Sommergrippe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Unter einer Sommergrippe wird ein grippaler Infekt in der Sommerzeit verstanden. So stark ausgeprägt wie bei einer Influenza sind die Beschwerden jedoch nicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sommergrippe?

Bei einer Sommergrippe handelt es sich im Grunde genommen um eine einfache Erkältung, die besonders in den Monaten Juni, Juli und August auftritt. Trotz der umgangssprachlichen Bezeichnung Sommergrippe zeigen sich jedoch nur die milden Symptome eines grippalen Infekts und nicht die ausgeprägten Beschwerden einer Influenza (echte Grippe).

Auslöser der Sommergrippe sind Enteroviren wie Coxsackie-Viren oder Echoviren, während die echte Grippe von Influenza-Viren verursacht wird. Die Symptome einer Sommererkältung gleichen denen eines konventionellen grippalen Infekts.

Ursachen

Verantwortlich für den Ausbruch einer Sommergrippe sind Viren, zu denen in erster Linie Enteroviren gehören. Enteroviren kommen auf der ganzen Welt vor und können sich im Darm vermehren. Von dort aus werden sie mit dem Stuhl aus dem Organismus ausgeschieden. Im Unterschied zu gewöhnlichen Erkältungsviren verbreiten sich die Enteroviren durch Schmierinfektionen.

Im Falle von unzureichender Hygiene ist es möglich, dass die betroffene Person die Enteroviren durch einen Handschlag weitergibt. Durch das Einatmen von Tröpfchen, die durch Husten oder Niesen abgegeben werden, gelangen die Erreger nur selten in den Körper. Bis zum Ausbruch der Krankheit können mitunter zwei bis vier Wochen vergehen. Bei normalen Erkältungsviren beträgt die Inkubationszeit lediglich drei bis vier Tage.

Eine ideale Einlasspforte finden die Keime vor, wenn der Körper bereits geschwächt ist. Dabei kann es sich um trockene oder gereizte Mund- und Nasenschleimhäute handeln. Darüber hinaus spielen auch die großen Temperaturunterschiede, die in den Sommermonaten herrschen, eine bedeutende Rolle.

So stellen sie für das Abwehrsystem des Organismus eine große Herausforderung dar. Kommt es zu einer zu starken Abkühlung des erwärmten Körpers aufgrund von geöffneten Autofenstern, Klimaanlage oder dem Genuss von kalten Getränken, hat dies eine zunehmende Austrocknung des Organismus zur Folge. Dadurch steigt wiederum das Risiko einer Sommergrippe.

Als weitere mögliche Urheber einer Sommergrippe kommen zu lang ausgedehnte Sonnenbäder oder eine ungenügende Zufuhr an Flüssigkeit in Betracht. So wird dadurch das Abwehrsystem ebenfalls geschwächt und reagiert anfälliger auf Virenbefall.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die typischen Symptome bei einer Sommergrippe sind die gleichen wie bei einem grippalen Infekt in Herbst und Winter. So leiden die Patienten zunächst unter Schnupfen, Halskratzen, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf können Halsschmerzen, Husten, Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Fieber hinzukommen.

In manchen Fällen sind auch Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen im Bereich des Möglichen, weil die Sommergrippe mit einem Magen-Darm-Infekt einhergeht. Die betroffenen Personen fühlen sich schlapp und krank. Gefährlich ist eine Sommergrippe in der Regel nicht.

Die Gefahr von Komplikationen besteht jedoch bei Menschen, bei denen bereits im Vorfeld ein geschwächtes Immunsystem vorliegt, oder bei Babys. Im schlimmsten Fall drohen eine Herzklappenentzündung oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit tödlichem Ausgang.

Besonders betroffen von einer Sommergrippe sind Kinder, bei denen die Erkrankung jedoch in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf nimmt. Nicht selten werden die auslösenden Viren in der Kindertagesstätte oder im Kindergarten übertragen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Leidet der Patient unter heftigen Symptomen oder halten die Beschwerden längere Zeit an, empfiehlt sich der Besuch eines Arztes. Der Mediziner kann die Diagnose normalerweise bereits anhand der Schilderung der Beschwerden stellen. Außerdem führt er eine körperliche Untersuchung durch und nimmt dabei Hals und Rachen genauer unter die Lupe, um Rötungen oder Schwellungen zu ermitteln.

Als wichtige Hinweise gelten angeschwollene Nasenschleimhäute sowie Schwellungen an den Lymphknoten. Falls erforderlich, hat der Arzt die Option, eine Stuhlprobe oder eine Blutprobe vornehmen zu lassen. Diese wird anschließend in einem Labor analysiert. In der Regel bereitet die Diagnose einer Sommergrippe keinerlei Schwierigkeiten.

Die Dauer einer Sommergrippe beträgt im Durchschnitt sieben Tage. Wer sich körperlich schont, viel Flüssigkeit zu sich nimmt und in regelmäßigen Abständen sein Zimmer lüftet, kann den Erkrankungszeitraum ein wenig verkürzen.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie der Sommergrippe steht die Linderung der Symptome im Vordergrund. Wichtig ist, den Infekt konsequent auszukurieren und einige Tage im Bett zu bleiben, auch wenn das Sommerwetter noch so schön ist. Während der Genesungsphase braucht der Körper vor allem viel Ruhe. Als hilfreich gilt zudem das Spülen der Nasenschleimhaut mit Salz. Durch den hohen Salzgehalt lassen sich die Schleimhäute desinfizieren und beruhigen.

Zur Stärkung des Abwehrsystems können dem Körper vermehrt Vitamine und Mineralstoffe verabreicht werden. Besonders zu empfehlen sind Zink, Vitamin C sowie Magnesium. Als hilfreich bei einer Sommergrippe gilt zudem die Anwendung von altbewährten Hausmitteln wie Ingwer. Zu diesem Zweck werden vier bis fünf Ingwerscheiben aufgekocht und als Tee eingenommen.

Über entzündungshemmende Eigenschaften verfügen außerdem Salbeitee und Kamillentee, die sich als Gurgellösung verabreichen lassen. Sinnvoll gegen Fieber ist das Anlegen von Wadenwickeln oder das Durchführen einer Schwitzkur mit Lindenblütentee oder Holunderblütentee. Weitere mögliche Behandlungsmittel sind Quarkwickel um den Hals, Lutschtabletten gegen Halsschmerzen aus der Apotheke sowie Fenchel und Eukalyptus gegen Husten.

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Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer Sommergrippe kommt, gilt es, das Auskühlen des Körpers zu vermeiden. Im Auto oder im Büro sollte daher die Klimaanlage nicht zu hoch eingestellt werden. Auch auf den Genuss von eiskalten Getränken ist besser zu verzichten. Nach dem Baden muss die nasse Kleidung rasch ausgetauscht werden.

Bücher über Erkältung & grippale Infekte

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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