Smith-Fraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Bei einer Smith-Fraktur handelt es sich um eine Form der distalen Radius Fraktur. Als distale Radius Fraktur wird ein Knochenbruch der Speicher oberhalb des Handgelenks bezeichnet. Die Speiche kann durch starke Krafteinwirkung fakturieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Smith-Fraktur?

Die Smith Fraktur ist eine Form der distalen Radiusfraktur. Es handelt sich dabei um eine seltene Form der Fraktur, die durch einen Sturz auf die gebeugte Hand entsteht. Die Smith Fraktur wird daher auch als Flexionsfraktur bezeichnet. Die Form der distalen Radius Fraktur kann mit einem oder mehreren Fragmenten oberhalb des Handgelenks einhergehen.

Dabei verläuft die Bruchlinie etwa drei Zentimeter oberhalb der Handgelenkswurzel. Die Fraktur kommt vermehrt bei Kindern vor, aber auch Erwachsene und ältere Menschen können davon betroffen sein. Etwa 25 Prozent der distalen Radiusfrakturen kommt es zu einer speziellen Form der Fraktur wie beispielsweise die Smith Fraktur.

Bei einem Sturz auf den Handrücken wird die Fraktur als eine sogenannte 'Smith-Fraktur' oder auch Flexionsfraktur bezeichnet. Häufig geht eine distale Radiusfraktur mit weiteren Verletzungen einher. Typisch dafür sind Verletzungen des Bandapparates, Frakturen und Luxationen der Handwurzelknochen und Nervenläsionen. Zudem wird zwischen einer offenen und geschlossenen distalen Radiusfraktur unterschieden.

Von einer offenen Fraktur wird gesprochen, wenn die Frakturfragmente die Weichteile verletzen und eine offene Wunde verursachen. Eine offene Fraktur birgt ein deutlich höheres Risiko für Infektionen und andere Komplikationen während des Heilungsverlaufs.

Ursachen

Eine Smith Fraktur entsteht bei einem Sturz auf den Handrücken, während der Arm ausgestreckt ist. Häufig tritt der Bruch bei Kindern, während des Spielens, oder bei älteren Menschen durch Vorerkrankungen wie beispielsweise Osteoporose oder allgemeine Instabilität der Knochenstruktur auf.

Des Weiteren besteht ein erhöhtes Risiko bei älteren Menschen, da diese häufiger Gangunsicherheiten, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelanfälle oder Herzrhythmusstörungen aufweisen und einen Sturz begünstigen. Im mittleren Alter sind meistens allgemeine Unfälle oder Sportunfälle mit massiven Krafteinwirkungen ursächlich für eine distale Radiusfraktur.

Je nach Unfallhergang werden zwei Formen der distalen Radiusfraktur unterschieden. Bei bis zu 90 Prozent der Frakturen kommt es zu einer sogenannten Colles-Fraktur. Diese entsteht durch einen Sturz auf die Handinnenfläche, es kommt zu einer Extensionsfraktur. In seltenen Fällen kann es auch zu einem Sturz auf den Handrücken kommen. Dabei verschiebt sich das Bruchfragment in Richtung Handrücken, dann wird von einer Flexionsfraktur oder Smith-Fraktur gesprochen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den typischen Symptomen einer distalen Smith-Fraktur zählt eine schmerzhafte Schwellungen im Frakturbereich, eine Fehlstellung und abnormale Bewegungsabfolgen des Handgelenks, Kraftverlust und Einblutungen ins Gewebe. Bei einer Colles-Fraktur ist zudem das Handgelenk deutlich nach unten verschoben.

Grundsätzlich haben Patienten mit einer distalen Radiusfraktur starke Schmerzen mit einer eingeschränkten oder komplett aufgehobenen Bewegungsfähigkeit. Eingeschränkt sind häufig die Bewegungsabfolgen der Pronation und Supination (Drehbewegung) des Unterarms. Dazu können neurologische Ausfälle und Sensibilitätsstörungen auftreten. Bei massiven Krafteinwirkungen kann es zu einem offenen Bruch mit nach außen stehenden Frakturfragmenten kommen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Smith-Fraktur wird von einem chirurgischen oder orthopädischen Facharzt gesichert diagnostiziert. Die fachärztliche Beurteilung setzt sich aus der Patientenanamnese, einer körperlichen Untersuchung und durch ein bildgebendes Diagnostikverfahren zusammen.

