Spagyrik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Die Spagyrik stellt ein uraltes Naturheilverfahren dar, welches von Paracelsus begründet wurde. Die in diesem Verfahren hergestellten Heilmittel sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Es wurden verschiedene Verfahren zur Herstellung von Spagyrika entwickelt, die sich alle deutlich voneinander unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spagyrik?

Die Spagyrik ist ein Naturheilverfahren, welches als pharmazeutische und therapeutische Umsetzung der Alchemie bezeichnet werden kann. Es funktioniert nach dem Prinzip "Trennen und Vereinigen".

Mithilfe von chemischen Verfahren werden pflanzliche und tierische Extrakte zunächst mit Wasser versetzt, mit Hefe vergoren, destilliert, kalziniert und später wieder zusammengeführt. Meist werden heute Pflanzen und Kräuter verwendet. Nach dem Aufschluss und der Gärung erfolgt durch Destillation zunächst die Trennung der Stoffe. Nach der Definition der Spagyrik entspricht das der Trennung zwischen Körper, Geist und Seele. Der biologische Rückstand wird kalziniert (erhitzt und verascht). Dabei wird bei der Aufbereitung der Spagyrika die Destillation als wichtigster Arbeitsgang erachtet, die mehrmals durchgeführt werden muss, um die hochwertigen Extrakte von Giften zu befreien.

Die Spagyrik wird auf den Schweizer Arzt Theophrastus von Hohenheim (1493–1541), der auch als Paracelsus bekannt ist, zurückgeführt. Er fasste sie als praktische Anwendung der Alchemie zur Herstellung von Heilmitteln auf. Für Paracelsus war sogar die Alchemie und die Spagyrik ein und dasselbe. Die alchemistische Philosophie fußte auf den Vorstellungen der Entien (Einflüsse auf den Körper), den vier Grundelementen (Feuer, Wasser, Erde und Luft) und weiteren Vorstellungen der damaligen Philosophie.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die im Rahmen der Spagyrik gewonnenen Heilmittel zeigten jedoch schon damals Heilwirkungen bei der Anwendung. Ihre Herstellung erfolgt auch heute noch nach den gleichen Prinzipien der Trennung und der Zusammenführung. Körper, Geist und Seele werden zunächst separiert, gereinigt und wieder zusammengeführt.

Nach diesem Prinzip sollen auch die Trennung der biologischen Substanz, ihre Reinigung und ihre Zusammenführung funktionieren. Im Laufe der Zeit wurden nach diesem Prinzip mehrere spagyrische Heilsysteme entwickelt, die auf der Grundlage unterschiedlicher Trennungs- und Zusammenführungsmethoden durchgeführt wurden. Heute wird das Heilsystem nach Dr. Zimpel favorisiert. Der schlesische Ingenieur Dr. Zimpel, der von 1801 bis 1879 lebte, hielt die Destillation für den wichtigsten Herstellungsschritt und war der Meinung, durch ständige Destillationsvorgänge die Wirkung der Heilmittel noch zu verstärken.

Die Spagyrik stellt ein uraltes Naturheilverfahren dar, welches von Paracelsus begründet wurde. Die in diesem Verfahren hergestellten Heilmittel sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

Dabei wird die zunächst mazerierte und mittels Hefe vergorene Substanz mehrfach einer Destillation unterzogen sowie der pflanzliche Rückstand erhitzt und dabei verascht. Dieser Vorgang wird als Kalzinierung bezeichnet. Nach Beendigung dieser Prozedur wird der kalzinierte Rückstand noch mit destilliertem Wasser behandelt, sodass sich überflüssige Salze herauslösen. Dann erfolgt wieder die Zusammenführung der getrockneten Asche mit dem Destillat. Die Zusammensetzung des hergestellten Heilmittels hängt von dem eingangs gewählten biologischen Material und der Herstellungsweise ab. Es können Pflanzengemische, einzelne Pflanzen und Zusätze von anderen biologischen Materialien gewählt werden. Oft entstehen wohlriechende Wirkstoffe enthaltende Extrakte.

Auf der Grundlage der Methode von Dr. Zimpel wurden im 20. und 21. Jahrhundert noch weitere abgewandelte Methoden eingeführt, die auf weitere bekannte Spagyriker wie Johann Conrad Glückselig, Alexander von Bernus, Walter Strathmeyer und Frater Albertus zurückgehen. Mehrere namhafte Hersteller produzieren heute Spagyrika nach den unterschiedlichen Methoden. Die verwendeten Herstellungsverfahren weisen sehr große Unterschiede auf. Davon sind sechs Verfahren im homöopathischen Lehrbuch als standardisierte Verfahren aufgeführt. Die nach diesen Verfahren hergestellten Arzneimittel werden rechtlich als homöopathische Arzneimittel angesehen. Für ihre Herstellung gelten strenge Anforderungen und sie dürfen nur nach behördlicher Genehmigung in Verkehr gebracht werden.

Die Anwendung der Spagyrika soll immer nur eine Ergänzung zu konventionellen medizinischen Behandlungen oder anderen Naturheilverfahren sein. Hauptsächlich geht es darum, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Nach Ansicht der Spagyriker sollen die bei der Herstellung entstandenen Tinkturen noch heilkräftiger als die Ausgangsstoffe sein. Die Wirkung der Arzneimittel ist nach ihrer Ansicht in den einprogrammierten Gesetzmäßigkeiten des Lebens begründet. Spagyrika werden in Form von Tropfen, Salben, Cremes, Sprays, Tabletten, Einzelpräparaten oder Komplexmitteln angeboten.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Spagyrika werden bei den verschiedensten Erkrankungen und Symptomen eingesetzt. Ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit der Mittel wurde bisher nicht erbracht.

Oft treten jedoch erstaunliche Wirkungen auf, welche meist nur in geringem Maße auf die in bestimmten Pflanzen enthaltenden Wirkstoffe und in besonderem Maße vielleicht auf Placeboeffekte zurückzuführen sind. Bei Auftreten von Beschwerden sollte selbstverständlich immer erst der Arzt aufgesucht werden, um die Ursache der Erkrankung abzuklären. Eine Selbstmedikation von schwerwiegenden Erkrankungen allein nur mit Spagyrika kann fatale Folgen haben. Spagyrika besitzen jedoch keine Nebenwirkungen. Sie sind aber bei schweren Erkrankungen unwirksam. Wer sich nur auf die Wirkung der Spagyrika verlässt, kann in diesen Fällen keine ausreichenden Selbstheilungskräfte aufbauen.

Die zusätzliche Medikation kann jedoch zur schnelleren Heilung beitragen. Eine Schwierigkeit in der Erklärung der Wirkungsweise der Spagyrika liegt auch darin, dass es viele verschiedene Herstellungsverfahren gibt, die keinen einheitlichen Standard zulassen. Die Herstellung beruht nicht auf wissenschaftlicher, sondern auf mystischer Basis. Ihre Wirksamkeit wird immer noch auf der Grundlage der alten philosophischen Vorstellungen der Alchemie erklärt, in die auch astrologische Aspekte einfließen.

Durch den Wirkstoffgehalt in diesen Mitteln sind die positiven gesundheitlichen Wirkungen meist nicht zu erklären, weil ihre Konzentration sehr gering ist. Wahrscheinlich werden die Selbstheilungskräfte durch den Glauben an die Heilung stark aktiviert.

Bücher über Homöopathie

Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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