Snowboarder's Ankle

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Beim sogenannten Snowboarder´s Ankle handelt es sich um eine Knochenfraktur des Sprungbeins. Diese Verletzung zeigt sich besonders häufig bei Snowboardfahrern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Snowboarder´s Ankle?

Unter dem Snowboarder´s Ankle wird eine Talusfraktur verstanden. Dabei kommt es zum Bruch des Processus lateralis tali, einem Fortsatz des Sprungbeins. Seitdem das Snowboardfahren im Wintersport populär wurde, nahm die Häufigkeit dieser Verletzung deutlich zu.

Bekannt waren Frakturen des Processus lateralis tali bereits seit Mitte der 60er Jahre. Allerdings bestand seinerzeit noch keine Verbindung zum Snowboardsport. Wissenschaftliche Untersuchungen fanden erst statt, als die Verletzungen im Zuge des Snowboards zunahmen. Als feststand, dass es sich um eine Fraktur handelte, die typisch für diesen Sport ist, erhielt sie zunächst die Bezeichnung Snowboarder´s fracture.

Später wurde dann der Begriff „Snowboarder´s Ankle“ prägend. Durch das englische Wort „ankle“ wird das Sprungbein miteinbezogen. Grundsätzlich zählt die Talusfraktur zu den selteneren Verletzungen. So erreicht ihr Anteil oft weniger als fünf Prozent. Mitunter kann ein Bruch des Sprungbeins auch zusammen mit anderen Verletzungen am Fuß wie Frakturen des Fersenbeins oder des Knöchels auftreten.

Ursachen

Verursacht wird ein Bruch des Sprungbeins beziehungsweise ein Snowboarder´s Ankle durch massive Einwirkung von Gewalt. Diese kann auch außerhalb des Snowboardens durch Stürze aus großer Höhe oder Verkehrsunfälle zustande kommen. Beim Snowboard entsteht die Fraktur in der Regel nach dem Landen des Sportlers auf einer unebenen Fläche. Eine wichtige Rolle bei der Verletzung scheint auch die Art des Snowboardschuhs zu spielen.

Allerdings gibt es zur Wahrscheinlichkeit noch unterschiedliche Thesen. Besonders betroffen von einem Snowboarder´s Ankle sind normalerweise fortgeschrittene Sportler, denn Anfänger nehmen in der Regel noch keine Sprünge mit dem Brett vor. Der Mechanismus des Snowboarder´s Ankle beruht auf einer Mischung aus axialer Stauchung und Dorsalflexion. Ebenso spielen Bewegungen wie die Pronation, Supination und Außenrotation eine Rolle.

Eine andere Sportart, bei der es häufig zu einer Fraktur des Sprungbeins kommt, stellt das Wakeboarden auf dem Wasser dar. Dabei schnallt sich der Akteur ein Brett um die Füße, das von einem Motorboot gezogen wird, wodurch der Sportler auf dem Wasser gleiten kann. Nicht selten ist eine Talusfraktur auch bei Auffahrunfällen zu verzeichnen, bei denen der Fahrer sein Bein ausstreckt, um sein Fahrzeug zu bremsen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Als typisches Symptom eines Snowboarder´s Ankle gelten starke Schmerzen, die sich im Sprunggelenksbereich zeigen. Weiterhin kommt es zu einer ausgeprägten Schwellung in Zusammenhang mit einem Bluterguss (Hämatom). Darüber hinaus herrscht in den Sprunggelenken eine eingeschränkte Beweglichkeit. So kann der Verletze nicht mehr laufen.

Als begleitende Verletzungen sind Beeinträchtigungen von Innen- und Außenknöchel, ein Bruch von Fersenbein oder Unterschenkel, Mittelfußbrüche oder offene Wunden möglich. Die Bruchlinien können bei einer Talusfraktur unterschiedlich verlaufen. Auch die Größe der Bruchfragmente fällt meist verschieden aus. Die Medizin differenziert zwischen mehreren Frakturtypen.

Als Typ I wird ein Bruch bezeichnet, bei dem das Sprungbein zu den benachbarten Strukturen nicht verrenkt ist. Bei Typ II besteht eine Verrenkung in Richtung unteres Sprunggelenk, während bei Typ III eine Verrenkung innerhalb des oberen und unteren Sprunggelenks vorkommt. Bei Typ IV ist der Status ähnlich wie bei Typ III. Allerdings besteht außerdem eine Verschiebung des Talonaviculargelenks.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei der Diagnose des Snowboarder´s Ankle besteht das Risiko, dass die Verletzung mit einer Bänderruptur, Zerrung oder Verstauchung am Außenknöchel verwechselt wird. Diese Gefahr gilt besonders dann als groß, wenn dem behandelnden Arzt nicht bekannt ist, dass der Patient ein Snowboardfahrer ist. Aus diesem Grund ist die Erstellung der Krankengeschichte sehr wichtig.

Darüber hinaus lässt sich der Bruch des Knochens auf den Röntgenbildern nicht immer eindeutig identifizieren. Als hilfreich gilt dann die Durchführung einer Computertomographie (CT), weil bei dieser die Bruchlinien überlagerungsfrei aufgezeigt werden. Dies hilft dem Arzt auch dabei, die passende Behandlung zu planen. Zum Nachweis einer Nekrose kann eine Kernspintomographie (MRT) erfolgen.

Der Verlauf des Snowboarder´s Ankle hängt von dessen Schwere ab. So besteht bei Schweregrad III und IV die Gefahr, dass sich im Laufe der Zeit eine Arthrose bildet. Außerdem drohen Komplikationen wie eine avaskuläre Nekrose des Sprungbeins.

Therapie & Behandlung

Welche Art der Behandlung durchgeführt wird, hängt von der Art der Talusfraktur ab. Verfügt das äußere Bruchstück über eine ausreichende Größe, lässt sich eine chirurgische Refixation vornehmen, bei der Minifragmentschrauben zum Einsatz gelangen. Die Refixation gilt als vorteilhafter für den Patienten als eine konservative Therapie.

Lässt sich eine Refixation nicht durchführen, besteht die Option, kleine Fragmente oder Trümmerfragmente zu entfernen. Im Rahmen einer konservativen Therapie wird der Fuß in einem Gips ruhiggestellt, wobei zugleich eine Spitzfußstellung stattfindet. Allerdings gilt das Risiko von Komplikationen bei einer konservativen Behandlung als höher als bei einer Operation.

Aus diesem Grund erfolgt sie meist nur bei Patienten, bei denen Gegenanzeigen gegen einen chirurgischen Eingriff vorliegen. Auch bei einem unkomplizierten Snowboarder´s Ankle vom Typ I ist eine konservative Behandlung möglich. Die Behandlungsdauer liegt bei rund acht Wochen.

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Vorbeugung

Einem Snowboarder´s Ankle lässt sich nur dann wirksam vorbeugen, wenn auf das Snowboarden verzichtet wird, was aber die wenigsten Menschen tun wollen. Generell lassen sich jedoch sehr riskante Situationen durchaus vermeiden. Als hilfreich gilt zudem das regelmäßige Training von Reflexen und Koordination.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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