Simeticon

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Simeticon gehört zu den Carminativa. Das Mittel wird gegen Blähungen und Völlegefühl eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Simeticon?

Als Simeticon wird ein Wirkstoff bezeichnet, der der Gruppe der Carminativa entstammt. Dabei handelt es sich um Medikamente gegen Blähungen. So dient das oral dargereichte Präparat zur Behandlung von Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen, die durch ein Übermaß an Gasen im Magen-Darm-Bereich hervorgerufen werden. Dabei kommt Simeticon zum Auflösen von größeren Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt zur Anwendung. Einen weiteren Einsatzbereich von Simeticon stellen Vergiftungen mit Spülmitteln dar. Außerdem kann der Wirkstoff vorbereitend auf bildgebende Untersuchungen von Magen und Darm verabreicht werden.

Die Zulassung von Simeticon fand 1952 in den USA statt. Das Mittel wird als zuverlässig und sicher eingestuft, weil es eine rein physikalische Wirkung aufweist. Sogar bei schwangeren Frauen und Kindern lässt es sich bedenkenlos einsetzen. In der heutigen Zeit ist eine Vielzahl an Simeticon-Präparaten auf dem Markt. Dabei werden verschiedene Dosen oder Kombinationen angeboten. Auch in Deutschland ist Simeticon erhältlich.

Pharmakologische Wirkung

Viele Menschen leiden wiederholt unter Blähungen. Deren Ursache liegt oftmals in der Zufuhr von kohlensäurehaltigen Getränken oder blähenden Nahrungsmitteln. Diese führen dazu, dass sich im Darm des Menschen verstärkt Gase bilden. Ein Übermaß an Luft kann aber auch durch das Verschlucken von Luft oder eine Lebensmittelunverträglichkeit entstehen. Bemerkbar macht sich dies bei den betroffenen Personen häufig durch Spannungsgefühle, Völlegefühl, Blähungen und Schmerzen im Bauchraum. Die Säfte von Magen und Darm sowie der Nahrungsbrei schäumen dabei auf, wodurch es zur Bildung von feinblasigem Schaum kommt. Die Gase befinden sich innerhalb der Bläschen und können deshalb nicht leicht entweichen oder von der Schleimhaut des Darms aufgenommen werden.

An diesem Punkt greift der Wirkstoff Simeticon ein. Ähnlich wie Dimeticon setzt sich das Mittel aus Polysiloxan zusammen. Dabei handelt es sich um eine organische langkettige Silikonverbindung. Innerhalb des Körpers geht Simeticon keine chemischen Reaktionen ein und wirkt rein physikalisch. Simeticon hat einen entschäumenden Effekt und sorgt für die Absenkung der Oberflächenspannung des Schaums. Auf diese Weise können die eingeschlossenen Gasblasen zerfallen. Nach dem Freiwerden der Gase kommt es zu deren Aufnahme durch die Darmwand. Alternativ ist auch ihre Fortbewegung durch Darmbewegungen zum After möglich, wo sie aus dem Körper ausgeschieden werden.

Die Einnahme von Simeticon findet oral statt. Da die Wirkung des Mittels rein physikalisch ist, kann es nicht über die Darmschleimhaut ins Blut des Patienten gelangen. So kommt es letztlich zur unveränderten Ausscheidung des Wirkstoffes.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Simeticon gehört zu den Carminativa. Das Mittel wird gegen Blähungen und Völlegefühl eingesetzt.

Zur Anwendung gelangt Simeticon zur Therapie von Magen-Darm-Leiden, die gasbedingt sind. Zumeist wird das Präparat in Form einer Weichkapsel oder Kautablette dargereicht. Ebenso ist eine Einnahme durch Tropfen möglich. Das Verabreichen des Entschäumungsmittels erfolgt entweder während bzw. nach den Mahlzeiten oder vor dem Zubettgehen. Die empfohlene Dosis bei Magen-Darm-Beschwerden beträgt zwischen 50 und 250 Milligramm Simeticon.

Simeticon lässt sich außerdem als Gegengift bei Spülmittelvergiftungen verwenden. Obwohl Spülmittel zumeist nicht toxisch wirken, ist es möglich, dass der Magen durch versehentlich verschlucktes Spülmittel ausgeschäumt wird. Außerdem kann sich der Schaum an der Speiseröhre entlang in die obere Richtung bewegen, bis zur Atemregion vordringen und im schlimmsten Fall das Ersticken der betroffenen Person zur Folge haben. Simeticon wirkt dieser Gefahr entgegen, indem es dafür sorgt, dass das Spülmittel sich nicht aufschäumen kann. Der Patient erhält dabei rund 800 Milligramm des Entschäumers. Bei Babys und Kindern fällt diese Dosierung jedoch geringer aus.

Als sinnvoll gilt der Einsatz von Simeticon außerdem bei bildgebenden Untersuchungsverfahren wie einer Röntgenuntersuchung, Magen-Darm-Spiegelung oder Ultraschalluntersuchung. So besteht dabei das Risiko, dass die Bildqualität der angefertigten Aufnahmen durch Schaum und Gasblasen negativ beeinträchtigt wird, was sich wiederum auf die Diagnose auswirken kann. Um einen reibungslosen Ablauf der Untersuchung zu gewährleisten, wird im Vorfeld nicht selten Simeticon verabreicht. Zu diesem Zweck erhält der Patient am Tag vor der Untersuchung drei Mal 100 Milligramm Simeticon. Unmittelbar vor der Untersuchung werden weitere 100 Milligramm verabreicht.

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Risiken & Nebenwirkungen

Durch Simeticon sind keine größeren Nebenwirkungen bekannt. Allerdings befinden sich in einigen Darreichungsformen des Mittels Hilfsstoffe, die wiederum unerwünschte Nebeneffekte auslösen können. Dazu gehört in erster Linie das Konservierungsmittel Kaliumsorbat. Unerwünschte Wirkungen treten in der Regel nur bei höheren Dosierungen auf. Nehmen Diabetiker Kautabletten ein, gilt es für sie, auf einen Zuckerzusatz zu achten. Auch im Falle von Bluthochdruck ist es sinnvoll, auf die Zusammensetzung des Medikaments Acht zu geben.

Nicht zur Anwendung kommen darf Simeticon, wenn bei dem Patienten eine Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff besteht. Auch im Falle eines Darmverschlusses muss auf die Gabe des Mittels verzichtet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei Simeticon nur selten zu verzeichnen. Sie kommen aufgrund der Reduzierung der Oberflächenspannung durch den Entschäumer zustande. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die gleichzeitige Anwendung von Präparaten wie das Antikonvulsivum Carbamazepin, das Virusmittel Ribavirin, dem Blutgerinnungshemmer Warfarin sowie das Herzmittel Digoxin zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt Simeticon jedoch als gut verträglich. Beträgt die Einnahmedauer nicht mehr als drei Tage, lässt sich das Entschäumungsmittel sogar von schwangeren und stillenden Frauen wohl bedenkenlos einnehmen.

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