Seitenstechen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Fast jeder Mensch kennt Seitenstechen. Doch was genau sind Seitenstiche eigentlich? Woher kommen sie? Und was kann man dagegen tun? Diese Fragen werden wir hier für Sie im Folgenden klären, sodass Ihnen der Spaß am Sport nie wieder von Seitenstechen verdorben wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Seitenstechen?

Seitenstiche, oder auch bekannt als Seitenstechen, sind krampfartige mittel bis sehr starke Schmerzen. Diese Schmerzen treten an den Seiten des Bauches, auf Höhe der Milz (links) und/oder auf Höhe der Leber auf (rechts).

Natürlich sind Schmerzen in dieser Region nicht automatisch Seitenstiche. Sie treten ausschließlich beim Ausdauersport auf, wie zum Beispiel beim Joggen. Häufig sind davon eher untrainierte Menschen betroffen, die ihre Leistungsfähigkeit überschreiten.

Ursachen

Meist ist die Ursache für Seitenstechen, dass das Zwerchfell nicht genug Sauerstoff bekommt. Das liegt zum Teil daran, dass die Ausatmungsphase zu kurz ist.

Es kann aber auch daran liegen, dass der Körper aufgrund des intensiven Trainings im Allgemeinen an einem Sauerstoffmangel leidet. Seitenstiche können aber auch andere Ursachen haben. Wenn man vor dem Training zu viel isst, tritt ebenso das Seitenstechen auf, denn die Verdauung benötigt sehr viel Blut, die dann wiederum anderen Organen fehlt. Sobald die inneren Organe zu wenig durchblutet werden, schütten diese automatisch Stoffe aus, die die Schmerzen zusätzlich verursachen können.

Aber auch durch eine zu hohe Durchblutung kann in der Leber und in der Milz ein Dehnungsschmerz entstehen. Auch Blähungen und Verstopfung können eine Ursache für Seitenstechen sein, da hierdurch nicht genügend "Platz" im Bauch vorhanden ist, um richtig intensiv zu Atmen.

Eine schwache Bauchmuskulatur kann ebenfalls ein Grund für Seitenstiche sein. Eine weitere Theorie besagt, dass durch eine falsche, gebückte Haltung beim Laufen das Seitenstechen begünstigen.

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Diagnose & Verlauf

Seitenstiche, oder auch bekannt als Seitenstechen, sind krampfartige mittel bis sehr starke Schmerzen.

Seitenstechen zu diagnostizieren ist relativ einfach, wobei man hier betonen muss, dass es sich bei Seitenstechen nicht um eine Krankheit handelt.

Seitenstiche kann jeder im Prinzip selber diagnostizieren, auch ohne einen Arzt um Rat gefragt zu haben. Beim Ausdauersport kann man bei Schmerzen in der Flanke in der Regel von Seitenstechen ausgehen, sofern keine anderen Erkrankungen bekannt sind. Sollten die Schmerzen jedoch nach Beendigung des Sportes nicht aufhören, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Der Verlauf ist bei jedem Menschen gleich, kann aber leicht abweichen. Normalerweise beginnen die Schmerzen erst langsam und werden dann schnell stärker und krampfartig, sodass es immer anstrengender wird, gerade zu laufen und tief zu Atmen, was die Schmerzen dann jedoch noch verschlimmert.

Komplikationen

Bei Seitenstechen ist es in der Regel nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Das Symptom verschwindet in den meisten Fällen von alleine und bedarf keiner speziellen Behandlung durch den Arzt. Es tritt sehr oft dann auf, wenn bei einer körperlichen Tätigkeit eine Nahrungsaufnahme vorher stattgefunden hat oder die Körperhaltung falsch ist.

In diesen Fällen kommt es vermehrt zum Seitenstechen, was vor allem bei Joggern und Sportlern besonders häufig auftritt. Bei Seitenstechen sollte der Betroffene eine kurze Pause einlegen und seine Körperhaltung ändern. Dadurch kann mehr Luft durch die Lunge aufgenommen werden, auf eine richtige und gleichmäßige Atmung ist zu achten.

