Sehnenriss

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Ein Sehnenriss entsteht häufig beim Sport. Aber auch wenn überreizte Sehnen plötzlich mechanisch überlastet werden, kann es zu einem Sehnenriss kommen. Bei vorbelasteten Sehnen kann es sogar passieren, dass die Sehne bei einer alltäglichen Belastung reißt, während gesunde Sehnen prinzipiell nur reißen, wenn sie extrem belastet werden oder äußere Gewalt auf sie einwirkt.

Inhaltsverzeichnis

Definition Sehnenriss

Die Aufgabe der Sehnen ist es, die Kraft der Muskeln auf das Skelett zu übertragen. Sehnen bestehen aus zugfesten kollagenen Faserbündeln. Da sie nicht über eigene Blutgefäße verfügen, ernähren sie sich von der Gewebeflüssigkeit, die aber nur langsam in die Sehnen übertritt. Bewegung ist für eine optimale Versorgung notwendig, da sich dadurch die Zugfestigkeit der verschiedenen Sehnen trainieren lässt.

Bei einem Sehnenriss handelt es sich daher um einen Einriss beziehungsweise eine Zerreißung einer Sehne durch eine plötzliche Überbelastung. Auch durch ruckartige Kontraktion des dazugehörigen Muskels kann es zu einem Sehnenriss kommen.

Oft liegt bereits eine degenerative Vorschädigung der entsprechenden Sehne vor. Der häufigste Sehnenriss ist der Riss der Achillessehne. Aber auch andere Sehnen können betroffen sein.

Ebenso häufig kommen zum Beispiel die Quadrizeps-Sehnenruptur, Risse der Bizepssehnen oder die Patellarsehnenruptur vor. Die Rotatorenmanschetten der Schultern sind auch häufig betroffen.

Ursachen für Sehnenriss

Ab dem 30. Lebensjahr kommt es im Sehnengewebe bereits zu degenerativen Veränderungen, das heißt, dass das Sehnengewebe ab diesem Zeitpunkt bereits altersbedingt an Elastizität verliert. Genau wie Bänder, können Sehnen teilweise oder vollständig reißen. Dabei kann auch die Ansatzstelle einer Sehne am Knochen herausgerissen sein (Apophyse). Ebenso kann der Knochen bei einem Sehnenausriss gebrochen sein (Abrissfraktur).

Besonders häufig treten Schädigungen der Sehnen in den Bereichen auf, die nur eingeschränkt durchblutet sind, zum Beispiel nahe der Ferse an der Achillessehne oder aber auch in der Nähe des Oberarmknochens an der Supraspinatussehne.

In verschiedenen Sportarten können jeweils entsprechende Häufungen von Sehnenverletzung erkannt werden, zum Beispiel die Achillessehne bei Sportarten wie Lauf, Skilauf oder Tennis oder die Strecksehnen der einzelnen Fingerendgliedern beim Volleyball oder Basketball.

Krankheitsverlauf Sehnenriss

Nach einer Verletzung der Sehne kommt es im betroffenen Bereich zu Schwellungen und Verfärbungen, da Blutung in das Gewebe eintritt. Der Abriss der Sehne wird in der Regel aufgrund der körperlichen Veränderungen, der durch den Betroffenen empfundenen Schmerzen sowie Funktionstests des Arztes und [[Röntgen]6aufnahmen erkannt.

Die Bewegung, der in Mittleidenschaft gezogenen Muskeln, ist nach einem Sehnenabriss stark eingeschränkt. Bei einem Sehnenanriss sind die Schmerzen auch sehr groß. Es ist jedoch noch möglich, die Muskeln, wenn auch unter starken Schmerzen, zu bewegen. Bei einer sofort begonnenen und fachgerecht durchgeführten Therapie ist die Prognose, dass eine vollständige Regeneration eintritt, positiv.

Symptome

Behandlung von Sehnenriss

Eine medizinische Untersuchung muss sofort erfolgen, wenn der Verdacht eines Sehnenrisses besteht. Das Zurückdrängen der Schmerzen und der Schwellungen ist zunächst besonders wichtig. Gute Kühlung und hohe Lagerung sind als Erstmaßnahmen einzuleiten. Desweiteren ist es wichtig, die entsprechende Stelle ruhig zu stellen.

Wenn die Sehnenenden nahe genug beieinander liegen, so dass ein optimales Zusammenwachsen möglich ist, wird meist eine konservative Therapie durchgeführt. Ist dies nicht der Fall, wird ein operativer Eingriff bevorzugt. Auch wenn die Therapie möglichst schnell durchgeführt werden soll, zum Beispiel bei Leistungssportlern, ist oftmals eine Operation notwendig. Bei operativen Eingriffen werden die Enden der Sehnen miteinander vernäht. Manchmal wird die Naht mit der Haut benachbarter Muskel verstärkt. Die Streck- und Beugesehnen der Hände werden innerhalb der nächsten 24 Stunden operiert.

Anschließend wird mit einer Spezialschiene die entsprechende Stelle fixiert. Verletzungen an der Achillessehne müssen in den meisten Fällen ebenfalls operiert werden. Um diese nach dem Eingriff zu entlasten, werden über mehrere Wochen spezielle Schuhe getragen. Die nächsten Monate dienen der Schonung und dem langsamen Antrainierens. Bei Sehnenanrissen reicht in den meisten Fällen eine Ruhigstellung mit Stützverband oder Gips.

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Vorbeugung von Sehnenriss

Um einem Sehnenriss vorzubeugen, sollten vor jeder sportlichen Maßnahme entsprechende Aufwärmübungen durchgeführt werden. Ebenso ist zur Prävention das Anlegen von elastischen Bandagen an besonders beanspruchten Bereichen empfohlen.

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