Sotalol

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016Geprüfte Qualität
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Bei Sotalol handelt es sich um einen pharmakologischen Wirkstoff, der zur Kategorie der Betablocker gerechnet wird. Das Medikament kommt in erster Linie zur Therapie von Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Bei Sotalol handelt es sich um einen speziellen Betablocker, der nicht über eine Phenolether-Struktur verfügt. In seinem Aufbau ähnelt die Substanz zudem Beta-Isoprenalin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sotalol?

Das Medikament Sotalol zählt zu jenen Betablockern, die nicht-selektiv sind. Denn der Wirkstoff ist nicht auf eine spezifische Bindung an die Beta-1-Adrenozeptoren festgelegt. Anders als die Arzneimittel Oxprenolol und Acebutolol besitzt er keine sogenannte sympatomimetische Aktivität.

Grundsätzlich kommt die Substanz Sotalol in der Form von Racemat vor. Somit werden Kalium-Kanäle blockiert. Außerdem weist der Arzneistoff Sotalol eine L-Form auf, weshalb er als Betablocker wirksam ist. Auch verfügt das Medikament über eine sogenannte Enantiomereneinheit, die auf die Wirksamkeit der Substanz Einfluss nimmt.

Pharmakologische Wirkung

Grundsätzlich führt das Arzneimittel Sotalol dazu, dass sich die Kalium-Kanäle schließen. Aus diesem Grund zählt das Medikament Sotalol zu den Antiarrhythmika der dritten Klasse. Der Wirkstoff verlängert die Refraktärzeit sowie das Aktionspotenzial. Darüber hinaus werden auch spezielle Beta-1-Rezeptoren im Inneren des Herzens blockiert. In der Folge reduzieren sich die Leitungsgeschwindigkeit und die Kontraktilität des Herzmuskels.

Außerdem werden die Frequenz des Herzens sowie die Erregbarkeit des Herzens herabgesetzt. Zusätzlich erfolgt eine Hemmung des Sympathikus-Systems sowie die Reinsekretion. Dadurch sinkt auf langfristige Sicht der Blutdruck des Patienten.

Sämtliche Antiarrhythmika der dritten Klassen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Kalium-Kanäle blockieren. Der Wirkstoff Sotalol verlangsamt insbesondere jenen Kalium-Strom, der für die Repolarisation zuständig ist. Spezielle elektrophysiologische Messverfahren haben ergeben, dass sich das Aktionspotenzial der isolierten Herzmuskelzellen verlängert. Infolgedessen verlängert sich auch die Refraktärzeit der Zellen des Herzmuskels. Dafür ist in erster Linie die Hemmung der Kalium-Kanäle verantwortlich.

Die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs Sotalol beträgt nahezu hundert Prozent. Dabei ist jedoch keine Bindung an Plasmaproteine nachweisbar. Grundsätzlich sind die Steuerungsmöglichkeiten des Medikaments eher gering, da die Plasmahalbwertszeit bei circa 15 Stunden liegt.

Der Wirkstoff wird in erster Linie renal ausgeschieden. Aus diesem Grund ist bei Patienten mit bestehender Nierenschwäche zwingend eine Anpassung der Dosis erforderlich. Bedingt durch seine enorm lange Plasmahalbwertszeit gehört das Medikament Sotalol zu den Betablockern mit der längsten Wirkungsdauer.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Arzneimittel Sotalol kommt in erster Linie im Rahmen der Behandlung von verschiedenen Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Es handelt sich bei dem Medikament also um ein sogenanntes Antiarrhythmikum.

Mögliche Einsatzgebiete des Wirkstoffs sind zum Beispiel koronare Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen sowie eine arterielle Hypertonie. Denn das Medikament ist auch zu Senkung des Blutdrucks in der Lage.

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Risiken & Nebenwirkungen

Sotalol zeichnet sich durch eine Reihe von möglichen unerwünschten Nebenwirkungen aus, die vor einer Verabreichung des Medikaments abzuwägen sind. Insbesondere die Blockade der Kalium-Kanäle hat zur Folge, dass der Arzneistoff in einigen Fällen spezielle Nebeneffekte auslöst. Damit unterscheidet sich Sotalol auch von zahlreichen anderen Betablockern. Kennzeichnend ist vor allem, dass die Substanz Sotalol unter Umständen selbst zu Herzrhythmusstörungen führt. Eine besonders gefährliche Komplikation stellt hierbei die Torsade-de-pointes-Tachykardie dar. Sie löst teilweise ein Kammerflimmern aus, das in manchen Fällen im sofortigen Herztod resultiert. Derartige Nebenwirkungen zeigen sich insbesondere bei Nierenschwäche, hochdosierter Einnahme sowie Elektrolytstörungen.

Auch das sogenannte Long-QT-Syndrom begünstigt mitunter ähnliche Nebenwirkungen. Im Rahmen von medizinischen Forschungsstudien hat sich ergeben, dass während der Einnahme von Sotalol Frauen dreimal so häufig wie Männer von Torsade-de-pointes-Tachykardien betroffen sind. Aus diesem Grund ist bei einer verlängerten QT-Zeit von einer Verabreichung des Medikaments Sotalol abzusehen.

Auch bei einigen anderen Beschwerden ist der Wirkstoff Sotalol kontraindiziert. Dazu gehören zum Beispiel eine Sinusbradykardie sowie Asthmaanfälle. Denn dabei ist eine sogenannte Bronchokonstriktion möglich, da das Medikament Sotalol die Beta-2-Rezeptoren aktiviert. Auch bei AV-Überleitungsstörungen empfiehlt sich der Verzicht auf Sotalol. Schließlich besteht insbesondere bei Patienten mit Diabetes das Risiko einer Hypoglykämie, da es infolge der blockierten Beta-2-Rezeptoren zu einer Hemmung der Glykogenolyse kommt.

Weitere Kontraindikationen stellen zum Beispiel die Schwangerschaft sowie die Stillzeit dar. Denn der Wirkstoff Sotalol geht in die Muttermilch über. Grundsätzlich gilt, dass die unerwünschten Nebenwirkungen und Beschwerden des Medikaments Sotalol mit unterschiedlichen Häufigkeiten auftreten. Zudem unterscheiden sie sich je nach Einzelfall und Person in ihrer Ausprägung, ihrem Schweregrad und der Kombination von verschiedenen Nebeneffekten. Einige Patienten, die mit dem Arzneistoff Sotalol therapiert werden, leiden unter keinerlei unerwünschten Nebenwirkungen. Andere Personen sind von leichten bis schwerwiegenden Beschwerden betroffen.

Besonders wichtig ist daher, vor der ersten Einnahme des Medikaments Sotalol die individuellen Risikofaktoren des jeweiligen Patienten, wie zum Beispiel eine bestehende Nierenschwäche, gründlich abzuwägen. Im Zuge dessen erörtert der behandelnde Arzt die persönliche Krankengeschichte des Patienten, um das Risiko von ernsthaften Komplikationen während der Einnahme des Medikaments so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus liegt es in der Verantwortung des Patienten, sich bei auftretenden Beschwerden umgehend an einen Arzt zu wenden. Unter Umständen ist es notwendig, Sotalol abzusetzen und eine alternative Therapiemöglichkeit zu finden.

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