Sinusthrombose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Bei einer Sinusthrombose handelt es sich um eine spezielle Art der Thrombose. Die Erkrankung zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass Blutgerinnsel in großen zerebralen Venen vorkommen. Diese Blutgerinnsel werden auch als Thromben bezeichnet und konzentrieren sich im Fall der Sinusthrombose im Bereich der harten Haut des Gehirns. Diese wird mit medizinischem Fachbegriff auch Sinus durae matris genannt, wovon sich auch der Name der Krankheit ableitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sinusthrombose?

Grundsätzlich sind Sinusthrombosen mit diversen Komplikationen verbunden. Ein besonders großes Risiko besteht darin, dass sie unter Umständen Schlaganfälle im Hirn auslösen. Die Krankheit wird in einige Fällen auch als Sinusvenenthrombose bezeichnet, die Kurzform ‚Sinusthrombose‘ kommt jedoch häufiger zur Anwendung. Das typische Symptom der Erkrankung besteht darin, dass sich ein sogenannter Hirnsinus verschließt.

Nach dem derzeitigen Wissenstand ist die exakte Prävalenz der Sinusthrombose nicht bekannt. Schätzungen über die Häufigkeit der Krankheit belaufen sich auf etwa drei bis fünf neue Fälle je eine Million Personen pro Jahr. Dabei sind weibliche Patienten dreimal so häufig von der Sinusthrombose betroffen als männliche.

Die Personen sind zu Beginn der Erkrankung im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Jahren alt. Sinusthrombosen treten weitaus seltener auf als verschlossene Arterien. Dabei gilt zudem, dass Kinder seltener an einer Sinusthrombose erkranken als erwachsene Personen.

Ursachen

Die Ursachen für das Vorkommen von Sinusthrombosen sind unterschiedlich. In einigen Fällen sind Infekte mit Eiter in der Gegend des Gesichts oder Vereiterungen der Nasennebenhöhlen für die Entstehung der Krankheit zuständig. Auch eine Meningitis oder eine sogenannte Mastoiditis führen unter Umständen zur Bildung einer Sinusthrombose.

Liegen derartige Ursachen vor, wird die Erkrankung auch als septische Sinusthrombose bezeichnet. Darüber hinaus ist es möglich, dass diverse Störungen der Blutgerinnung eine Sinusthrombose auslösen. Dabei ist die Gerinnung des Blutes in der Regel erhöht, zum Beispiel im Rahmen eines Antithrombin-Mangels. Grundsätzlich sind schwangere Frauen überdurchschnittlich stark für derartige Gerinnungsstörungen gefährdet.

Zudem wirken sich auch spezielle Verhütungsmittel und Arzneistoffe negativ auf die Gerinnung des Blutes aus. Prinzipiell entwickelt sich nicht jedes Blutgerinnsel zu einer Sinusthrombose mit entsprechenden Beschwerden. In einigen Fällen ist eine Umkehr des Blutflusses möglich oder der Thrombus löst sich auf.

Weitere infektiöse Ursachen für die Bildung von Sinusthrombosen sind zum Beispiel eine Sinusitis, eine Tonsillitis, Abszesse an den Zähnen oder im Gehirn sowie ein Empyem. Zu potenziellen generalisierten Ursachen der Krankheit zählen beispielsweise Tuberkulose oder Typhus, Masern sowie Malaria.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Sinusthrombose ist durch unterschiedliche Symptome gekennzeichnet. So sind zu Beginn oftmals Schmerzen im Bereich des Kopfes und epileptische Krampfanfälle bis hin zu Veränderungen der Persönlichkeit der betroffenen Person möglich. In späteren Stadien der Sinusthrombose kommt es unter Umständen zu Störungen des Sehvermögens, Trübungen des Bewusstseins und Lähmungen des Körpers.

Mitunter leiden die betroffenen Patienten an Bewusstlosigkeit. Liegt eine Sinusthrombose mit infektiösen Ursachen vor, leiden die Personen oft an Fieber. Dies ist zum Beispiel bei Meningitis sowie Sinusitis der Fall. Zu beachten ist jedoch auch, dass die Sinusthrombose bei etwa einem Drittel aller Erkrankten einen asymptotischen Verlauf nimmt.

