Skiaskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Die Skiaskopie dient der Ermittlung von objektiver Refraktion und kommt vor allem an Kindern zum Einsatz. Das Herzstück des Skiaskops ist ein lichtdurchlässiger Spiegel, der ein Bild auf den Augenhintergrund wirft. Vor der Skiaskopie wird der Ziliarmuskel medikamentös gelähmt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Skiaskopie?

Die Refraktion ist der Brechwert von optischen Korrekturen, die dem Auge ganz ohne eine Akkommodation scharfe Bilder aus unendlichem Abstand von einem betrachteten Objekt zur Verfügung stellt. Damit handelt es sich bei der Refraktion um den Kehrwert der sogenannten Brennweite.

Von einer Normalsichtigkeit oder Emmetropie ist in diesem Zusammenhang immer dann die Rede, wenn die Refraktion Null beträgt. Bei anderen Werten spricht der Augenarzt von einer Ametropie. Diese Formen der Fehlsichtigkeit werden von einer Refraktionsanomalie oder einer Achsenlängenveränderung verursacht. Mittels Skiaskopie lässt sich die Refraktion des menschlichen Auges ermitteln. Der Vorgang wird auch als Schattenprobe bezeichnet und kommt insbesondere bei Kindern zur Refraktionsermittlung zum Einsatz. Herzstück der Skiaskopie ist ein Skiaskop mit einem lichtdurchlässigen Spiegel.

Über diesen Spiegel beleuchtet der Untersucher die Pupille der Augen. Wenn er den Spiegel bewegt, wandern die Schatten. Bei der Bewegung des Lichtstrichs beobachtet der Arzt die Schattenwanderung innerhalb der Pupille. Die Skiaskopie ermittelt einen objektiven Refraktionswert und unterscheidet sich dadurch vom sogenannten Abgleich oder Brillenabgleich, bei dem die subjektive Refraktion bestimmt wird. Die subjektive Bestimmung der Refraktion ist wesentlich weniger aufwändig als die objektive Bestimmung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Bestimmung der Refraktion, die unter dem Oberbegriff der Refraktometrie zusammengefasst werden. Ein Großteil dieser Verfahren dient der objektiven Bestimmung des Werts. In den meisten Fällen basieren objektive Bestimmungsverfahren zur Refraktion auf Infrarot-Projektion. Ein Objekte wird vom Arzt auf den Augenhintergrund geworfen.

So entsteht ein sichtbares und messbares Bild, das vom Arzt mittels verstellbaren Linsen scharf gestellt werden kann. Die Skiaskopie ist in Zusammenhang mit der objektiven Refraktionsbestimmung auch als Retinoskopie oder Schattenprobe bekannt. Das abzubildende Objekt entspricht bei diesem Verfahren einer virtuell unendlichen Lichtquelle. Wenn dieses Bild scharfgestellt wird, tritt eine gleichmäßige Beleuchtung des ganzen Augenhintergrundraums ein. Zur Skiaskopie werden lediglich einfache Mittel benötigt, so vor allem das Skiaskop und bestimmte Messgläser und Messglasleisten.

Die Skiaskopie dient der Ermittlung von objektiver Refraktion des Auges und kommt vor allem an Kindern zum Einsatz.

Der Zeitaufwand des Verfahrens ist relativ groß. Außerdem ist große Erfahrung vom Untersucher gefordert. Neben dem Skiaskop gibt es weitere Instrumente zur Bestimmung der objektiven Refraktion. Eins davon ist das Autorefraktometer. Diese Apparate projizieren das Bild automatisch selbst und stellen es anschließend über Photosensoren scharf, sind also zu selbstständiger Bildverarbeitung in der Lage. Bei der Arbeit mit diesen Geräten ist vom Untersucher weitaus weniger Erfahrung gefordert als bei der Arbeit mit Skiaskopen. Ein weiterer Vorteil der Autorefraktometer ist ihre Schnelligkeit. Nachteilig ist demgegenüber der hohe Preis der Geräte. Skiaskope sind deutlich weniger kostspielig.

Neben diesen Instrumenten können manuelle Refraktometer der objektiven Refraktionsbestimmung dienen. Sie stellen die Bildmarken nicht automatisch scharf und sind weitaus kostengünstiger als automatische Geräte. Das Resultat von genaues Resultat von manuellen Refraktometern ist relativ genau. Allerdings wird es die Instrumente vermutlich in absehbarer Zeit nicht mehr geben, da die automatischen Geräte sie zunehmend ersetzen. Bei jeder objektiven Refraktionmessung stellt die Akkommodation des Auges eine mögliche Fehlerquelle dar.

Eine Akkomodation könnte die Ergebnisse mitunter stark verfälschen. Daher wird vor der Bestimmung der objektiven Refraktion in der Regel eine Zykloplegie durchgeführt. Dabei handelt es sich um die vollständige Lähmung des Ziliarmuskels, die dem Auge die Akkommodationsfähigkeit nimmt. Die Lähmung des Muskels wird medikamentös herbeigeführt. Die mit diesem Ziel verabreichten Zykloplegika entsprechen Medikamenten aus der Gruppe der Parasympatholytika. Sie hemmen den Parasympathikus und bewirken damit neben der Ziliarlähmung eine Vergrößerung der Pupille.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wenn die Lähmung des Augenmuskels nicht in der Skiaskopie inbegriffen ist, sind die Ergebnisse in vielen Fällen nicht auswertbar. Beim Einsatz der Medikamente treten in manchen Fällen allerdings unerwünschte Nebenwirkungen auf. Die mitunter häufigste Nebenwirkung von Parasympatholytika ist Mundtrockenheit, die mit allen Substanzen aus dieser Medikamentengruppe assoziiert ist.

In Studien wird die Häufigkeit für diese Nebenwirkung mit 30 Prozent angegeben. Die verwendeten Substanzen stammen entweder aus der Untergruppe der tertiären Aminen oder aus der Untergruppe der quartären Ammoniumverbindungen. Bei quartären Ammoniumionen liegt eine positive Ladung vor. Das unterscheidet sie von den tertiären Aminen, die sich anders als quartäre Ammoniumionen lipophil statt hydrophil verhalten. Lipophile Medikamente können durch die Blut-Hirn-Schranke treten und auf diese Weise in den Liquorraum vorstoßen. Dadurch können sie im zentralen Nervensystem Nebenwirkungen hervorrufen.

Zu diesen zentralnervösen Nebenwirkungen der Substanzen zählen vor allem Schlafstörungen. Hinzu kommen Gedächtnisstörungen, aber auch Halluzinationen und Verwirrtheitszustände sind mögliche Konsequenzen der Einnahme. Bei quartären Ammoniumverbindungen mit hydrophilen Eigenschaften und positiver Ladung stellt die Blut-Hirn-Schranke eine unüberwindbare Barriere dar. Wenn ein Patient allerdings von vornherein an Schädigungen der Blut-Hirn-Schranke leidet, gelangen auch diese Substanzen in nennenswertem Umfang in das zentrale Nervensystem.

Tertiäre Aminen unterliegen im Vergleich einer höheren Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt. Da die wirkstoffabbauenden Leberenzyme von vielen Substanzen in ihrer Aktivität stimuliert oder gehemmt werden können, kann bei einer gleichzeitigen Einnahme von Parasympatholika und anderen Medikamenten ein wirkungsverstärkende oder wirkungsreduzierende Effekt eintreten.

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Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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