Sevofluran

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Sevofluran hat eine hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung. Das Arzneimittel wird daher in der Anästhesie vor operativen Eingriffen eingesetzt. Sevofluran wird über eine Maske inhaliert und versetzt den Patienten in einen Zustand der Vollnarkose. Die Medikation wird individuell auf den Patienten abgestimmt und von medizinischem Fachpersonal strengstens überwacht. Sevofluran kann zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Benommenheit führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sevofluran?

Sevofluran ist ein sogenanntes volatiles Anästhetikum. Volatile Anästhetika sind Arzneimittel, die durch Inhalation zur Einleitung bzw. Aufrechterhaltung einer Narkose eingesetzt werden.

Sevofluran gehört chemisch gesehen zur Stoffgruppe der Flurane. Flurane sind nicht brennbar und farblos. Der Geruch von Fluranen ist typischerweise stechend. Bei Sevofluran ist dies nicht der Fall. Daher eignet es sich besonders für die Einleitung einer Narkose über eine Maske.

Zu den Fluranen zählen weiterhin Desfluran, Enfluran, Isofluran und Methoxyfluran. Jene dieser Wirkstoffe die noch im Handel erhältlich sind, liegen in flüssiger Form vor. Der Handelsname von Sevofluran ist Sevorane®.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Sevofluran hat eine muskelrelaxierende und hypnotische Wirkung. Muskelrelaxierende Arzneimittel sind Substanzen, die eine vorübergehend anhaltende entspannende Wirkung auf die Skelettmuskulatur haben.

Sevofluran ist ein sogenanntes peripheres Muskelrelaxans. Es entfaltet seine Wirkung an der motorischen Endplatte des Muskels und verhindert somit die Erregung des Muskels durch die Nervenfasern. Die hypnotische Wirkung von Sevofluran versetzt den mit dem Arzneimittel behandelnden Menschen in einen Zustand vollständiger Empfindungslosigkeit. Sevofluran bewirkt das Abschalten des Bewusstseins und Schmerzsystems im zentralen Nervensystem.

Der genaue Wirkmechanismus von Substanzen die einen narkotischen Zustand auslösen ist bis heute nicht gänzlich geklärt und wird kontrovers diskutiert. Wirkungen auf eine Reihe von Rezeptoren des zentralen Nervensystems und auf bestimmte Ionenkanäle werden für den Zustand der Narkose beschrieben.

Sevofluran hat nicht nur eine hypnotische und muskelrelaxierende sondern auch eine schwach analgetische Wirkung. Analgetika sind Stoffe die gemein hin als Schmerzmittel bezeichnet werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Sevofluran ist ein Arzneimittel, das in der Medizin eingesetzt wird, um den Patienten in eine Vollnarkose zu versetzen. Es ist in flüssiger Form im Handel erhältlich und wird über eine Dampfmaske inhaliert. Die Patienten verfallen durch die Inhalation von Sevofluran in einen tiefen Schlaf. Das Bewusstsein und das Schmerzempfinden werden ausgeschaltet und der Patient kann operiert werden.

Im Gegensatz zu anderen Fluranen hat Sevofluran keine ätzende Wirkung auf die Schleimhäute. Auch der Geruch ist angenehm neutral. Daher wird der Stoff besonders in der Kinderanästhesie eingesetzt. Das Arzneimittel darf nur von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden. Dieses muss in der Verabreichung des Medikaments geschult sein. Ferner ist es notwendig, dass ein Anästhesist die Medikation überwacht.

Sevofluran darf nicht verwendet werden, wenn der Patient allergisch auf diesen Stoff und ähnlich wirkende Narkosemittel reagiert. Zudem darf das Medikament bei Verdacht auf maligne Hyperthermie nicht eingesetzt werden. Unter maligner Hyperthermie ist eine krankhaft erhöhte Körpertemperatur zu verstehen. Diese kann zu massiven Entgleisungen des Stoffwechsels führen und lebensgefährlich sein.

Die Dosierung von Sevofluran ist abhängig von Körpergewicht, Körpergröße, Alter, Geschlecht und der Art und geschätzten Dauer des operativen Eingriffs. Der Anästhesist überwacht den Zustand des Patienten während der gesamten Therapie. Er entscheidet, wann die Medikation beendet ist.

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Risiken & Nebenwirkungen

Wie nahezu jedes Arzneimittel kann auch Sevofluran zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Sehr häufig auftretende Nebenwirkungen sind Husten, Übelkeit, Erbrechen, Verlangsamung der Herztätigkeit, Zittern, Bewegungsdrang und ein niedriger Blutdruck. Relativ häufig treten Schläfrigkeit, Benommenheit, Fieber, Schüttelfrost und Atemwegserkrankungen auf.

Die Einnahme des Arzneimittels kann weiterhin zu einem erhöhten Gehalt an Leberfunktionswerten, weißen Blutkörperchen und Glukose im Blut führen. Gelegentlich treten Störungen der elektrischen Reizweiterleitung am AV-Knoten des Herzens auf.

Nicht auszuschließen sind weitere mögliche Nebenwirkungen wie unter anderem eine Leberentzündung, Hautausschlag, Juckreiz, Brustschmerzen, Entzündungen der Haut, Krampfanfälle, Atemnot, Nesselsucht, Gesichtsschwellungen und Herzstillstand.

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