Skelettszintigraphie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Die Skelettszintigraphie oder Knochenszintigraphie dient dazu, aktive Veränderungen in den Knochen festzustellen. Normale, gesunde Knochen werden ständig umgebaut. Insbesondere dort, wo starke Beanspruchungen am Knochen auftreten, wird unablässig Kalziumphosphat ein- und ausgebaut. Dieser Phosphatstoffwechsel lässt sich mit der Skelettszintigraphie darstellen, sodass krankhafte Veränderungen des Knochens frühzeitig erkannt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Skelettszintigraphie?

Bei der Skelettszintigraphie, die auch Knochenszintigramm genannt wird, handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die dem Nachweis von Arealen dient, die einem erhöhten Knochenstoffwechsel unterliegen. Bei Erkrankungen wie Metastasen verschiedener maligner Tumore, Frakturen (Knochenbrüche), entzündlichen Veränderungen und auch Arthrose kommt es zu einer gesteigerten Aktivität in den betroffenen Arealen, die mittels Skelettszintigraphie sichtbar gemacht werden kann.

Das Untersuchungsprinzip bei der Skelettszintigraphie beruht darauf, dass sich radioaktiv markierte Phosphate an Knochenoberflächen mit gesteigerter Stoffwechselaktivität anlagern. Auf diese Weise kann mit einer geringen Strahlenbelastung das komplette Skelettsystem des Körpers dargestellt und der gesamte Körper auf einen krankhaft erhöhten Knochenumbau untersucht werden.

Dies ist ein enormer Vorteil, den die Skelettszintigraphie gegenüber der Röntgenuntersuchung hat, bei der nur einzelne Abschnitte des Skeletts abgebildet werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Anwendung findet die Skelettszintigraphie beim Nachweis bzw. Ausschluss von Tumoren des Knochens, Metastasen des Skeletts, unerkannten Brüchen sowie Entzündungen an Knochen oder Gelenken. Auch bei Verdacht auf die Lockerung von Prothesen (Hüft- oder Kniegelenk-Endoprothese), bei postoperativen und posttraumatischen Komplikationen sowie bei unklaren Knochen- bzw. Gelenkschmerzen findet die Skelettszintigraphie Anwendung.

Vor der eigentlichen Skelettszintigraphie ist es nötig, dem Patienten ein schwach radioaktives Mittel zu verabreichen. Dies geschieht in der Regel über eine Kanüle in der Armvene. Dieses Mittel sammelt sich nach der Verabreichung zuerst in den Weichgeweben und lagert sich dann allmählich an den Knochen an. Das Mittel wird je nach Gewebeart oder Veränderung unterschiedlich stark aufgenommen.

Die Skelettszintigraphie oder Knochenszintigraphie dient dazu, aktive Veränderungen in den Knochen festzustellen.

Je nach Aufgabenstellung variiert auch die Zeit, bis bei der Skelettszintigraphie eine optimale Darstellung möglich ist. In den meisten Fällen können nach ca. zwei Stunden die ersten Aufnahmen und nach weiteren ein bis zwei Stunden die Spätaufnahmen erfolgen. Beim 2- bzw. 3-Phasen-Skelettszintigramm finden die Aufnahmen direkt nach Einspritzen des Mittels statt.

Der Patient sollte sich während der Skelettszintigraphie möglichst wenig bewegen. Notfalls werden Pausen eingelegt. Ein Aufnahmegerät, z. B. Eine Gamma-Kamera registriert die radioaktiven Strahlen, aus denen dann das Bild erzeugt wird. Areale, in denen viel Kontrastsubstanz aufgenommen wurde, werden dabei anders dargestellt als Bereiche mit geringerer Anreicherung. Oftmals genügt ein zweidimensionales Bild, jedoch ist es möglich, nach Verarbeitung mittels Computer auch ein dreidimensionales Bild bzw. eine Reihe von Schichtbildern zu erzeugen. Eine Erweiterung der Skelettszintigraphie ist in der Regel nicht nötig.

Da die Skelettszintigraphie sehr genaue Untersuchungsergebnisse zeigt, werden Veränderungen an den Knochen selbst dann aufgezeigt, wenn eine Röntgenuntersuchung noch keinen Befund ergibt. So können bei Krebspatienten auftretende Tochtergeschwülste des Tumors im Skelett schon im Frühstadium erkannt werden. Ebenso ist es möglich bei Entzündungen die Lage, Art und Intensität der Entzündungsherde mittels der Skelettszintigraphie zu differenzieren.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Strahleneinwirkung bei der Skelettszintigraphie ist im Vergleich zu einer Röntgenuntersuchung oder eine Computertomographie nicht erhöht. Schon nach kurzer Zeit zerfällt der radioaktive Stoff und wird mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden.

Die Aufnahme selbst erzeugt keine Strahlung, es werden nur die Strahlen aufgefangen, welche durch das Mittel erzeugt wurden. Da die Untersuchung vom Einstich bei der Injektion abgesehen, schmerzfrei und die Strahlenbelastung gering ist, kann die Skelettszintigraphie auch bei Kindern sinnvoll sein. Bei Schwangeren wird sie jedoch nur durchgeführt, wenn es keine diagnostischen Alternativen gibt.

Da die Radioaktivität des bei der Skelettszintigraphie gegebenen Kontrastmittels gering ist, tritt auch keine höhere Strahlenbelastung auf. Sie entspricht ungefähr der Belastung durch natürliche Radioaktivität innerhalb eines Jahres. Das Risiko, durch eine Skelettszintigraphie Strahlenschäden zu erleiden ist äußerst gering, kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Deshalb werden diese Untersuchungen nicht als Routineuntersuchung, sondern nur ganz gezielt eingesetzt.

In seltenen Fällen können an der Injektionsstelle für die radioaktive Substanz Infektionen, Nervenschädigungen oder Narbenbildung auftreten. Auch allergische Reaktionen auf das eingespritzte Mittel sind bei der Skelettszintigraphie möglich. Diese sind aber nur selten so schwerwiegend, dass sie ernste Komplikationen nach sich ziehen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014

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