Die Patientenanamnese beinhaltet den Unfallhergang, eventuelle Vorerkrankungen wie Osteoporose oder Vorverletzungen wie beispielsweise vorangegangene Frakturen in dem betroffenen Bereich. Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Facharzt auf mögliche unphysiologische Fehlstellungen der Speiche und Druckschmerzempfindlichkeit. Des Weiteren wird die Hand neurologisch auf Sensibilitäts- und Durchblutungsstörungen untersucht.

Auch die Bewegungsfunktion des proximalen und distalen Radioulnargelenks, sowie des Handgelenks und der Fingergelenke ist Teil der körperlichen Untersuchung. Durch Röntgen oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) kann der betroffene Bereich bildlich dargestellt und eine mögliche Fraktur gesichert diagnostiziert werden.

Komplikationen

In erster Linie kommt es bei der Smith-Fraktur zu einem Knochenbruch und damit zu extrem starken Schmerzen. Die Betroffenen können dabei auch das Bewusstsein verlieren und sich möglicherweise bei einem Sturz verletzen. Weiterhin breiten sich die Schmerzen in vielen Fällen auch in die benachbarten Regionen aus und können in der Nacht zu Schlafbeschwerden und damit zu psychischen Einschränkungen oder zu Depressionen führen.

Auch Einschränkungen im Alltag und in der Bewegung des Handgelenkes treten dabei auf und verringern die Lebensqualität des Betroffenen deutlich. Auch die Drehbewegung des Armes ist durch die Smith-Fraktur erheblich eingeschränkt. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so können auch die Nerven geschädigt werden. Dabei leiden die Patienten an Lähmungen oder an einer eingeschränkten Sensibilität. Falls die Region nicht ruhiggestellt wird, kann es zu einem fehlerhaften Zusammenwachsen kommen.

In der Regel kann die Smith-Fraktur mit einem Gipsverbandes relativ gut behandelt werden. Sollte der Betroffene auch nach dem Abheilen der Knochen an Einschränkungen in der Bewegung leiden, so sind eventuell Therapien notwendig. In den meisten Fällen kann dabei die Bewegung des Armes wiederhergestellt werden. Besondere Komplikationen treten dabei nicht ein und auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird von der Smith-Fraktur nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Smith Fraktur, also eine distale Radiusfraktur diagnostiziert, entscheidet der Facharzt anhand des Befundes ob eine konservative oder eine operative Behandlung durchgeführt werden muss. Eine konservative Therapie ist indiziert, wenn es sich um eine einfache und unkomplizierte Fraktur handelt. Von einer unkomplizierten Fraktur wird gesprochen, wenn das Handgelenk nicht betroffen und die Frakturfragmente nicht verschoben sind.

Auch wenn die Frakturfragmente manuell repositioniert werden können, wird von einer einfachen Fraktur gesprochen. Anschließend wird der Unterarm in einem Gipsverband oder in einem Softcast für vier bis sechsWochen ruhiggestellt. Während der Ruhigstellung sollte eine regelmäßige Röntgenkontrolle erfolgen.

Eine operative Versorgung der Smith- Fraktur ist nötig, wenn es sich um einen komplizierten Bruch handelt. Von einem komplizierten Bruch wird gesprochen, wenn das Handgelenk mitbeteiligt ist, sich die Frakturfragmente verschoben oder voneinander entfernt haben und wenn es sich um eine Fraktur mit mehreren Frakturfragmente handelt. Bei dem operativen Eingriff werden die Frakturfragmente wieder anatomisch ausgerichtet und anschließend durch eine Schrauben- oder Plattenosteosynthese fixiert.

Postoperativ wird der Unterarm ruhig gestellt und der Heilungsverlauf durch regelmäßige Röntgenaufnahmen kontrolliert. Ziel einer konservativen und operativen Therapie ist immer die Schmerzfreiheit und schnellstmögliche Wiederherstellung der anatomischen Funktion im Handgelenk und im distalen Radioulnargelenk.

Die Ruhigstellung sollte möglichst kurz gehalten werden und die Mobilisation frühzeitig begonnen werden, um Muskelatrophien und irreversiblen Bewegungseinschränkungen vorzubeugen. Nach etwa einem Jahr postoperativ können die Implantate durch einen minimalinvasiven Eingriff wieder entfernt werden.

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Vorbeugung

Grundsätzlich kann einem Sturz nicht vorgebeugt werden. Sind jedoch Gangunsicherheit oder Schwindelanfälle bekannt, sollten dieses ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls therapiert werden.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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