Skidaumen (Seitenbandriss des Daumens)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Der Skidaumen bezeichnet einen Riss am inneren Seitenband des Daumens. Diese Verletzung ist typisch für Skifahrer, geschieht aber auch häufig beim Ballsport. Ein Skidaumen muss behandelt werden, da der Daumen sonst seine Funktionsfähigkeit verliert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Skidaumen?

Als Skidaumen bezeichnet man umgangssprachlich einen Riss des Seitenbands am Daumengrundgelenk. Der medizinische Fachbegriff dafür ist ulnare (zur Ellenseite gelegene) Seitenbandruptur (Ruptur = Riss) bzw. Ruptur des ulnaren Kollateralbands.

Das ulnare Seitenband stabilisiert, gemeinsam mit anderen Bändern und Strukturen, das Daumengrundgelenk und verläuft auf der Seite des Daumens, die in Richtung zu den restlichen Fingern zeigt. Wird der Daumen extrem von der Hand weg abgespreizt, so führt das zu einer übermäßigen Dehnung dieses Seitenbands. Ist die Belastbarkeit des Bandes überschritten, so zerreißt es.

Die Bezeichnung Skidaumen rührt daher, dass dieser Seitenbandriss häufig Skifahrern passiert, wenn sie stürzen und sich mit der Hand abzufangen versuchen oder wenn sie mit dem Daumen in der Schlaufe des Skistocks hängen bleiben. In beiden Fällen wird der Daumen zur Speiche hin überdehnt. Der Riss kann an drei verschiedenen Stellen des Bandes auftreten; nahe am Daumengrundglied, mittig oder nahe am Mittelhandknochen.

Ursachen

Die Ursache für den Skidaumen ist eine übermäßige Abspreizung des Daumens von der Hand und die damit verbundene Überdehnung des seitlichen Bandes am Daumengrundgelenk. Sehr häufig geschieht dies beim Skifahren.

Aber auch bei anderen Sportarten kann es zu einem Skidaumen kommen. Wenn beim Ballsport ein mit Kraft geworfener Ball gefangen wird, so kann auch hierbei der Daumen so weit nach hinten gedehnt werden, dass das Seitenband reißt.

Weitere mögliche Ursachen für den Skidaumen sind ein Sturz, den man reflexartig mit der gespreizten Hand abfängt, die Überdehnung des Daumens beim Boden- oder Geräteturnen sowie bei Kampfsportarten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Skidaumen macht sich sofort durch einen einschießenden heftigen Schmerz bemerkbar. Manchmal ist ein knallendes Geräusch hörbar, wenn das Band zerreißt. Nach dem Unfallereignis ist das Daumengrundgelenk nicht mehr stabil.

Der Daumen hat sowohl innen als auch außen ein Seitenband. Wenn nun das innere Seitenband gerissen ist, lässt sich der Daumen nach außen hin aufklappen. Da das gerissene Band und eventuell auch noch andere verletzte Strukturen bluten, bildet sich nach der Ruptur ein Bluterguss (Hämatom) und das Gewebe um den Daumen schwillt an. Nach dem ersten heftigen einschießenden Schmerz stellt sich im weiteren Verlauf ein dauerhaft bleibender Schmerz ein. Eine Greifbewegung mit dem Daumen ist nicht mehr möglich und jede Bewegung schmerzt.

Der Arzt vermutet meist schon durch den Unfallhergang und durch die Aufklappbarkeit des Daumens einen Seitenbandriss. Ein Beweglichkeitstest ist stets schwierig, da er Schmerzen verursacht. Mit einem Röntgenbild kann abgeklärt werden, ob zusätzlich knöcherne Verletzungen vorliegen. Mit der MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) kann der Skidaumen zweifelsfrei diagnostiziert werden, da hierbei auch die Strukturen des Bandes sichtbar werden.

Komplikationen

Ein Skidaumen macht sich in erster Linie durch heftige Schmerzen bemerkbar. Weitere Komplikationen können auftreten, wenn die Verletzung nicht umgehend behandelt wird. Dann kann es zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen des Daumens kommen. Typisch sind auch Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen. Ein Bluterguss kann bei falscher Behandlung Hautschäden oder Erfrierungen hervorrufen.

Auch kann es zu Entzündungen kommen, die im schlimmsten Fall in einer Narbe am Handballen resultieren. Der Seitenbandriss selbst birgt ansonsten keine Risiken. Allerdings führt er immer zu Bewegungseinschränkungen, die den Betroffenen bei den alltäglichen Aufgaben erheblich einschränken. Unvorsichtiges Verhalten kann dazu führen, dass die Verletzung sich wieder öffnet und erneut behandelt werden muss. Bei der operativen Behandlung eines Seitenbandrisses bestehen die Komplikationen und Risiken vor allem in möglichen Infektionen.

Diese äußern sich meist an Schwellungen und Rötungen im Operationsbereich, verbunden mit Schmerzen und Störungen der Sensibilität. In Einzelfällen kann es zu einer Verletzung von Hautnerven im Bereich des Eingriffs kommen. In der Folge können sich knotenartige Verdickungen bilden, die mit Gefühlsstörungen und anderweitigen Beschwerden einhergehen. Verordnete Schmerzmittel rufen gelegentlich Neben- und Wechselwirkungen hervor.

Behandlung & Therapie

Der Skidaumen sollte zunächst zur Akutbehandlung ruhiggestellt, gekühlt und hochgelagert werden. Wenn das Band nicht komplett durchgerissen ist, kann die weitere Versorgung konservativ (ohne Operation) erfolgen. Dabei wird der Daumen mit einer Schiene etwa vier bis sechs Wochen ruhiggestellt. Danach muss die Muskulatur mit krankengymnastischen Übungen langsam wieder trainiert werden, um die ursprüngliche Stabilität und Funktionsfähigkeit des Daumens wiederherzustellen.

Bei einem vollständigen Riss des Seitenbands oder wenn zusätzlich Knochenanteile abgerissen wurden, ist eine Operation unumgänglich. Dabei wendet der Chirurg, je nach Art des Abrisses, verschiedene Techniken an. Ist das Band mittig durchgerissen, so wird es in der Regel wieder zusammengefügt und mit einer Naht fixiert. Begleitend wird das Gelenk des Daumens mit einem sogenannten Kirschner-Draht vorübergehend fixiert, damit die komplette Ruhigstellung gewährleistet ist.

Der Draht wird später unter örtlicher Betäubung wieder entfernt. Ist das Band so zerrissen, dass es nicht mehr zusammengenäht werden kann, wird es durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Abgerissene Knochenanteile werden mit Schrauben oder Drähten wieder fixiert. Auch nach der operativen Behandlung des Skidaumens muss eine Ruhephase eingehalten werden. Danach kann mit krankengymnastischen Übungen begonnen werden.

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Vorbeugung

Man kann einem Skidaumen nur begrenzt vorbeugen. Da er häufig bei bestimmten Sportarten passiert, ist das Tragen eines Tape-Verbandes um den Daumen sinnvoll, um ihn zu stabilisieren und vor der Überdehnung zu schützen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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