In den anderen Fällen sind die Beschwerden häufig mehrdeutig und weisen nicht auf eine einzelne Krankheit hin, sodass die Therapie erschwert wird. Zu den Spätfolgen der Sinusthrombose gehört zum Beispiel ein erhöhter Druck im Gehirn, der mit erheblichen Komplikationen verbunden ist. Im schlimmsten Fall versterben die erkrankten Personen an der Sinusthrombose.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Sinusthrombose gestaltet sich in der Regel schwierig, da die auftretenden Beschwerden auf zahlreiche unterschiedliche Erkrankungen hinweisen. Prinzipiell ist beim Auftreten typischer Symptome ein Arzt zu informieren. Dieser wird zunächst ein intensives Gespräch mit dem Patienten führen, die sogenannte Anamnese.

Dabei thematisiert der behandelnde Arzt die exakten Beschwerden und die Lebensweise sowie Konsumgewohnheiten der Person. Auch Krankheiten aus der Vergangenheit werden besprochen. So erhält der Arzt Hinweise in Bezug auf die aktuelle Erkrankung.

Nach dem Patientengespräch steht das klinische Bild der Erkrankung im Vordergrund. So ist es bei der Sinusthrombose zum Beispiel angezeigt, den D-Dimer-Spiegel zu überprüfen. Darüber hinaus kommen bildgebende Verfahren des Gehirns zum Einsatz, um die Sinusthrombose zu diagnostizieren.

Bei der MRT-Untersuchung ist ein Blutgerinnsel oder aber die ursächliche Blutung nachweisbar. Im Rahmen von Blutanalysen wird die Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie das C-reaktive Protein als Entzündungsmarker kontrolliert. Zudem wird die Anzahl der Leukozyten im Blut ermittelt.

Komplikationen

Unbehandelt führt eine Sinusthrombose in der Mehrzahl der Fälle zum Tod. Zuvor treten Komplikationen wie epileptische Anfälle, Lähmungen und Seh- oder Bewusstseinsstörungen auf. Wird die Erkrankung dann nicht behandelt, kommt es zu einem Blutandrang im Gehirn und schließlich zum Schlaganfall. Ein Hirnschlag hat immer schwerwiegende Komplikationen zur Folge: Der Betroffene leidet meist unter neurologischen und geistigen Ausfallerscheinungen oder verstirbt kurz nach dem Schlaganfall.

In jedem Fall kommt es zu dauerhaften Hirnschädigungen, welche die Lebensqualität und das Wohlbefinden des Betroffenen erheblich einschränken. Die medikamentöse Behandlung einer Sinusthrombose kann Neben- und Wechselwirkungen sowie allergische Reaktionen hervorrufen. Das typischerweise verordnete Medikament Heparin zieht häufig Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Juckreiz und Brennen nach sich. Bei einer Überdosierung kann sich die Blutungsneigung noch verstärken. Außerdem können Beschwerden wie Gliederschmerzen, Juckreiz, Nesselsucht und Übelkeit mit Erbrechen auftreten.

Auch Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur, die mit Atemnot, Blutdruckabfall und einem Mangel an Blutplättchen einhergehen, sind nicht auszuschließen. Bei intravenöser Medikamentengabe können Infektionen auftreten. Bei längeren Therapien kann es innerhalb weniger Tage zu einer Keimbesiedlung kommen. Daraus resultiert oft eine Thrombophlebitis, eine Bakteriämie und/oder eine Sepsis. Außerdem können Abszesse und Hämatome auftreten.

Behandlung & Therapie

Im Hinblick auf die Behandlung der Sinusthrombose existieren verschiedene Maßnahmen und Optionen. Zunächst erhalten die betroffenen Patienten die Substanz Heparin in hohen Dosen. Später kommen über einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten Gerinnungshemmer zur Anwendung, die oral eingenommen werden.

Das Medikament Phenytoin reduziert die Wahrscheinlichkeit von Krampfanfällen. Bei einem gesteigerten Druck im Gehirn wird in der Regel der Wirkstoff Mannit verabreicht. Sinusthrombosen mit infektiösen Ursachen sind mittels Antibiotika zu therapieren. Im überwiegenden Teil der Fälle genesen die Patienten durch eine adäquate Therapie vollständig.

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Vorbeugung

Sinnvolle Maßnahmen zur Prävention der Sinusthrombose sind aktuell noch kaum erprobt, sodass sich diesbezüglich keine gesicherten Aussagen treffen lassen.

Bücher über Sinusthrombose und Schlaganfall

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Marshall, M., Loew, D.: Venenerkrankungen. Springer, Berlin 2003

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