Sollte das Seitenstechen allerdings permanent auftreten oder zu extrem starken Schmerzen führen, so kann in diesen Fällen ein Arzt aufgesucht werden. Möglicherweise stellt das Seitenstechen in diesem Fall eine Verbindung zu einer weiteren Krankheit oder einem anderen Symptom dar. Auch wenn der Betroffene trotz Seitenstechens weiterhin Sport treibt, treten hier meist keine Komplikationen ein.

Bei den meisten Menschen handelt es sich bei diesem Symptom um ein kurzzeitiges Problem, welches innerhalb weniger Minuten wieder verschwindet. Es muss daher auch nicht zwingend eine Pause eingelegt werden, wenn die Schmerzen nicht zu stark sind. Bei einem regelmäßigen Training sollte das Seitenstechen nach einer Zeit auch nicht mehr auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, beim Seitenstechen einen Arzt aufzusuchen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Patient sich sportlich und aktiv benötigt und das Seitenstechen dabei auftritt. Es handelt sich um ein gewöhnliches Symptom, welches in der Regel nach einer kurzen Zeit wieder verschwindet. Ebenso muss kein Arzt aufgesucht werden, wenn vor der sportlichen Aktivität oder der körperlichen Arbeit eine Mahlzeit eingenommen wurde, die für den Körper schwer verdaulich ist.

Der Besuch beim Arzt ist dann notwendig, wenn das Seitenstechen permanent auftritt und nicht mit einer körperlichen Betätigung oder mit der Einnahme von Speisen in Verbindung gebracht werden kann. Dabei kann es sich um ein Problem mit der Milz, der Leber oder dem Magen allgemein handeln, welches behandelt werden muss. Ebenso ist ärztliche Behandlung dann notwendig, wenn neben dem Seitenstechen auch Durchfall und Erbrechen auftreten und der Patient an einem allgemeinen Krankheitsgefühl leidet. Bei starken und unerträglichen Schmerzen kann auch der Notarzt gerufen werden. In der Regel kann zuerst der Hausarzt aufgesucht werden, welcher die Ursache des Symptoms bestimmen und den Patienten dann an einen Facharzt weiterleiten kann.

Behandlung & Therapie

Man kann Seitenstechen selbst behandeln und man muss dazu auch keine Medikamente oder gar Schmerzmittel zu sich nehmen. Die Schmerzen gehen meist auch wieder von alleine weg, jedoch gibt es einige Tricks, die die Schmerzen lindern.

Es kann helfen auf die schmerzende Stelle zu drücken und diese zu massieren, da sich die Gegend dadurch entspannt und der Schmerz daraufhin nachlässt. Man sollte zwar schon vorher, aber vor Allem beim Auftreten des Schmerzes, genau auf seine Atmung achten und dabei so lange wie möglich ausatmen.

Außerdem sollte man so bald wie möglich das Training einstellen, oder zumindest die Belastung auf ein Minimum reduzieren. Wenn die Seitenstiche zum Beispiel beim Laufen auftreten, sollte sofort nur gegangen und nicht weiter gelaufen werden, ehe die Seitenstiche nicht verschwunden sind.

Ein weiterer effektiver Trick, mit dem die Seitenstiche zu behandeln sind, ist, den Oberkörper nach vorne zu beugen, beim Einatmen die Arme hoch heben und sie beim ausatmen wieder senken.

Aussicht & Prognose

Der stechende Schmerz unter dem Rippenbogen entsteht beim Laufen und breitet sich über den gesamten Bauchraum aus. Es gibt mehrere Theorien zur Entstehung des Schmerzes, wobei die verringerte Durchblutung des Zwerchfells durch zu wenig Sauerstoff eine der plausibelsten ist. Bei der Atmung spielt das Zwerchfell eine besondere Rolle. Beim Laufen entstehen Erschütterungen und die inneren Organe bewegen sich rhythmische mit. Auch das Zwerchfell macht diese Bewegungen, zusätzlich bewegt es sich beim Ein- und Ausatmen. So entsteht eine Spannung, die wiederum zu Krämpfen führen kann.

