Sick-Building-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016Geprüfte Qualität
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Besonders bei Menschen, die in Büros arbeiten, zeigen sich oft nach einer längeren Zeit am Arbeitsplatz oder nach Feierabend Symptome wie Augenbrennen, Fließschnupfen und Kopfschmerzen. Nach Verlassen des Gebäudes bessern sich diese Symptome in absehbarer Zeit wieder. In der Fachwelt wird diese Symptomatik als Sick-Building-Syndrom bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Sick-Building-Syndrom?

Als Sick-Building-Syndrom (SBS) werden verschiedene gesundheitliche Beschwerden bezeichnet, die im Zusammenhang mit Gebäuden stehen. Beschwerden dieser Art nehmen in der Arbeitswelt zu. Der Hauptverband der Berufsgenossenschaften (HVBG) schätzt, dass circa 30 Prozent aller Büroangestellten der Industrieländer unter einem Sick-Building-Syndrom leidet und dieses einen wirtschaftlichen Verlust in Milliardenhöhe beschert.

Als typische Beschwerden eines Sick-Building-Syndroms gelten Kopfschmerzen, Augenreizungen, Haut- und Schleimhautreizungen, Konzentrationsprobleme, Schwindel und Husten. Da diese Symptome aber auch bei anderen Menschen auftreten, ist die zweifelsfreie Diagnose nicht so einfach.

Von einem Sick-Building-Syndrom wird gesprochen, wenn bei mindestens 20 Prozent der Angestellten die genannten Symptome auftreten und sich diese außerhalb des Gebäudes bessern. Neben Büros können auch Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Labore betroffen sein.

Ursachen

Als Ursachen für ein Sick-Building-Syndrom sehen Umweltmediziner eine Reihe von Faktoren in Gebäuden. Krank machen können Bodenbeläge, Tapeten, Wandfarben, Klebstoffe, Baustoffe, Möbel, Holzschutzfarben. Es können auch psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen, aber Beschwerden sollten nicht vorschnell als psychisch eingestuft werden.

Auch ungünstige Lichtverhältnisse, ein hoher Geräuschpegel und Luftfeuchtigkeit können zu Beschwerden führen, besonders Schimmelpilze und Hausstaubmilben können die Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit massiv einschränken und Allergien begünstigen. Da ein Sick-Building-Syndrom sich nicht zu 100 Prozent feststellen lässt, muss es von dem Begriff Building Related Illness (BRI) abgegrenzt werden.

Bei dem eindeutige Ursachen wie chemische Belastungen oder Belastungen durch Keime oder Allergene nachgewiesen sind. Eine große Rolle spielen auch Bildschirmtätigkeit, die oft mit einer schlechten Sitzhaltung verbunden sind, Passivrauchen oder Elektrosmog durch Computer, Faxgeräte oder Kopierer.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome, die bei einem Sick-Building-Syndrom auftreten können, hängen sehr vom Auslöser und von den körperlichen Voraussetzungen Betroffener ab. Charakteristische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Schwindel, Haut- und Schleimhautprobleme, Atemwegssymptome, Übelkeit, Müdigkeit und Erschöpfung. Es können ein oder mehrere Symptome kombiniert auftreten.

Wenn für die Beschwerden auch nach ärztlicher Untersuchung keine andere Ursache gefunden werden kann, ist es immer sinnvoll, im Gebäude nach möglichen Ursachen zu suchen, besonders dann, wenn auch andere Hausbewohner oder Angestellte unter vergleichbaren Symptomen leiden. Typisch für die Symptomatik ist, dass die Beschwerden in den Räumlichkeiten zunehmen, nach Verlassen des Gebäudes wieder abklingen und bei einem erneuten Aufenthalt im Gebäude wieder zunehmen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um ein Sick-Building-Syndrom feststellen zu können, empfiehlt sich zunächst eine Befragung der betroffenen Personen. Das Problem ist in den USA seit den 70er Jahren bekannt. Forscher der Universität Jena befragten zwischen 1994 und 2000 über 5000 Büroangestellte und führten an 1.500 Arbeitsplätzen Messungen durch. Dabei stellte sich heraus, dass offenbar psychosoziale Faktoren eine größere Rolle spielen als das Raumklima, weil subjektive Einschätzungen der Befindlichkeit sich nicht mit objektiven Mess-Ergebnissen deckten.

Zur genauen Diagnose ist eine gründliche Ursachenforschung durch Umweltmediziner sinnvoll, die feststellen können, ob nur Einzelne oder ganze Gruppen betroffen sind. Zunächst werden Betroffene befragt, welche Beschwerden wann und wo auftreten, bei welchen Tätigkeiten, ob es Veränderungen der Arbeitsplatzbedingungen oder des Betriebsklimas gab.

Erhärtet sich der Verdacht auf chemische Ausdünstungen oder ein ungünstiges Raumklima, werden Raummessungen durchgeführt. Zur Ermittlung der Verkeimung von Klimaanlagen gibt es Schnelltests. Beschwerden sollten immer ernst genommen werden, weil manche Schadstoffe bei Dauerbelastung häufige Krankmeldungen auslösen können. Dies kann ebenso zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen.

Behandlung & Therapie

Da ein Sick-Building-Syndrom schwer und nicht eindeutig zu diagnostizieren ist, gibt es keine einheitliche Therapie, sondern sie richtet sich nach den individuellen Beschwerden und Voraussetzungen. Die beiden Hauptpfeiler der Behandlung bestehen in der Beseitigung der Ursachen und Linderung der Symptome. Beim Raumklima als Verursacher kann der Einbau eines besseren Luftfilters oder eine bessere Wartung zu einer Verbesserung beitragen.

Wenn bei der Diagnostik festgestellt wurde, dass schädliche Materialien verwendet wurden, müssen diese ausgetauscht werden und Räume saniert werden. Wenn in den Räumen keine klare Ursache und kein Verursacher ermittelt werden kann, helfen manchmal auch allgemeine Maßnahmen wie regelmäßiges Lüften der Räume und fachgerechtes Heizen. Zehn Minuten Stoßlüften sind sinnvoller als permanent gekippte Fenster.

Auch Zimmerpflanzen können sehr zur Verbesserung des Raumklimas beitragen, besonders Pflanzen wie Dieffenbachia und Farne sind in der Lage, Schadstoffe aus der Luft zu filtern, aber Pflanzen erhöhen gleichzeitig auch die Luftfeuchtigkeit, was Schimmelpilze begünstigen kann. Deshalb ist ein Ausgleich zwischen der erwünschten Filterwirkung und der Zunahme der Luftfeuchtigkeit sinnvoll.

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Vorbeugung

Noch wichtiger als die Behandlung ist eine rechtzeitige Vorbeugung, damit es gar nicht erst zum Sick-Building-Syndrom kommt. Schon beim Bau oder der Renovierung sollte auf schadstofffreie Materialien und Raumausstattungen geachtet werden. Zur Verbesserung der Raumqualität empfiehlt sich regelmäßiges Lüften, am besten Stoßlüften. Pflanzen wirken wie ein natürlicher Luftfilter und tragen sehr zum Wohlbefinden in Räumen bei. Auch bei Büromöbeln und -geräten sollte auf die Schadstofbelastung geachtet werden.

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