Silikose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Bei einer Silikose handelt es sich um eine Lungenerkrankung. Sie kommt insbesondere im Rahmen von Berufskrankheiten vor und ist vermehrt in Entwicklungsländern verbreitet, in denen der Arbeitsschutz nur ein geringes Niveau erreicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Silikose?

Eine Silikose kommt aufgrund von Quarzpartikeln zustande. Werden diese in regelmäßigen Abständen und höheren Dosen eingeatmet, verändert die Lunge sich pathologisch. Letztendlich resultiert aus den Beschwerden eine schwere Krankheit des Atemsystems. Weil diese aufgrund von Quarz entsteht, wird sie abseits der medizinischen Fachsprache auch als Quarzstaublunge bezeichnet.

Besonders häufig ist der Arbeitsplatz an der Silikose schuld. Weist dieser eine hohe Belastung an Quarz in Form von Staub auf, kann ein Entstehen der Erkrankung nicht ausgeschlossen werden. Bei gefährdeten Betrieben handelt es sich um Sparten wie Bergbau oder Diamantenschleifereien. Dementsprechend gehört die Silikose zu den Berufskrankheiten. Das Risiko, an den Beschwerden außerhalb des Arbeitsplatzes zu erkranken, ist sehr gering.

Ursachen

Die Arbeit im Bergbau sorgt für eine erhöhte Konzentration an Quarzstaub in der Luft. Wird dieser eingeatmet, gelangen die Partikel in die Lunge der betroffenen Person. Die Verschmutzungen verbleiben in dem Gewebe, woraufhin der Organismus das Bestehen von Fremdkörpern signalisiert. Dementsprechend versuchen die Zellen, die Partikel abzustoßen. Weil die Staubpartikel jedoch sehr klein sind, können sie in der Regel bis in die Lungenbläschen vordringen.

Es werden schließlich vermehrt Antikörper produziert, wie es im Rahmen eines gesunden Immunsystems bei eingedrungenen Erregern üblich ist. Die Immunzellen greifen die Staubpartikel an und wollen sie auf diese Weise vernichten. Letztendlich scheitern die Immunzellen jedoch an der Eliminierung. Stattdessen sterben die Zellen ab, die Staubpartikel gelangen erneut in die Lunge. Weitere Antikörper widmen sich den Fremdpartikeln, es kommt zu einem erneuten Absterben.

So häuft sich letztendlich die Menge der toten Zellen im Bereich der Lunge an. Der Körper reagiert mit einer Entzündung der Lunge, woraufhin wiederum mehr Bindegewebszellen hergestellt werden. Im weiteren Verlauf mündet die Silikose in einer Fibrose. Eine Fibrose schränkt die Funktionstüchtigkeit der Lunge dauerhaft ein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das erste Auftreten von Symptomen hängt vor allem von der spezifischen Quarzkonzentration in der Luft ab. So können zunächst Jahre vergehen oder nur wenige Monate, ehe die Krankheit sich erstmalig äußert. Gleichzeitig verursachen die späten Symptome weitreichende Konsequenzen: sobald sie auftreten, ist die Silikose oft schon weit fortgeschritten und einige Therapieansätze können nicht mehr angewendet werden.

Letztendlich bemerken Betroffene im Rahmen der Erkrankung Reizhusten, Atemnot, Müdigkeit, Gewichtsverlust, ein leichtes Fieber, trockenen Husten und Gelenkschmerzen. Der trockene Reizhusten verbleibt meist dauerhaft und lässt sich nicht durch die Einnahme von Schleimlösern oder ähnlichen Medikamenten behandeln. Atemnot macht sich insbesondere während körperlicher Belastung bemerkbar.

So geraten Betroffene beispielsweise beim Treppensteigen schnell außer Atem. Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, kann das Ringen nach Luft auch im Ruhezustand auftreten. In einigen Fällen ist das Eindringen von Sauerstoff erst nach einigen vergeblichen Atemzügen wieder möglich. Als Folge des Sauerstoffmangels verfärben sich Lippen und Finger blau.

Diagnose & Handlungsverlauf

Wird die Silikose nicht behandelt, resultiert sie irgendwann im Erstickungstod. Dementsprechend ist eine möglichst zeitige Diagnose ausschlaggebend. Weil die Symptome oft jedoch erst spät auffallen und gleichzeitig auf andere Erkrankungen hindeuten könnten, wird die Diagnose häufig erst in Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten bestätigt.

