Sex nach der Geburt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Es ist ganz normal, dass bis zum ersten Sex nach der Geburt einige Zeit vergeht. Die Lust auf Sexualität rückt zunächst durch die Anstrengungen der Geburt aber auch durch körperliche und hormonelle Veränderungen zunächst in den Hintergrund. Sexuelle Probleme nach der Geburt sind nicht selten und es ist dabei wichtig zu wissen, wann grundsätzlich der richtige Zeitpunkt ist, um wieder Sex nach der Geburt zu genießen.

Inhaltsverzeichnis

Keine Lust auf Sex nach der Geburt

Bis sich die normale Lust auf Sex nach der Geburt bei Frauen wieder einstellt, kann es eine ganze Weile dauern. Männer, die eingehend über das Thema informiert sind, bringen ihrer Partnerin auch das notwendige Verständnis dafür entgegen. Frauen fühlen sich nach einer Geburt oftmals in ihrem eigenen Körper nicht besonders wohl, das liegt beispielsweise daran, dass der Busen für das Stillen benötigt und die Bauchdecke noch schlaff ist.

Erfolgte die Geburt durch einen Kaiserschnitt, dann muss erst einmal ausreichend Zeit auch für die Wundheilung eingeplant werden. Außerdem fühlen sich die meisten Frauen in der ersten Zeit nach der Geburt aufgrund der hormonellen Umstellung müde und lustlos. Das Versorgen eines Babys ist ein 24 Stunden Job, der die volle Aufmerksamkeit der Mutter beansprucht. Auf hormoneller Ebene sorgt Prolaktin, welches die Milchbildung anregt, zusätzlich für eine Hemmung des sexuellen Verlangens.

Ab wann darf eine Frau nach der Geburt wieder Sex haben?

Ein Patentrezept, wann Sex nach der Geburt wieder möglich und sinnvoll ist, ist von Frau zu Frau individuell. Einige Frauen möchten sogar innerhalb eines kurzen Zeitraums nach der Geburt schon wieder Intimverkehr praktizieren. Selbst wenn der sogenannte Wochenfluss noch nicht versiegt ist, spricht aus medizinisch-gynäkologischer Sichtweise erst einmal nichts dagegen, wenn die Frau ansonsten gesund und es bei der Geburt zu keinen Komplikationen gekommen ist.

Solange der Wochenfluss allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen ist, besteht durch die verzögerte Wundheilung beim Sex ein erhöhtes Infektionsrisiko. Ob der Sex nach der Geburt auch bei bestehendem Wochenfluss praktiziert werden soll oder nicht, sollte deshalb im Einzelfall der behandelnde Gynäkologe entscheiden.

Um Infektionen vorzubeugen, sollte unbedingt auf Hygiene geachtet und am besten Kondome verwendet werden. Auch ist damit zu rechnen, dass der erste Sex nach der Geburt meist nicht völlig entspannt abläuft. In der Anfangszeit kann es zu bisher nicht bekannten Problemen, aber auch zu unangenehmen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen.

Tipps für Sex nach der Geburt

Mit einigen hilfreichen Tipps lassen sich bekannte Probleme beim Sex nach der Geburt vermeiden. Aufgrund des niedrigen Spiegels an Östrogen ist die Schleimhaut der Scheide während der Stillzeit häufig trocken. Für den ersten Sex nach der Geburt sollten daher Gleitmittel verwendet werden, damit Schmerzen möglichst vermieden werden. Es kommt beim ersten Sex nach der Geburt auch auf die Sexstellung an.

In der Zeit nach der Geburt werden von Frauen insbesondere solche Stellungen als angenehm empfunden, bei denen Eindringtiefe und Intensität selbst gesteuert werden können. Durch das Stillen wurde die weibliche Brust stark beansprucht, deshalb werden in diesem Bereich Berührungen während des Liebesspiels als besonders unangenehm empfunden. Dies lässt sich einfach vermeiden, indem der Partner vor dem Geschlechtsakt einen entsprechenden Hinweis erhält.

Ein Stillen unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr kann außerdem hilfreich sein, die Berührungsempfindlichkeit des Busens herabzusetzen. Für intensivere Empfindungen beim Sex nach der Geburt hat sich außerdem Rückbildungsgymnastik als hilfreich erwiesen. Immer dann, wenn Schmerzen beim Sex nach der Geburt auftreten und anhalten, sollte der Arzt befragt werden.

Schwanger werden trotz stillen: Verhütung nicht vergessen!

Viele Paare blenden das Thema Verhütung beim Sex nach der Geburt aus. Dabei ist es enorm wichtig, gerade in dieser Phase die Verhütung nicht zu vernachlässigen. Die Fruchtbarkeit ist zwar durch den Vorgang des Stillens herabgesetzt, doch darauf sollte sich kein Paar als natürliche Verhütungsmethode verlassen.

Gynäkologen machen die richtige Verhütungsmethode nach der Geburt oftmals davon abhängig, ob gestillt wird oder nicht. Dabei steht auch die Gesundheit des Kindes im Vordergrund, denn verabreichte Hormone zur Verhütung können leicht in die Muttermilch gelangen. Die Temperaturmethode ist als Verhütungsmethode für den Sex nach der Geburt schon deshalb nicht geeignet, weil sich die Hormone im weiblichen Körper erst langsam wieder einpendeln müssen.

Prinzipiell gelten Kondome oder Diaphragma, die Spirale und die Hormonspirale sowie die sogenannte Minipille mit ausschließlich Gestagen als Wirkstoff als sinnvoll, wenn es um die Verhütung beim Sex nach der Geburt geht.

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Saure-Gurken-Zeit nach der Geburt: Nehmen Sie’s gelassen!

Lust braucht Zeit und das gilt insbesondere auch für den Zeitraum nach der Geburt. Da es also ganz normal ist, dass sich die Lust auf Sex erst nach einiger Zeit nach der Geburt wieder einstellt, ist Gelassenheit und Geduld beider Elternteile die richtige Einstellung, damit umzugehen. Oftmals fehlen nach der Geburt auch einfach Gelegenheiten für Zärtlichkeit und Nähe.

Durch gemeinsame Zweisamkeit lässt sich jedoch diese verloren gegangene Nähe bei den meisten Paaren schnell wieder aufbauen. Nicht förderlich für den Sex nach der Geburt ist ein Baby, das dauerhaft im Bett der Eltern schläft.

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