Sehnenriss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Ein Sehnenriss entsteht häufig beim Sport. Aber auch wenn überreizte Sehnen plötzlich mechanisch überlastet werden, kann es zu einem Sehnenriss kommen. Bei vorbelasteten Sehnen kann es sogar passieren, dass die Sehne bei einer alltäglichen Belastung reißt, während gesunde Sehnen prinzipiell nur reißen, wenn sie extrem belastet werden oder äußere Gewalt auf sie einwirkt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sehnenriss?

Die Aufgabe der Sehnen ist es, die Kraft der Muskeln auf das Skelett zu übertragen. Sehnen bestehen aus zugfesten kollagenen Faserbündeln. Da sie nicht über eigene Blutgefäße verfügen, ernähren sie sich von der Gewebeflüssigkeit, die aber nur langsam in die Sehnen übertritt. Bewegung ist für eine optimale Versorgung notwendig, da sich dadurch die Zugfestigkeit der verschiedenen Sehnen trainieren lässt.

Bei einem Sehnenriss handelt es sich daher um einen Einriss beziehungsweise eine Zerreißung einer Sehne durch eine plötzliche Überbelastung. Auch durch ruckartige Kontraktion des dazugehörigen Muskels kann es zu einem Sehnenriss kommen.

Oft liegt bereits eine degenerative Vorschädigung der entsprechenden Sehne vor. Der häufigste Sehnenriss ist der Riss der Achillessehne. Aber auch andere Sehnen können betroffen sein.

Ebenso häufig kommen zum Beispiel die Quadrizeps-Sehnenruptur, Risse der Bizepssehnen oder die Patellarsehnenruptur vor. Die Rotatorenmanschetten der Schultern sind auch häufig betroffen.

Ursachen

Ab dem 30. Lebensjahr kommt es im Sehnengewebe bereits zu degenerativen Veränderungen, das heißt, dass das Sehnengewebe ab diesem Zeitpunkt bereits altersbedingt an Elastizität verliert. Genau wie Bänder, können Sehnen teilweise oder vollständig reißen. Dabei kann auch die Ansatzstelle einer Sehne am Knochen herausgerissen sein (Apophyse). Ebenso kann der Knochen bei einem Sehnenausriss gebrochen sein (Abrissfraktur).

Besonders häufig treten Schädigungen der Sehnen in den Bereichen auf, die nur eingeschränkt durchblutet sind, zum Beispiel nahe der Ferse an der Achillessehne oder aber auch in der Nähe des Oberarmknochens an der Supraspinatussehne.

In verschiedenen Sportarten können jeweils entsprechende Häufungen von Sehnenverletzung erkannt werden, zum Beispiel die Achillessehne bei Sportarten wie Lauf, Skilauf oder Tennis oder die Strecksehnen der einzelnen Fingerendgliedern beim Volleyball oder Basketball.

Krankheitsverlauf

Nach einer Verletzung der Sehne kommt es im betroffenen Bereich zu Schwellungen und Verfärbungen, da Blutung in das Gewebe eintritt. Der Abriss der Sehne wird in der Regel aufgrund der körperlichen Veränderungen, der durch den Betroffenen empfundenen Schmerzen sowie Funktionstests des Arztes und [[Röntgen]6aufnahmen erkannt.

Die Bewegung, der in Mittleidenschaft gezogenen Muskeln, ist nach einem Sehnenabriss stark eingeschränkt. Bei einem Sehnenanriss sind die Schmerzen auch sehr groß. Es ist jedoch noch möglich, die Muskeln, wenn auch unter starken Schmerzen, zu bewegen. Bei einer sofort begonnenen und fachgerecht durchgeführten Therapie ist die Prognose, dass eine vollständige Regeneration eintritt, positiv.

Typische Symptome & Anzeichen

Komplikationen

In Folge eines Sehnenrisses kommt es zunächst zu Bewegungseinschränkungen. Bei länger andauernder Erkrankung kann dies zu Fehlstellungen oder Muskelschwund in der betroffenen Region führen. Wenn sich die Schwellung entzündet, kann es zur Entstehung eines Abszesses kommen, der sich bei fehlender Behandlung zu einem schweren Infekt ausweiten kann.

Langfristig kann ein Sehnenriss die Leistungsfähigkeit des Muskels herabsetzen. Noch Jahre nach der Verletzung sind Funktionsstörungen und Lähmungserscheinungen möglich, wobei dies äußerst selten der Fall ist. Häufiger kommt es in Folge eines Sehnenrisses zu chronischen Schmerzen, die einer langwierigen Therapie bedürfen. Auch Muskelverhärtungen können auftreten.

Ein schwerer Sehnenriss kann auch psychische Folgen haben – zum Beispiel übermäßiges Vermeidungsverhalten. Während der Operation kommt es selten zu Blutungen, Infektionen, Thrombose oder einem Ausreißen der Naht. Wenn Nerven verletzt werden, können Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen hinzukommen. Auch Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung sind seltene Komplikationen einer Sehnen-Operation.

Häufiger verursachen verordnete Arzneimittel Komplikationen. So können nach der Einnahme von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Häufige Beschwerden: Probleme des Magen-Darm-Traktes, Kopfschmerzen und Hautirritationen. Bei länger andauernder Medikation sind Nieren- und Leberschäden möglich.

Behandlung & Therapie

Eine medizinische Untersuchung muss sofort erfolgen, wenn der Verdacht eines Sehnenrisses besteht. Das Zurückdrängen der Schmerzen und der Schwellungen ist zunächst besonders wichtig. Gute Kühlung und hohe Lagerung sind als Erstmaßnahmen einzuleiten. Desweiteren ist es wichtig, die entsprechende Stelle ruhig zu stellen.

Wenn die Sehnenenden nahe genug beieinander liegen, so dass ein optimales Zusammenwachsen möglich ist, wird meist eine konservative Therapie durchgeführt. Ist dies nicht der Fall, wird ein operativer Eingriff bevorzugt. Auch wenn die Therapie möglichst schnell durchgeführt werden soll, zum Beispiel bei Leistungssportlern, ist oftmals eine Operation notwendig. Bei operativen Eingriffen werden die Enden der Sehnen miteinander vernäht. Manchmal wird die Naht mit der Haut benachbarter Muskel verstärkt. Die Streck- und Beugesehnen der Hände werden innerhalb der nächsten 24 Stunden operiert.

Anschließend wird mit einer Spezialschiene die entsprechende Stelle fixiert. Verletzungen an der Achillessehne müssen in den meisten Fällen ebenfalls operiert werden. Um diese nach dem Eingriff zu entlasten, werden über mehrere Wochen spezielle Schuhe getragen. Die nächsten Monate dienen der Schonung und dem langsamen Antrainierens. Bei Sehnenanrissen reicht in den meisten Fällen eine Ruhigstellung mit Stützverband oder Gips.

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Vorbeugung

Um einem Sehnenriss vorzubeugen, sollten vor jeder sportlichen Maßnahme entsprechende Aufwärmübungen durchgeführt werden. Ebenso ist zur Prävention das Anlegen von elastischen Bandagen an besonders beanspruchten Bereichen empfohlen.

Bücher über Sehnenriss

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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