Seborrhoe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Seborrhoe, auch als seborrhoisches Ekzem oder auch seborrhoische Dermatitis bezeichnet, ist eine Hautentzündung. Die fettig-schuppige Entzündung tritt am behaarten Kopf, am Rumpf sowie auch im Gesicht auf. Jene Hautstellen, die von Seborrhoe betroffen sind, weisen eine Rötung auf, wobei auch fettige, gelbliche Schuppen entstehen. In wenigen Fällen klagen Patienten über einen starken Juckreiz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Seborrhoe?

Der Mediziner bezeichnet unter dem Begriff Seborrhoe (oder auch seborrhoische Dermatitis oder auch seborrhoisches Ekzem) Hautentzündungen. Vor allem entstehen derartige Entzündungen auf Hautbereichen, die eine Vielzahl an Talgdrüsen aufweisen. Charakteristisch sind übermäßige Absonderungen der Talgdrüsen, sodass in weiterer Folge ein sehr starker Fettfilm an der Haut entsteht.

Ursachen

Die Gründe und Ursachen einer Seborrhoe sind vielfältig. Die Haut verfügt über mehrere Zellschichten, die - bei gesunden Menschen - einem dauerhaften Erneuerungsprozess unterliegen. Im Hautinneren bilden sich Hautzellen, welche die alte Außenseite der Haut verdrängen. Die alten Hautzellen sterben ab, sodass sich neue Zellen bilden können. Die Hautschüppchen, die im Rahmen jener Erneuerung abfallen, sind nicht zu sehen. Liegt jedoch Seborrhoe vor, werden die Hautschüppchen in großen, sehr fettigen Schuppen abgestoßen. Es liegt eine Störung der Hauterneuerung vor.

Was die genauen Ursachen einer Seborrhoe sind, ist bislang nicht zu hundert Prozent bekannt. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine Entzündung der Haarbälge handelt. Die Ursachen sind etwaige Infektionen mit Hefepilzen (etwa Pytriosporum orbiculare, Pytriosporum ovale oder Malassetia furfur). Jene harmlosen „Bewohner“ können sich derart vermehren, dass Seborrhoe ausgelöst werden kann.

Begünstigende Faktoren sind etwa hormonelle Faktoren (beispielsweise Testosteron) oder auch Klima-Einflüsse (Feuchtigkeit sowie Hitze). Mitunter können auch körperliche und psychische Belastungen eine Rolle spielen. Vor allem dann, wenn der Patient immer wieder über „Schübe“ klagt, die bei einem chronischen Krankheitsverlauf möglich sind. Dabei handelt es sich bei Seborrhoe im eigentlichen Sinne um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom, dass wiederum kaum etwas über die ursächliche Erkrankung aussagt.

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Diagnose & Verlauf

Was die genauen Ursachen einer Seborrhoe sind, ist bislang nicht zu hundert Prozent bekannt. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine Entzündung der Haarbälge handelt.

Der Mediziner stellt bereits - nur auf Grund der Hautuntersuchung - die Diagnose Seborrhoe. Hier spricht man von der sogenannten „Blickdiagnose“. Jedoch gibt es auch Fälle, in denen nicht eindeutig geklärt werden kann, ob eine Seborrhoe vorliegt. Mitunter können auch andere Formen von Hautkrankheiten (etwa das atopische oder allergische Ekzem) ähnliche Symptome auslösen, die an eine Seborrhoe erinnern.

Auch die Psoriasis - die Schuppenflechte - kann ein ähnliches Hautbild aufzeigen. Wichtig ist, dass der Mediziner andere Krankheiten ausschließt, bevor er die Diagnose Seborrhoe stellt. Mitunter können Allergie-Tests einen Aufschluss darüber geben, ob tatsächlich eine Seborrhoe vorliegt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Hautschuppen mikroskopisch untersucht werden, sodass sich der Arzt vergewissern kann, dass tatsächlich eine Seborrhoe vorliegt.

Das Problem der Krankheit ist, dass die Seborrhoe einen chronischen Verlauf nehmen kann. Vor allem wenn die Seborrhoe im Säuglingsalter auftritt, besteht die Gefahr etwaiger anderer Infektionen, sodass die bereits betroffenen Hautareale von anderen Pilzen oder Bakterien befallen werden können. Selbst im Erwachsenenalter ist es möglich, dass Bakterien andere Hautareale befallen oder sich mitunter auf den bereits angegriffenen Regionen niederlassen; hier spricht der Mediziner von einer Superinfektion.

Des Weiteren kann die Seborrhoe - vor allem bei Säuglingen - einen derart schweren Verlauf nehmen, dass eine sogenannte Erythrodermia desquamativa Leiner auftritt. Jenes Stadium wird vorwiegend im zweiten Lebensmonat des Kindes beobachtet. Die gesamte Haut ist befallen, wobei der Säugling erbricht, hohes Fieber hat und von Durchfall geplagt wird.

