Erregers entsprechende Antibiotika verschrieben. Durch Abtöten der Erreger klingt die Entzündung und damit auch die Speiseröhrenverengung von selbst ab. Ist die Ursache dagegen ein Tumor sein, liegt eine chirurgische Entfernung des Tumors nahe. Sollte entgegen den Erwartungen die Speiseröhrenverengung nicht durch die Behandlung der Grunderkrankung abklingen und sollten keine weiteren Ursachen in Betracht kommen, muss die Speiseröhre "aufgeblasen" werden. Hierzu wird ein elastisches Instrument in die Speiseröhre eingeführt und aufgeblasen.

Ziel ist, die Speiseröhre so mechanisch zu dehnen, damit Speisen wieder unproblematisch durchfließen können. Je nach Schwere der Speiseröhrenverengung und Bedarf kann diese Behandlungsmaßnahme in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

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Vorbeugung

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen, die eine Speiseröhrenverengung haben kann, kann es keine pauschale Empfehlung geben, wie sie vorgebeugt werden kann. Während die Grunderkrankungen wie die Bildung eines Tumors ohnehin weder vorhersehbar ist noch effektiv vorgebeugt werden kann, scheidet insoweit die Prophylaxe einer Speiseröhrenverengung gänzlich aus.

Dasselbe gilt für nicht tumorartige Bildungen im Mittelfeld mit idiopathischem Hintergrund. Allein durch Erreger bedingte Entzündungen der Speiseröhre können vorgebeugt werden durch Einhaltung der allgemeinen Regeln einer bewussten Ernährung in Verbindung mit ausreichender körperlicher Bewegung.

Sie gelten als Garanten dafür, das Immunsystem zu stärken und es selbst im Falle einer Ansteckung mit Erregern nicht zum Ausbruch einer Entzündung und damit auch nicht zu einer Speiseröhrenverengung kommen zu lassen.

Bücher über Refluxkrankheit

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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