Besonders wichtig sind hier genaue Informationen des Patienten über seinen Arbeitsplatz. Anschließend kann die Atmung abgehört und die Funktion der Lunge überprüft werden. Im Rahmen einer Lungenspiegelung können schließlich Gewebeproben entnommen werden. Die Untersuchung der Zellen im Labor gibt weiteren Aufschluss über das eventuelle Vorliegen einer Silikose.

Komplikationen

Eine Silikose kann einige Komplikationen nach sich ziehen. Deren Ausmaß richtet sich danach, ob es sich um eine akute oder chronische Form der Quarzstaublunge handelt. So hat eine akute Silikose oftmals den Tod zur Folge, was auf die sich rasant ausbreitende Atemschwäche zurückzuführen ist. Bei einem chronischen Verlauf zeigen sich die Beschwerden meist erst nach mehreren Jahrzehnten mit Quarzstaubbelastung.

Aufgrund einer Lungenfibrose wird die Lebenserwartung der betroffenen Personen nur in seltenen Fällen verkürzt. Allerdings besteht aufgrund der Quarzstaublunge eine verstärkte Anfälligkeit für äußere Infektionen. Zur Vermeidung von weiteren Atemproblemen ist daher eine umgehende Behandlung erforderlich.

Zu den Komplikationen der Silikose zählt die Tuberkulose (Schwindsucht). So besteht bei den Patienten ein dreißigfach erhöhtes Krankheitsrisiko. Wird einerseits eine Silikose und außerdem eine Tuberkulose diagnostiziert, ist in der Medizin von einer Siliko-Tuberkulose die Rede.

Weitere mögliche Folgeerscheinungen der Quarzstaublunge stellen chronische Atemwegsentzündungen dar. Sie kommen vor allem bei Menschen vor, die im Steinkohlebergbau tätig sind. Weil sich die Atemwege nicht mehr genügend vom Quarzstaub befreien können, führt dies zur Entstehung von Entzündungen. Dabei wird verstärkt Schleim erzeugt und die Luftröhre verengt sich.

Infolgedessen kann die Luft nicht mehr hinreichend ausgeatmet werden. So drohen ein Lungenemphysem und eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Ebenfalls zu den Folgeerscheinungen der Silikose gehören Bindegewebserkrankungen, das Caplan-Syndrom, bei dem es sich um eine Mischung aus Quarzlunge und rheumatoider Arthritis handelt, sowie Lungenkrebs.

Therapie & Behandlung

Je früher die Diagnose einsetzt, desto effektiver sind die Therapieansätze. Durch die Bildung von Bindegewebszellen entsteht neues Gewebe. Gleichzeitig führen die Entzündungen der Lunge zu einer Vernarbung des Organs. Schreiten Vernarbungen und Gewebsneubildung voran, wird die Funktion der Lunge eingeschränkt. Die Entstehung beider Komponenten kann nicht rückgängig gemacht werden.

Dasselbe gilt für die Silikose insgesamt. Es handelt sich um eine Erkrankung, die nach dem heutigen medizinischen Stand nicht geheilt werden kann. Dennoch ist eine Behandlung zur Linderung der Beschwerden möglich. Die Grundlage der Therapie beruht auf dem Bestreben, die weitere Entwicklung von Narben und Gewebe zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen. Besonders wichtig ist hier die Vermeidung weiterer Quarzpartikel. Dementsprechend müssen Betroffene in der Regel ihren Beruf wechseln.

Würde die Lunge weiterhin einer Quarzbelastung ausgesetzt, kann die Erkrankung oft nicht aufgehalten werden. Gleichzeitig konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung von den Symptomen, die durch eine Silikose hervorgerufen werden. Entzündungen werden mit Kortison behandelt, chronischer Sauerstoffmangel durch eine Langzeitsauerstofftherapie ausgeglichen.

Die Betroffenen erhalten über Schläuche Sauerstoff. Das Gerät bleibt bis zu 16 Stunden angeschlossen und sorgt dafür, dass Patienten leichte Anstrengungen ohne Atemnot überwinden können. Bei einigen Erkrankten muss eine Lungentransplantation vollzogen werden, um zu vermeiden, dass die Silikose zum Tod führt.

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Vorbeugung

Eine Silikose lässt sich vorbeugen. Am effektivsten ist die Vermeidung von Arbeitsplätzen, die eine hohe Belastung mit Quarzstaub aufweisen. Wird kein Quarzstaub eingeamtet, so können die Partikel auch nicht in die Lunge gelangen und somit die Gesundheit gefährden. Arbeiter, die bereits in den betroffenen Sparten beschäftigt sind, sollten auf eine ausreichende Schutzkleidung achten.

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Dr. Nonnenmacher zum Thema Husten

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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