Die Prognosen sind, vor allem im Säuglingsalter, gut. Seborrhoe heilt im Regelfall - nach mehreren Wochen - von selbst aus. Erwachsene leiden jedoch an einem chronischen Verlauf, der in Schüben wiederkehrt. Dabei ähnelt das Krankheitsbild der Schuppenflechte oder einer Neurodermitis. Die Wahrscheinlichkeit, dass Seborrhoe zur Gänze ausheilt, ist äußerst gering. Nur wenn sorgfältige Pflegemaßnahmen ergriffen werden, können Betroffene die Symptome derart gut kontrollieren, dass mitunter Rückfälle der Krankheit vermieden werden können.

Komplikationen

Das seborrhoische Ekzem beziehungsweise die seborrhoische Dermatitis betrifft vorwiegend das Gesicht, die Kopfhaut und beidseitig den Oberkörper. Bei Neugeborenen wird das Symptom als Gneis, Grind oder Milchschorf bezeichnet. Dieses Symptom heilt zumeist von allein bis zum neunten Lebensmonat ab. Seborrhoe tritt als Dermatitis-Variante in der Adoleszenzphase sowie im Alter von 40 bis 50 Jahren auf. Stress und Medikamente fördern einen Ausbruch.

Immunschwache Menschen, Patienten mit Morbus Parkinson sowie Down-Syndrom sind stärker von dem Symptom betroffen. Die daraus ergebenen Komplikationen können nach Schwere des Verlaufs die Lebensfreude des Patienten mindern. Dazu zählen Krustenbildung, bakterielle Infektionen durch ständiges Aufkratzen, Blutungen, Narbenbildung und Haarausfall. Mit Verlauf der Krankheit befinden sich die Betroffenen oft in einen depressiven Zustand.

Erwachsene, die an einer Seborrhoe leiden, gelten als chronisch krank und müssen mit einem jederzeitigen neuen Ausbruch rechnen. Eine weitere Komplikation des Ekzems kann die Talgdrüsenhyperplasie sowie ein Rhinophym sein. Bei letzterer Diagnose verändert sich durch die Talgdrüsenvergrößerung vor allem bei älteren Männern die Nase knollenartig. Im Extremfall müssen die Talgdrüsen operativ herausgeschnitten werden.

Eine Seborrhoe sollte umgehend behandelt und unter dermatologischer Aufsicht therapiert werden. Das erspart vielen Betroffenen einen nahezu unerträglichen Leidensweg. Zudem werden dauerhafte kosmetische Beeinträchtigungen und weitere Probleme ausgeschlossen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Seborrhoe ist gesundheitlich relativ unbedenklich und bildet sich meist von alleine wieder zurück. Fallen die Schuppenflechte allerdings ungewöhnlich groß aus oder entwickeln sich Begleitsymptome wie Juckreiz und Rötungen, sollte dies mit dem Haus- oder Kinderarzt besprochen werden. Bei nässenden oder blutenden Stellen sowie Entzündungen empfiehlt sich der Gang zum Dermatologen.

Seborrhoische Ekzeme im Gesicht, am Hals oder an den Händen und Füßen sollten abgeklärt werden, wenn sie zu Beschwerden führen oder sich negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken. Unbehandelt kann der kosmetische Makel sich zu einer seelischen Belastung entwickeln, aus der mitunter schwere psychische Probleme hervorgehen. Auch körperliche Folgesymptome können sich aus einer unbehandelten Seborrhoe entwickeln.

Es empfiehlt sich deshalb, eine Seborrhoe möglichst im Anfangsstadium abklären und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Andernfalls kann die Hautkrankheit einen chronischen Verlauf nehmen und Bakterien- oder Pilzinfektionen begünstigen. Seborrhoe bei Kindern und Jugendlichen muss grundsätzlich medizinisch abgeklärt werden. Wird die Schuppenflechte frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich ein schwerer Verlauf meistens vermeiden.

Behandlung & Therapie

Seborrhoe bedarf im Regelfall einer Therapie, die zwei Teile aufweist. Einerseits richtet sich die Behandlung nach dem akuten Stadium, andererseits wird eine Erhaltungstherapie verordnet, die „zwischen den Krankheitsschüben“ angewandt werden muss.

Im Rahmen des akuten Stadiums ist es wichtig, dass der Betroffene Medikamente erhält, welche in weiterer Folge pilzabtötend wirken (sogenannte Antimykotika). Jene Mittel können direkt - in Form einer Salbe - auf die betreffenden Stellen aufgetragen werden. Es gibt auch Shampoos sowie Lotionen, welche denselben Wirkstoff beinhalten. Bestehen hartnäckige und ausgeprägte Symptome, kann Antimykotika auch in Tablettenform verabreicht werden.

