Sehnenscheide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Als Sehnenscheide bezeichnet man die mit Synoviaflüssigkeit (Gelenkschmiere) gefüllte Hülle, die für gewöhnlich die Sehnen in menschlichen und auch in tierischen Körpern umgibt. Die Sehnenscheide nimmt dabei eine tragende Schutzfunktion ein, ist aber ebenso anfällig für verschiedene Krankheiten, wie sie anfällig für Verschleißerscheinungen und Verletzungen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Sehnenscheide?

Die Sehnenscheide ist die doppelwändige Hülle, die mit körpereigener Gelenkschmiere (fachmedizinisch Synovialflüssigkeit oder Synovia genannt) gefüllt ist und eine gesunde Vene in der Regel komplett umgibt. Hier übernimmt sie eine Schutz- und Entlastungsfunktion.

Neben der Möglichkeit Verletzungen durch äußere Einflüsse an der Sehnenscheide zu erleiden, ist diese auch anfällig für verschiedene Überlastungsreaktionen oder Erkrankungen: Bekanntestes Beispiel ist eine Sehnenscheidenentzündung.

Anatomie & Aufbau

Der Aufbau der Sehnenscheide gleicht grundlegend dem Aufbau der Gelenkkapsel. Somit unterscheidet man bei der Konstruktion der Sehnenscheide ebenso zwischen den beiden Schichten des äußeren Stratum fibrosum und des inneren Stratum synoviale.

Das äußere Stratum fibrosum (Faserschicht) besteht aus straffem Bindegewebe, das im Ansatzbereich der Gelenkkapsel in die Knochenhaut (Periost) übergeht. Dieses Bindegewebe bestimmt in der Regel die mechanische Festigkeit des gesamten Gelenkes und ermöglicht so einen reibungslosen Bewegungsablauf.

Das Stratum synoviale stellt hingegen die innere Schicht der Gelenkhöhle dar, die aus mehreren Flüssigkeitslagen (Synovialozyten) besteht. Da hier jedoch kein direkter Kontakt zu den Zellen und den Membranen besteht, stellt diese Schicht kein Grundgewebe (Epithel) dar.

Die innere Synovialschicht bildet allerdings eine Doppellamelle, die äußerlich zum einen mit dem umliegenden Bindegewebe und innerlich zum anderen mit der Sehne verbunden ist. Zwischen diesen beiden Lamellen liegt ein Raum, der mit der zähflüssigen Gelenkschmiere gefüllt ist. Diese Schmierschicht verhindert Reibungen und hält das Gewebe geschmeidig.

Funktionen & Aufgaben

Infogramm zu den zur Anatomie, Lage und Entzündungsbereichen bei Sehnenscheidenentzündung. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Wie bereits angedeutet, haben die Sehnenscheiden im Körper die Funktion, die Sehnen und das umliegende Gewebe vor übermäßiger Reibung zu schützen. Denn die Konstruktion der verschiedenen Schichten, aus denen die Sehnenscheide besteht, als auch die darin enthaltene Gelenkschmiere sorgen dafür, dass sowohl Reibung als auch Druck und Belastung von außen weitmöglich reduziert werden.

Deshalb sind die Sehnenscheiden örtlich dort besonders stark ausgebildet, wo die Sehnen mit erhöhter Spannung über die Gelenke laufen.

Allerdings bezieht sich die stärkere Ausbildung weniger auf die Festigkeit der Schichten, sondern auf die Konzentration der Gelenkschmiere. Denn diese ist an den stark belasteten Stellen in höheren Mengen vorhanden.

Für die Produktion der Synovialflüssigkeit wird übrigens vom Körper selbst gesorgt. Hierfür ist speziell die Innenschicht der Gelenkkapsel (fachsprachlich die Membrana synovialis) verantwortlich, die sowohl einen dickflüssigen Gleitfilm als auch die minimal dünnflüssige Schmierschicht produziert.

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Krankheiten & Beschwerden

Aufgrund ihrer Aufgabe und Beschaffenheit ist die Sehnenscheide aber nicht nur der hohen Belastung wegen, die bei schnellen, gleichbleibenden oder strapazierenden Bewegungsabläufen auftreten, für Überreizungen sehr anfällig.

Typische pathologische Veränderungen, welche die Sehnenscheiden befallen und betreffen können, werden in der Medizin üblicherweise als Tendovaginopathien betitelt. Denn eine Überbeanspruchung oder eine Verletzung der Sehnenscheide kann die Ursache einer Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung) sein.

Eine Sehnenscheidenentzündung ist nicht nur eine der häufigsten Erkrankungen der Sehnenscheide, sondern auch der Hände. Sie äußert sich für gewöhnlich in starken, stechenden und ziehenden Schmerzen und kann überall dort auftreten, wo Sehnenscheiden vorhanden sind. Jedoch tritt die Sehnenscheidenentzündung, wie bereits angedeutet, besonders oft im Bereich der Handgelenke auf.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung unterscheidet man in der Regel zwischen fünf verschiedenen Arten: der serösen, der fibrinösen, der nekrotisierenden, der eitrigen und der phlegmonösen Tendovaginitis. Bei der serösen Sehnenscheidenentzündung wird der Schmierfilm betroffen, bei einer fibrinösen Tendovaginitis das Fasergewebe, bei einer nekrotisierenden Entzündung sterben Teile des Gewebes ab, bei eitrigen Entzündungen handelt es sich um eine schwerwiegende Form der Tendovaginitis und eine phlegmonöse Tendovaginitis breitet sich nachweislich aus.

Je nach Art der Sehnenscheidenentzündung muss diese mit Antibiotika, mit viel Ruhe, mit Kühlungen und mit Schmerzmitteln behandelt werden.

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