Seitenstechen ist ein Signal des Körpers, der sich gegen eine Überforderung wehrt. Auch wer seinen Lauf zu schnell startet, muss sich bald darauf mit Seitenstechen plagen. Ein ruhiger Start und die richtige Vorbereitung sind notwendig, damit es gar nicht erst soweit kommt. Haltungsfehler, schwache Bauchmuskulatur, falsche Atmung und Nervosität können ebenfalls Seitenstechen verursachen. Das ist zwar harmlos, aber schmerzhaft und unangenehm.

Verschiedene Strategien helfen, Seitenstechen vorzubeugen. Ein leichtes Frühstück mit geringem Ballaststoff- und Fettanteil ist die beste Basis vor dem Dauerlauf. Es sollte spätestens zwei Stunden vor dem Sport eingenommen werden. Auf die Aufwärmphase sollte niemand verzichten, denn sie lockert die Muskulatur und beugt auch anderen Verletzungen vor. Eine gut trainierte Körpermitte verringert Rotationen im Rumpfbereich.

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Vorbeugung

Um Seitenstechen vorzubeugen ist es wichtig, dass man mindestens zwei Stunden vor dem Sport keine größeren Mengen Nahrung zu sich nimmt und somit mehr Platz im Bauchraum vorhanden ist. So wird schließlich auch kein Blut für die Verdauung benötigt. Wichtig ist auch, dass die Bauchmuskulatur gestärkt wird, um Seitenstiche zu vermeiden. Natürlich ist eine richtige Atemtechnik sehr wichtig, um den Schmerz erst gar nicht auftreten zu lassen. Außerdem ist es ratsam, während des Sports sich nicht zu unterhalten, um im richtigen Atemrhythmus einhalten zu können.

Das können Sie selbst tun

Bei den meisten Menschen tritt das Seitenstechen vor allem beim Sport auf. In diesen Fällen ist es hilfreich, vor dem Sport ungefähr ein bis zwei Stunden nichts zu essen. Nur leichte Mahlzeiten, wie zum Beispiel Früchte, sind in Ordnung und belasten den Körper nicht unnötig. Auch ist das Trinken von kohlensäurehaltigen Getränken zu vermeiden.

Sollte das Seitenstechen auftreten, so muss das Tempo beim Laufen verlangsamt werden, bei starken Schmerzen sollte der Betroffene komplett anhalten und die Aktivität pausieren. In vielen Fällen tritt das Seitenstechen aufgrund einer falschen Atmung auf. Der Betroffene sollte darauf achten, gleichmäßig und nicht zu schnell zu atmen. Bei häufig auftretendem Seitenstechen ist es sinnvoll sich mit Atemübungen auseinanderzusetzen. Dadurch kann das Seitenstechen bekämpft werden. Auch ist eine gesunde Körperhaltung beim Sport wichtig. Dies gilt vor allem für die Menschen, die oft joggen. Während des Laufens sollte auch nicht geredet werden, um die Atmung richtig kontrollieren zu können.

In der Regel verschwindet das Seitenstechen bei einem geübten Sportler und taucht nicht wieder auf. Vor allem am Anfang einer Aktivität kann es allerdings zu Problemen führen. In einigen Fällen hilft es, die Milz leicht zu massieren, damit der Schmerz verschwindet.

Bücher über Seitenstechen & Joggen

Quellen

  • Beck, H.: Das große Buch vom Marathon. Copress Verlag, München 2014
  • Schnabel, G., Harre, H.D., Krug, J.: Trainingslehre – Trainingswissenschaft: Leistung-Training-Wettkampf. Meyer & Meyer, Aachen 2011
  • Tomasits, J., Haber, P.: Leistungsphysiologie – Grundlagen für Trainer, Physiotherapeuten und Masseure. Springer, Berlin Heidelberg 2011

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