Sialendoskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Die Sialendoskopie ist ein HNO-ärztliches Diagnostik- und Therapieverfahren zur Visualisierung und Behandlung von Gangsystemen der großen Kopfspeicheldrüse. Eine Indikation auf die Endoskopie stellt sich vor allem beim Verdacht auf Speichelsteinen. Auch bei wieder auftretenden Speicheldrüsenschwellungen wird das Verfahren gerne angewandt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Sialendoskopie?

Die Speicheldrüse ist ein komplexes System, das eine Vielzahl von Gängen und anderen anatomischen Strukturen enthält. Bei Schwellungen der Speicheldrüse suchen Patienten zur näheren Abklärung den HNO-Arzt auf. In diesem Zusammenhang werden häufig Sialendoskopien durchgeführt. Dabei handelt es sich um HNO-ärztliche endoskopische Diagnostikverfahren.

Endoskopien sind minimal-invasive Untersuchungen, die den Arzt mittels Endoskop ins Innere eines Patienten sehen lassen. Die Silendoskopie ist eine Endoskopie der großen Kopfspeicheldrüse und ihrer Speichelgänge. Aus diesem Grund wird das Verfahren häufig auch als Speichelgangendoskopie bezeichnet. Das Verfahren existiert seit Anfang der 2000er. In der Regel bieten ausschließlich größere HNO-Zentren und HNO-Unikliniken die Untersuchung an und setzen sie vorwiegend beim Verdacht auf obstruktive Speichelsteine ein.

In Kombination mit der Sialendoskopie finden häufig zusätzliche Verfahren der Bildgebung Einsatz, so vor allem die Sonografie, die Kernspintomographie oder die Computertomographie. Die Ultraschalluntersuchung der Speicheldrüse ist Teil der Standard-Diagnostik. Sialografien oder Speicheldrüsenszintigrafien finden in Kombination mit einer Sialendoskopie nur in absoluten Ausnahmefällen Einsatz.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Sialendoskopie ist eine diagnostische Endoskopie, die den Arzt mit Stand- und Bewegtbildern der großen Kopfspeicheldrüsengänge versorgt. In Ausnahmefällen werden zusätzlich dazu Flüssigkeits- und Gewebsproben im Sinne von Biopsien aus den Gängen der Speicheldrüse genommen.

Das Ziel der Sialendoskopie stellt immer die Diagnosefindung dar. Zur Durchführung des Verfahrens verwenden HNO-Ärzte in den meisten Fällen ein semi-flexibles Mini-Endoskop mit Schaftdurchmessern zwischen 0,8 und 2,0 Millimetern. Das Endoskop wird durch das natürliche Ostium innerhalb der Mundhöhle in das Gangsystem Glandula parotis oder Glandula submandibularis eingeführt. Die Speichelgangendoskopie ist das einzige Verfahren zur direkten Visualisierung der Speichelgangsysteme. Neben der Diagnostik von obstruktiven Störungen an der großen Kopfspeicheldrüse kann die Endoskopie auch therapeutische Ziele haben und wird in diesem Fall als therapeutische Endoskopie bezeichnet.

Die Sialendoskopie ist ein HNO-ärztliches Diagnostik- und Therapieverfahren zur Visualisierung und Behandlung von Gangsystemen der großen Kopfspeicheldrüse.

In diesem Zusammenhang setzt der Arzt die Sialendoskopie zum Beispiel zur Behandlung von Speichelsteinen ein. Das Sialendoskop trägt interventionelle Kanäle, die eine Behandlung der Steinchen zulassen. Alle potentiellen Speichelsteine werden mittels Sialendoskop in winzige Fangkörben aufgenommen und auf diese Weise aus den Speichelgängen entfernt. Auch die interventionelle Aufdehnung bei Stenosen und die zielgerichtete Behandlung von Entzündungen im Bereich der Speichelgänge ist durch das Sialendoskop möglich. Wenn eine der Speicheldrüsen zum wiederholten Mal vor, bei oder nach der Nahrungsaufnahme anschwillt, geht der Arzt von einer obstruktiven Ursache aus und vermutet sozusagen eine Verstopfung der Gänge als Auslöser der Schwellungen.

Diese Verstopfung entspricht in mehr als der Hälfte aller Fälle einem Speichelstein. Verdachtsdiagnosen auf einen Speichelstein werden vorwiegend über das charakteristisch klinische Bild gestellt. Die Krankheitsgeschichte und Palpation des Patienten lassen den Arzt den Verdacht entwickeln. Die Sicherung oder der Ausschluss der Verdachtsdiagnose findet über eine Kombination aus Verfahren wie der Sialensoskopie und der Sonografie statt. MRT und CT kommen zunächst meist nicht zum Einsatz, da sie den Patienten mit Strahlung und Kontrastmittel belasten. Bis vor einigen Jahren war die einzige Therapiemöglichkeit für Speichelsteine jeder Größe die Entfernung der zugehörigen Speicheldrüse.

Mit der Sialendoskopie hat sich dieser Zusammenhang verändert. Heute wird das Sialendoskop nach der Diagnostik im Bedarfsfall umgewandelt und ermöglicht dank des Fangkorbs und der kleinen Zangen einen therapeutischen Eingriff am Speichelstein. Durch die unmittelbar therapeutische Option ist die Sialendoskopie anderen Verfahren zur bloßen Diagnostik mittlerweile überlegen. Wenn bei dem Verfahren kein Stein gefunden wird, können Abflussstörungen durch narbige Stenosen die Ursache für wieder auftretende Schwellungen der Speicheldrüsen sein, die ebenfalls mittels des Sialendoskops behandelt werden können.

Bei der Sialendoskopie kann der Arzt das Ostium sogar auf das zehnfache seiner Größe aufdehnen und Mittel wie den Ballonkatheter einführen. Während des endoskopischen Eingriffs umspült Spülflüssigkeit die Drüse. Dieser Effekt kann in Zusammenhang mit Entzündungen ein therapeutischer Effekt sein, wobei zur Behandlung solcher Medikamente mithilfe des Sialendoskops unmittelbar in das Gangsystem gegeben werden können.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Sialendoskopien bieten gegenüber Diagnostikverfahren wie dem MRT oder CT viele Vorteile. Auch der Sonografie gilt die Sialendoskopie mittlerweile als überlegen. Beim MRT, CT und Röntgen muss der Patient mit einer Strahlenbelastung rechnen. Diese Belastung ist mittlerweile zwar gering, aber kann dennoch Risiken und Nebenwirkungen beinhalten.

Nebenwirkungen stellen sich außerdem durch Kontrastmittelgaben ein. Die Mittel können Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen. Außerdem belasten die Substanzen auf lange Sicht die Nieren. Obwohl die Sialendoskopie ein minimal-invasives Verfahren ist, ist sie mit weniger Risiken assoziiert. Der Eingriff birgt insgesamt wenige Gefahren und kann meist ambulant durchgeführt werden. Der Patient erhält hierzu häufig eine lokale Betäubung. Die Risiken und Nebenwirkungen der Sialendoskopie sind fast ausschließlich in Zusammenhang mit dem verwendeten Betäubungsmittel erwähnenswert.

Einige Patienten reagieren zum Beispiel mit Übelkeit oder Erbrechen auf Anästhetika. Noch weniger Risiken als bei der Sialendoskopie bieten sich dem Patienten ausschließlich mit Untersuchungsverfahren wie der Sonogorafie. Allerdings ist die Sonografie der Endoskopie insofern überlegen, als dass sie kein reines Diagnoseverfahren darstellt und im Bedarfsfall zu einem therapeutischen Eingriff umgewandelt werden kann.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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