Silberdistel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Die Silberdistel ist auch unter dem Namen Wetterdistel bekannt. Die Anwendungsbereiche der vielseitigen Pflanze sind weit gefächert. Was macht die Silberdistel so besonders und wie wird das Heilkraut verwendet?

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Silberdistel

Die Silberdistel gehört zur Gattung der Eberwurzen (Golddisteln) innerhalb der Familie der Korbblütler. 1997 wurde sie sogar zur Blume des Jahres gewählt. Zu finden ist sie in den Breitengraden von Europa und in Deutschland gehört sie zu den geschützten Pflanzenarten. Da die Distel unter Naturschutz steht, darf sie auch nicht gesammelt werden. Begünstigt wird ihr Aussterben dadurch, dass viele Grasflächen in Wald- und Ackerland umgewandelt werden.

Am besten gedeiht die Silberdistel auf sommerwarmen, meist beweideten Magerrasen auf basenreichen Böden mit geringer Humusauflage. In Kalkgebieten mit geringer Niederschlagsmenge wächst sie besonders gut. Unterschieden werden zwei Arten von Disteln: die gewöhnliche Silberdistel und die Krausblatt-Silberdistel.

Die Wirkung der Silberdistel ist antibiotisch, entkrampfend, abführend und schweißtreibend.

Die krautige Pflanze ist fast ohne Stängel und hat eine Wuchshöhe von bis zu 40 Zentimetern. Die Pfahlwurzel reicht bis zu einem Meter in die Tiefe und daher zählt die Silberdistel zu den Tiefwurzlern (die Wurzel reicht bis zu einem Meter in den Boden). Die Blätter sind zum Mittelnerv buchtig, fiederschnittig und dornig. Meist haben sie die Form einer Rosette. Die Unterseite der Blätter ist kahl. Die Größe der Blätter liegt zwischen vier und acht Zentimetern.

Meist ist am Stängel nur ein Korb mit Hüllblättern zu finden. Die inneren Hüllblätter sind oben silbrig-weiß und zur Zeit der Blüte meistens schon abgestorben. Das eigentliche Blütenkörbchen setzt sich aus unzähligen weißen bis rötlichen Röhrenblüten zusammen. Da sich die Blüten bei schlechtem Wetter schließen, ist sie auch als Wetterdistel bekannt. Die Blüte der Silberdistel erreicht mit bis zu 14 Zentimetern von Juli bis September ihren Höhepunkt. Im Herbst entwickeln sich aus den Blüten Samen.

Wirkung & Anwendung

Die Silberdistel hat zahlreiche, wertvolle Inhaltsstoffe. Neben den ätherischen Ölen enthält sie Bitterstoffe, Enzyme, Gerbstoffe, Carlinaoxid, Inulin und Harze. Schon in der Steinzeit wurde die Silberdistel verwendet. Als Gemüse gekocht, roh verzehrt oder die Wurzel als Wintergemüse gekocht und gegessen.

Die Wirkung der Silberdistel ist antibiotisch, entkrampfend, abführend und schweißtreibend. Sie wird bei Erkältungen und Hautkrankheiten als Heilmittel eingesetzt, aber auch bei anderen Beschwerden ist ihre Wirkung beachtlich. Bei nervlicher Aufregung eingenommen, hilft sie auch.

Generell wird die Wurzel der Silberdistel verwendet, die im Herbst gesammelt wird. Nach dem Sammeln sollte die Wurzel gesäubert, klein geschnitten und getrocknet werden. Ein Teelöffel der Wurzel wird mit Wasser zum Sieden gebracht und lässt dann das Gemisch einige Minuten kochen. Der Tee soll abkühlen und wird anschließend abgeseiht. Den Tee trinkt man schluckweise warm bis lauwarm, wahlweise mit ein paar Löffeln Honig. Er hilft gegen Würmer, bei Verdauungsstörungen, Erkältungen und bei Fieber.

Um eine Mundspülung herzustellen, werden zwei Teelöffel mit Wasser aufgekocht. So wird die Spülung intensiver. Eine solche Mundspülung verschafft Linderung bei Zahnfleischentzündungen und hilft die Schmerzen bei Zungenkrebs zu hemmen. Hautkrankheiten und Ekzeme sind sehr hartnäckige Erkrankungen, die immer wieder auftreten.

Zwei Teelöffel der Silberwurzel mit Wasser oder in Essig gekocht ist optimal für Umschläge. Ein Tuch wird im abgeseihten Tee getränkt und auf die betroffene Hautstelle gelegt. Solche Umschläge helfen auch bei Hexenschuss. Laut einer Überlieferung soll es sogar helfen, die Silberwurzel nur an einem Band um den Hals zu tragen, um einen Hexenschuss zu kurieren.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Nach ihrem volkstümlichen Namen Eberwurz ist die Eberwurztinktur benannt. Ebenfalls aus der Wurzel der Silberdistel hergestellt, wird sie hier anstatt mit Wasser mit Alkohol hergestellt. Dazu eignet sich am besten Wein. Wird die Wurzel in weißem Wein eingelegt und für 14 Tage an einem warmen Ort gestellt, so entsteht Eberwurzwein. Bei einer langsamen und schlechten Verdauung wird vor den Mahlzeiten ein Schnapsglas voll Eberwurzwein getrunken. Das kurbelt die Verdauung an.

Die Anwendung von Heilkräutern haben meist kaum Nebenwirkungen, dennoch sollte der Rat von einem Arzt oder einem Apotheker eingeholt werden. Eine wissenschaftliche Bestätigung über die Wirkung der Silberdistel ist nicht vorhanden.

Heutzutage ist die Einnahme von Silberdistel sehr in den Hintergrund gerückt. Wird sich doch verwendet muss einiges beachtet werden: Generell sollten am Tag maximal zwei Tassen Tee aus Silberdistel zu sich genommen werden. Bei einer Überdosierung kann es zu Nebenwirkungen kommen. Erscheinungen bei einer zu hohen Einnahmedosis sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen – die Zeichen einer Vergiftung. Die Wurzel der Distel besitzt auch giftige Teile.

Liegt eine Allergie gegen Korbblütler (größte Familie der Ordnung der asternartigen Pflanzen) vor, sollte keine Einnahme erfolgen, da eine Kreuzallergie nicht ausgeschlossen ist. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit wird davon abgeraten, Silberdistel zu sich zu nehmen.

Die Silberdistel steht unter Naturschatz und darf in freier Natur nicht gesammelt werden. Allerdings kann der Samen der Pflanze erworben werden. Eine Aussaat im eigenen Garten ist durchaus möglich. Der Samen ist in ausgewählten Onlineshops, in Kräuterläden und oft auch in Baumärkten erhältlich. Die Wurzel ist auch zum Aufgießen als Tee in Drogeriemärkten erhältlich. Im Internet werden auch viele Pflanzen der Silberdistel angeboten. Hier sollte auf einen seriösen Verkäufer geachtet werden.

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