Shiatsu

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Shiatsu ist eine fernöstliche, ganzheitliche Heilmethode, die auch in Europa immer mehr Anhänger findet.

Die spezielle Druckmassagetechnik wird angewandt nach den übergeordneten Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin, TCM. Die Anwendung mit Shiatsu ist ähnlich wie andere Heilmethoden aus Fernost, beispielsweise Akupunktur oder Akupressur, nicht einheitlich, sondern unterliegt gewissen Modifikationen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Shiatsu?

Gemäß des Meridiansystems der TCM sind die zu behandelnden Druckpunkte auf der gesamten Hautoberfläche verteilt, auch im Bauchraum und auch auf den Extremitäten.

Welche Druckpunkte wie lange, in welcher Druckstärke und mit welcher Technik behandelt werden, hängt jeweils von der Art und Intensität der Beschwerden ab, mit denen ein Patient einen Shiatsu Therapeuten aufsucht. Nach der Lehre der TCM ist ausnahmslos jede Krankheit Folge eines gestörten Flusses der Lebensenergie Chi auf den Meridianen als energetische Leitungsbahnen. Auf diesen Energiebahnen liegen auch die meisten Akupunkturpunkte.Durch die Druckpunktmassage des Shiatsu kann gezielt Einfluss auf die gestörte Lebensenergie genommen und Fehler so korrigiert werden.

Es gilt bis heute wissenschaftlich jedoch nicht als gesichert, ob das Meridiansystem und damit die einzelnen Druckpunkte, die vielfach den Akupunkturpunkten entsprechen, überhaupt existiert. Ganz sicher hat Shiatsu allerdings bereits vielen Menschen dabei geholfen, wieder schmerzfrei zu werden, besser beweglich zu sein oder andere Symptome zu lindern. Da Shiatsu sich als ganzheitliche Methode versteht, welche die Einheit und Harmonie von Körper, Geist und Seele eines Patienten stets im Blick hat, ist das Indikationsspektrum entsprechend breit aufgestellt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Shiatsu ist keine Massage im klassischen Sinne, sondern arbeitet stets nach der chinesischen Meridianlehre. Durch den positiven Einfluss auf die Lebensenergie regt Shiatsu den Energiefluss an und trägt somit zur seelisch-körperlichen Ausgeglichenheit bei. Shiatsu eignet sich ausdrücklich auch zur Prävention. Wird Shiatsu zu präventiven Zwecken eingesetzt, dann handelt es sich in diesem Moment um eine Form der Körperarbeit im Bereich der allgemeinen Gesundheitsförderung.

Viele der Druckpunkte können auch in eigener Regie behandelt werden, also ohne, dass dazu ein Therapeut erforderlich wäre. Denn das Aktivieren der Shiatsu Druckpunktmassage kann in gewissem Umfang auch von medizinischen Laien leicht erlernt und zur Selbstbehandlung angewendet werden. Nach alter japanischer Tradition erfolgt die Behandlung auf einer Bodenmatte, der Patient trägt dabei weiche, nicht einengende Kleidung. Entlang der Energieleitungsbahnen des Körpers erfolgt nun die Shiatsumassage im Idealfall von Kopf bis Fuß mit Knien, Ellbogen, Daumen und Handflächen, während zur Selbstbehandlung nur die Fingerkuppen der Hand zum Einsatz kommen. Lockernde Mobilisationen einzelner Gelenke sowie Dehnübungen gehören ebenfalls zu einer Shiatsu Sitzung dazu, die im Regelfall 60 bis 90 Minuten dauert.

Die spezielle Druckmassagetechnik wird angewandt nach den übergeordneten Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin. Gemäß des Meridiansystems der TCM sind die zu behandelnden Druckpunkte auf der gesamten Hautoberfläche verteilt.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Shiatsu Therapie nicht, wegen fehlendem wissenschaftlich evidenzbasiertem Wirksamkeitsnachweis. In Deutschland zugelassene Shiatsu Therapeuten sind entweder speziell geschulte Physiotherapeuten, Heilpraktiker oder Ärzte. Wichtig ist das sogenannte achtsame Lauschen während einer Shiatsu Behandlung, damit ist eine Art Berührungskommunikation ohne verbalen Austausch gemeint. Eine verbale Unterhaltung oder Ansprache kann den Erfolg der Shiatsu Behandlung empfindlich stören. Als sanfte, aber dennoch tiefgreifende und vielseitige Methode der Körperarbeit hat Shiatsu ganz unterschiedliche Wirkungen, die nach einer Behandlung noch lange anhalten können.

Die moderne Lebensweise mit Stress, Verspannungen, Bewegungsmangel und schlechter Ernährung führt häufig zu Energieblockaden, die sich in den unterschiedlichsten psychischen und physischen Krankheitsbildern äußern können. Shiatsu kann dabei helfen, die eigene Lebensenergie zu steigern, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen, die innere Entspannung zu fördern oder Beziehungs- und Lebenskrisen besser zu meistern. In einem tieferen Sinn soll Shiatsu förden, sich selbst besser zu entdecken und zu erforschen, die Selbstheilungskräfte anzuregen und mehr Wohlbefinden genießen zu können.

Shiatsu wird mit Achtsamkeit, Offenheit, Respekt gegenüber der zu behandelnden Person und auch viel Sensibilität praktiziert. Es dient darüber hinaus als Prophylaxe in vielerlei Hinsicht und auch zur nachhaltigen Unterstützung von medizinischen Genesungsprozessen. Selbst schwere Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates können so langfristig gelindert oder sogar geheilt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Grundsätzlich ist Shiatsu für Menschen jeden Alters geeignet, sogar Babys und Schwangere können mit der sanften Druckpunktmassage erfolgreich behandelt werden. Die eigentliche Kunst besteht darin, dass sich der Shiatsu Therapeut auf den jeweils aktuellen individuellen energetischen Zustand eines Patienten genau einstellt, das erfordert nicht nur anatomisch-physiologisches Hintergrundwissen, sondern auch die nötige Erfahrung.

Menschliche Berührung, Dehnung und Massage haben stets tiefgreifende Auswirkungen auf Wohlbefinden und Körpergefühl. Empfindliche Personen können während einer Shiatsu Massage einen solchen unkontrollierten Gefühlsausbruch mit Weinen und Zittern erleben. Dann sollte die Behandlung zunächst abgebrochen werden.

Wird Shiatsu fachgerecht angewandt, dann ist in der Regel nicht mit schädlichen Nebenwirkungen zu rechnen. Patienten, die unter schweren psychischen Erkrankungen leiden, sollten sich jedoch keiner Shiatsu Behandlung unterziehen. Denn das Risiko heftiger Gefühlsausbrüche ist hoch, insbesondere bei traumatisierten Personen. Vor jeder Sitzung sollte deshalb eine umfangreiche Anamnese stattfinden.

Ebenfalls sollten Patienten eine Shiatsu Behandlung stets als begleitende Maßnahme zur allgemeinen Gesundheitsförderung ansehen, damit ernsthafte Krankheiten nicht übersehen werden. Patienten mit ausgedehnten Entzündungsreaktionen auf Haut und Schleimhäuten sollten ebenfalls nicht mit dieser Methode behandelt werden. Die Druckpunktmassage darf stets nur auf der intakten, unversehrten Haut erfolgen.

Bücher über Akupunktur

Quellen

  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Heidelberg 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V. : Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Rademacher, W.: Shiatsu in der Praxis. Urban & Fischer, München 2009

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