Seifenkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Das Seifenkraut ist eine Pflanze, die schon im Mittelalter Anwendung als Seifenersatz fand. Daher stammt der Name. Der Volksmund kennt sie auch als Seifenwurz oder Waschkraut. Zugleich ist sie eine wild wachsende Heilpflanze, die Husten löst.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Seifenkrauts

Das Seifenkraut gehört zu der Pflanzenfamilie der Nelkengewächse und umfasst etwa vierzig Arten. Der botanische Name lautet Saponaria officinalis. Als Wildpflanze ist es in den gemäßigteren Gebieten Europas und Westasiens heimisch. Einwanderer verbreiteten es auch in Nordamerika. Anbaugebiete für die kultivierte Form sind in China, Iran und der Türkei zu finden. Das winterharte Kraut ist mehrjährig, hat lanzenförmige Blätter und kann mehr als einen halben Meter hoch wachsen.

Von Juni bis Oktober zeigen sich weiße bis rosafarbene Blüten. Die Stängel sind leicht behaart und haben eine rötliche Färbung, was die mitunter genutzte Bezeichnung Rote Seifenwurzel erklärt. Im Boden bildet das Kraut verzweigte fingerdicke Ausläufer. Die bevorzugten Standorte des Seifenkrauts sind Sand-, Stein- und Kiesböden. In freier Natur wächst es an Wegesrändern, Bahndämmen, sandigen Uferbereichen, Gebüschen, auf Kiesbänken und Schuttplätzen.

Auch im Garten lässt sich das Kraut anpflanzen, sofern es einen lockeren und nährstoffreichen Boden zur Verfügung hat. Aufgrund der in der Pflanze enthaltenen Saponine ist das Kraut leicht giftig und für bestimmte Tiere wie Katzen und Nagetiere in größeren Mengen gefährlich.

Wirkung & Anwendung

Wann das Seifenkraut als Waschmittel zum ersten Mal Einsatz fand, lässt sich nicht genau festlegen. Fest steht, dass es schon in frühesten Zeiten Verwendung fand. Belegbar ist, dass im Mittelalter vor allem Mönche und arme Menschen, die sich Seife nicht leisten konnten, darauf zurückgriffen. Dabei nutzten sie die Wurzeln und Blätter, die am meisten Saponine enthalten. Das ist der wichtigste Inhaltsstoff des Krauts, der dazu führt, dass sich im Wasser Schaum bildet. Mit den zerriebenen Wurzelstücken und Wasser reinigten die Menschen im Mittelalter nicht nur ihre Kleidung, sondern auch Geschirr und Schafswolle. Heutzutage ist das Seifenkraut als biologischer Seifenersatz teilweise wieder in Gebrauch.

Es gibt Fleckensprays oder auch Vollwaschmittel. Diese Reinigungsprodukte sind besonders stoffschonend und für Spitze, Seide oder Wolle gut geeignet. Allerdings brauchen Textilien mit starken Verschmutzungen eine Vorbehandlung, da die Reinigungskraft nicht dem von Seife oder anderen chemischen Stoffen entspricht. Die Waschwirkung findet auch in der Haarpflege Anwendung: Aus den Wurzelstücken lässt sich ein Shampoo herstellen. Durch die schaumbildenden Eigenschaften setzt die Kosmetik Seifenkraut bei Produkten zur Hautreinigung ein.

Das winterharte Kraut ist mehrjährig, hat lanzenförmige Blätter und kann mehr als einen halben Meter hoch wachsen.

Der Schwerpunkt der Nutzung der Pflanze liegt jedoch im medizinischen und naturheilkundlichen Bereich. Viele Medikamente zum Schleim lösen und gegen Husten enthalten das Kraut, weswegen es auch im Volksmund als Hustenwurz bekannt ist. Die getrockneten Wurzeln und Wurzelstöcke finden sich in Fertigpräparaten oder sind in Kräuterläden zu erwerben. Die Naturheilkunde setzt die Wurzeln in Form von Tee oder Abkochungen ein. Auch bei der Behandlung von Hautkrankheiten lässt sich Seifenkraut anwenden.

In der arabischen Medizin fand es sogar Verwendung bei der Bekämpfung von Lepra und Hautgeschwüren. Die Nutzung als Lebensmittel ist weniger verbreitet. Die Blüten sind essbar und passen zu Wildkrautsalaten. Zudem gelten sie als Hausmittel gegen Kleidermotten. Bei der traditionellen Süßspeise Halva dient das Kraut als Aufschlagmittel. Als Zierpflanze passt die Pflanze in naturnahe Gärten und ist eine gute Nektarquelle für Schmetterlinge. Allerdings ist das Kraut sehr selten in Pflanzencentern zu finden, lediglich die Samen lassen sich leicht im Internet erwerben.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Schulmedizin nutzt die Inhaltsstoffe des Seifenkrauts zur Behandlung von Erkrankungen der oberen Atemwege, also bei Husten, Halsschmerzen oder Bronchitis. Die enthaltenen Saponine fördern den Auswurf von Bronchialsekret und erleichtern so das Abhusten, zeitgleich lindern sie Halsschmerzen und Heiserkeit. In Form von Tropfen oder Tee findet das Kraut als Schleimlöser Anwendung.

Es ist ratsam, den Tee kalt anzusetzen, ihn einigen Stunden stehen zu lassen, dann aufzukochen und abschließend durch ein Sieb zu gießen. So kann er seine Wirkung am besten entfalten. Klinische Studien untersuchten weiterhin den Nutzen vom im Kraut enthaltenen Saporin bei der Tumorbekämpfung. Die Naturheilkunde spricht dem Seifenkraut noch weitere Wirkungen zu: Es sei harntreibend und daher geeignet bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen. Es wirkt abführend, blutreinigend, verdauungsanregend und fördert den Stoffwechsel.

Neben dem Einsatz bei Erkältungen, nutzt die Homöopathie es auch bei Kopfschmerzen. Bei viralen Erkrankungen stelle es zudem eine natürliche Art dar, diese zu bekämpfen. Die Wurzelstücke und Blätter sind als Fußbäder oder Auflagen gut gegen Fußpilz. Auch bei Hautleiden kann das Kraut nützlich sein. Abkochungen aus den Wurzelstücken können gegen Juckreiz, Akne und Ekzeme helfen. Ein Hausmittel für schöne Haut ist das Baden mit Seifenkraut.

Wichtig ist jedoch, dass das mit Seifenkraut versetzte Wasser nicht in die Augen kommt. Da das Kraut hautschonend und hautverträglich ist, eignet es sich gut bei empfindlicher Haut und Neurodermitis. Bei der innerlichen Nutzung ist zu beachten, dass es in hohen Dosen giftig ist. Es kann zu Erbrechen führen und die Verdauungsorgane und den Harnapparat reizen. Es ist ratsam, die Dosierungshinweise zu befolgen und die Anwendung mit einem Arzt abzusprechen. Die empfohlene maximale Menge bei einer Teeanwendung ist zwei Tassen pro Tag.

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