Bestehen zusätzliche Infektionen - also eine Superinfektion - muss der Patient Antibiotika einnehmen. Bei äußerst stark entzündeten Formen wird der Mediziner auch Glukokortikoide (als Salbe) verordnen. Die Glukokortikoide sollten die Entzündungsreaktion eindämmen. Im Rahmen einer Dauertherapie werden Glukokortikoide jedoch nicht verabreicht.

Besteht eine äußerst ausgeprägte Schuppenbildung, müssen Keratolytika verwendet werden. Dazu zählen mitunter Harnstoff und Salizylsäure; jene Substanzen sorgen für ein Aufweichen der Hautschuppen. In weiterer Folge lösen sich die Hautschuppen ab, sodass eine Besserung des Krankheitsbildes eintritt.

Aussicht & Prognose

Bei einer Seborrhoe muss nicht immer ein Arzt aufgesucht werden und es kommt auch nicht zwingend zu Komplikationen. Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, hängt der Krankheitsverlauf von der Hygiene des Patienten ab. Ist diese mangelhaft, bleibt die Haut in der Regel fettig und es kommt zu weiteren Komplikationen. So kann es bei einer Seborrhoe zu Entzündungen und Wunden auf der Haut kommen, die im Extremfall Narben hinterlassen oder zu einer schweren Infektion führen.

Bei einer leichten Seborrhoe ist die Prognose eher positiv. Gewöhnliche Duschgels und Seifen genügend meist, um fettige Haut zu reduzieren und eventuelle Begleitsymptome wie Juckreiz oder Geruchsentwicklung zu lindern. Seborrhoe in Folge von häufigem Duschen kann mit speziellen, schonenden Pflegeprodukten für empfindliche Haut gelindert werden.

Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn die Haut plötzlich fettig geworden ist und die Beschwerden durch Waschen nicht gelindert werden können. Wird die Seborrhoe rasch und gezielt behandelt, kann das Symptom schnell und zuverlässig beseitigt werden. Damit es nach erfolgreicher Therapie nicht mehr zu fettiger Haut kommt, müssen außerdem die Ursachen behandelt werden.

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Vorbeugung

Eine generelle Vorbeugung ist nicht möglich. Wer jedoch zu fettiger Haut neigt oder viel schwitzt, muss darauf achten, dass er seine Haut regelmäßig reinigt und pflegt. Wichtig ist, dass dabei hautneutrale Substanzen verwendet werden. In vielen Fällen reicht die Pflege mit klarem Wasser aus.

Das können Sie selbst tun

Seborrhoe, also die Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen wird, insbesondere in der Form der Seborrhoea oleosa, die mit fettiger Haut und fettigen Haaren einhergeht, häufig lediglich als kosmetisches Problem betrachtet. Die Möglichkeiten zur therapeutischen Einflussnahme auf die meist besonders stark betroffenen Areale an Stirn, Nase und Kinn gelten als gering.

In Apotheken werden eine Reihe medizinischer sowie kosmetischer Cremes und Salben angeboten, die adstringierend wirken und den Hautglanz vermindern sollen. Hilfreich ist auch die Verwendung von matierendem Gesichtswasser oder matierendem Puder. In Apotheken und Drogerien sind Spezialprodukte erhältlich, die den Hautglanz über Stunden hinweg reduzieren.

In der Naturmedizin wird versucht, das Problem ursächlich zu behandeln. Empfohlen wird hier häufig eine „Blutreinigung“ mit Brennnesseltee oder eine Darmreinigung und ein anschließendes mehrwöchiges Heilfasten. Zum Einsatz kommen außerdem eine Reihe von Heilkräutern, insbesondere Ackerschachtelhalm, Ampfer, Birke, Brombeere, Brunnenkresse, Bärlauch, Hahnenfuß, Hauhechel, Kamille, Klette, Odermennig, Schlehdorn, Wasserdost, Wegwarte und Wermut. Die Kräuter werden unterschiedlich verwandt. Einige Kräuterkundige empfehlen die Zubereitung eines Suds oder die Zubereitung alkoholischer Tinkturen zum Aufbringen auf die Haut. Wirksam sollen auch Dampfbäder sein, wobei hier insbesondere Salzwasser oder Kamillentee zum Einsatz kommen.

Als besonders effektiv gilt die Behandlung mit Apfelessig. Dazu wird Bio-Apfelessig im Verhältnis 1 : 1 mit Wasser gemischt und dann die betroffenen Hautstellen damit abgerieben.

Bücher über Schuppen

Quellen

  • Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Raab, W.: Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis. Springer, Berlin 2012
  • Sterry, W., Burgdorf, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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