Sinnesorgane

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Ein Sinnesorgan wandelt äußere Umweltreize zu verwertbaren Informationen für den Organismus um. Die in elektrische Impulse umgesetzten Reize gelangen über die Nervenfasern ins Gehirn und werden dort zu den eigentlichen Wahrnehmungen aufgearbeitet. Erkrankungen der einzelnen Sinnesorgane führen oft zum Ausfall eines der fünf Sinne.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Sinnesorgane?

Der menschliche Organismus besitzt fünf Sinnesorgane. Diese verarbeiten die äußeren Umweltreize, wie Licht, Schall, Temperatur, Druck, Bewegung und chemische Reize. Zu den fünf Sinnesorganen zählen Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut. Das Auge kann über seine Rezeptoren Lichtreize mit Wellenlängen zwischen 380nm bis 780nm aufnehmen.

Diese Lichtreize werden im Gehirn in Bilder umgewandelt. Das Ohr ist wiederum für die Aufnahme von Schallimpulsen verantwortlich. Es werden Frequenzen zwischen 16 Hertz und 20.000 Hertz wahrgenommen. Sowohl Augen als auch Ohren sind reine Sinnesorgane, da sie nur für die Aufnahme und Weiterleitung von Umweltreizen verantwortlich sind. Nase, Zunge und Haut übernehmen neben der Verarbeitung von Sinnesreizen auch noch andere Funktionen.

So enthält die Nase in der Riechschleimhaut die Rezeptoren für chemische Reize, die von Düften und Gerüchen ausgelöst werden. Ihre wichtigste Funktion besteht jedoch in der Aufrechterhaltung der Atmung. Auch die Zunge hat neben der Aufnahme von chemischen Reizen durch die Geschmacksknospen noch wichtige Funktionen für das Kauen und Sprechen zu erfüllen.

Die Haut als größtes Schutzorgan des Körpers leitet gleichzeitig Reize, wie Temperatur, Druck oder Bewegung zur Informationsverarbeitung zum Gehirn weiter. Manche Tiere haben noch andere Sinnesorgane zur Wahrnehmung spezieller Umweltreize, wie beispielsweise elektrische und magnetische Felder.

Anatomie & Aufbau

Die einzelnen Sinnesorgane unterscheiden sich im Aufbau deutlich. Es gibt Reize, die nur über eine mehrstufige Verarbeitung die entsprechenden Wahrnehmungen hervorrufen. Dazu gehören die Licht- und Schallreize. Deshalb ist der Aufbau von Augen und Ohren sehr komplex. Sie sind reine Sinnesorgane, weil sie sich auf die Verarbeitung der Umweltreize konzentrieren müssen.

Für die Verarbeitung von chemischen und mechanischen Reizen ist so ein komplexer Aufbau nicht nötig. Es reichen einfache Rezeptoren auf der Oberfläche der entsprechenden Organe für die Aufnahme dieser Reize. Deshalb sind Nase, Zunge und Haut neben der Reizaufnahme hauptsächlich für andere Körperfunktionen zuständig. Das Auge ist jedoch komplexer aufgebaut und besitzt eine äußere, mittlere und innere Augenhaut. Die innere Augenhaut besitzt als Retina oder Netzhaut viele Lichtsinneszellen, welche die Lichtreize aufnehmen. Die äußere Augenhaut enthält die Lederhaut, die mit der Augenmuskulatur in Verbindung steht.

In der mittleren Augenhaut sind viele Blutgefäße vorhanden, die das Auge versorgen. Das Auge ist kugelförmig, wobei ihr größter Teil, der Glaskörper, mit einer gelartigen durchsichtigen Substanz gefüllt ist. Des Weiteren besitzt das Auge eine veränderliche Linse, die der Scharfeinstellung des Bildes dient. Einen komplexen Aufbau hat auch das Ohr. Als wichtiges Sinnesorgan zur Schallverarbeitung besteht es aus dem Außenohr mit den typischen Reliefelementen, dem Mittelohr mit Trommelfell und Gehörknöchelchen und dem Innenohr mit zwei separaten Organen für den Gleichgewichtssinn und den Hörsinn.

Funktion & Aufgaben

Alle Sinnesorgane nehmen über bestimmte Rezeptoren die jeweiligen Umweltreize auf. Rezeptoren, auch Sensoren genannt, sind Zielmoleküle für bestimmte Reize. Sie befinden sich in speziellen Zellen, die für den Empfang der Reize zuständig sind. Als Rezeptoren fungieren spezielle Proteine, die entweder als Membranrezeptoren in der Zellmembran oder als Kernrezeptoren im Zellkern ihre Funktionen erfüllen. Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip können sie sich mit kleineren Molekülen verbinden, zu denen sie eine bestimmte Passform besitzen.

Durch diese Reaktion kommt es zu einer Erregung des Rezeptors, welche als elektrischer Impuls weitergeleitet wird. Es gibt verschiedene Typen von Rezeptoren, die auf unterschiedliche Reize ansprechen. So reagieren Prozess- oder Barorezeptoren auf Druck. Im Ohr sind bestimmte Barorezeptoren für die Verarbeitung von Schall notwendig, weil Schall durch Druckänderungen in der Luft erzeugt wird. Chemorezeptoren werden durch bestimmte Signalmoleküle oder der Änderung des PH-Wertes beeinflusst.

Sie sind die Voraussetzung für die Geruchs- und Geschmacksempfindungen. Fotorezeptoren werden durch Photonen (Licht) angeregt und sind für die Funktion der Augen verantwortlich. Thermorezeptoren sind temperaturempfindlich. Das Sinnesorgan Haut nutzt Barorezeptoren für den Tastsinn oder Thermorezeptoren für die Empfindung von Temperatur.

Krankheiten

Im Zusammenhang mit den Sinnesorganen gibt es verschiedene gesundheitliche Störungen, die zur Einschränkung oder gar zum Verlust von bestimmten Sinnen führen können. Ein Beispiel ist die Schwächung der Sehkraft oder die völlige Erblindung bei bestimmten Augenerkrankungen.

Die Sehkraft wird auch eingeschränkt durch eine Änderung des Sehens, wie bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Grauer Star oder Grüner Star. Eine besondere Form der Fehlsichtigkeit ist die genetisch bedingte Farbenblindheit. Der Grüne Star wird durch eine Druckerhöhung im Glaskörper des Auges verursacht. Er kann zur völligen Blindheit führen, wenn er nicht behandelt wird. Eine Erblindung kann aber auch die Folge eines schweren Diabetes sein.

Zu den wichtigsten Erkrankungen des Ohres gehören unter anderem verschiedene Infektionen des Ohres. Bekannt ist die Mittelohrentzündung, die zwar gut behandelbar ist, aber in Einzelfällen zu Schwerhörigkeit führen kann. Eine Schwerhörigkeit oder gar Taubheit kann viele Ursachen haben. Hierzu gehören beispielsweise Infekte, Tumoren, Hörsturz, Traumata, Gendefekte oder degenerative Veränderungen im Alter. Auch die anderen Sinnesorgane können Ausfallerscheinungen zeigen. So werden das Fehlen des Geruchssinns als Anosmie und das Fehlen des Geschmacksinns als Ageusie bezeichnet.

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